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Potsdam-Mittelmark In den Heilstätten gruselt nur die Fantasie
Lokales Potsdam-Mittelmark In den Heilstätten gruselt nur die Fantasie
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13:28 27.02.2018
Der morbide Charme der verfallenen Häuser und ein Film, der nicht in den Beelitzer Heilstätten gedreht wurde, locken erneut Gruseltouristen an.   Quelle: Olaf Möldner
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Beelitz-Heilstätten

 Zum diesjährigen Weltgästeführertag will Gästeführerin Irene Krause ihren Gästen auf einem rund einstündigen Rundgang durch das einstige Klinikgelände den „geistigen Vater“ der Beelitzer Heilstätten vorstellen. Architekt Heino Schmieden (1835 – 1913) erhielt nach der Einführung der Krankenversicherung im Deutschen Kaiserreich 1883 von der Landesversicherungsanstalt Berlin den Auftrag, den Versicherten eine Heilstätte zu bauen. 1898 legte er seine Pläne vor. Vier Jahre später konnte das erste von vier großen Krankenhäusern eröffnet werden.

Wer wirklich an der Geschichte der denkmalgeschützten einzigartigen Anlage und ihrer neuen Entwicklung interessiert ist, kann sich mit der Gästeführerin am Sonntag um 11 Uhr auf dem Parkplatz am ehemaligen Bahnhofsgebäude Beelitz-Heilstätten treffen.

Manche wollen die Horrorgeschichten hören

Doch mitunter wollen einige Leute von Irene Krause auch die Horrorgeschichten hören, die sie von irgendwoher gehört haben. Doch darüber kann sie nichts berichten. Der Spuk wird von Agenturen heraufbeschworen, die mit zweifelhaften Rundgängen Geld verdienen wollen, sagt sie. Solche Anfragen häufen sich in jüngster Zeit, seit der Horrorfilm „Heilstätten“ angekündigt wurde, der seit Donnerstag in den Kinos läuft.

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Die ehemalige Lungenheilanstalt Beelitz-Heilstätten versprüht bis heute einen morbiden Charme, der sowohl Horrorfans als auch Historiker auf das verfallene Gelände lockt.

Die Dreharbeiten fanden allerdings nie in Beelitz, sondern ausschließlich am Grabowsee bei Oranienburg statt. Die Investoren auf dem ehemaligen Klinikgelände hatten nach Bekanntwerden des Drehbuches die Dreharbeiten auf ihren Flächen untersagt. Doch mit dem Titel verbinden die Leute sofort die bekannteste Anlage vor der Spargelstadt. Selbst große Zeitungen überschlagen sich in ihren Titeln wie „Deutschlands gruseligstes Krankenhaus“, „Europas größtes Gruselkrankenhaus“ und „Ein Ort zum Fürchten“.

Ein Brandenburger Kinobetreiber hat Irene Krause sogar ein Kooperationsgeschäft angeboten. Sie könne Freikarten an ihre Gäste vergeben, wenn diese nach dem Besuch des Film anschließend eine erschauernde Führung von ihr bekämen. „Traust Du Dich?“, fragen die Filmemacher im Untertitel, und so verabreden sich ganze Gruppen in den sozialen Netzwerken nach einem Kinobesuch zu einem anschließenden nächtlichen Ausflug nach Beelitz.

Gästeführerin Irene Krause führt durch das Gelände der ehemaligen Heilstätten in Beelitz. Quelle: privat

Davor kann die Polizei aber nur eindringlich warnen. In der Vergangenheit musste sie manche Untergrundszene Hobbykultisten, Geisterjäger und Abenteurer des Geländes verweisen. Drei junge Männer verletzten sich in den baufälligen Ruinen schwer. Ein Vierter bezahlte seine Abenteuerlust schließlich mit dem Leben.

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Lost „Kinosaal“.

Zäune und Hinweisschilder weisen auf Privatbesitz hin

Die Polizei ist jetzt froh, dass sich der Klinikstandort teils in wieder hergerichteten alten Gebäuden endlich neu entwickelt. Sie wird die Beelitzer Heilstätten auch weiterhin im Auge behalten, wenngleich sie jetzt dort nicht mehr vermehrt kontrollieren muss. Medizinische Einrichtungen haben sich angesiedelt, ein Baumkronen- beziehungsweise ein Barfußpfad sind zu einem beliebten Ausflugsziel geworden und sollen perspektivisch noch ausgebaut werden. Die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark will ein neues Verwaltungsgebäude für 500 Mitarbeiter errichten. Ein Privatinvestor wird in den nächsten Jahren einen ganz neuen Stadtteil mit rund 750 Wohnungen aus dem Boden hochziehen.

Zäune und Hinweisschilder weisen unmissverständlich darauf hin, dass sich die Beelitzer Heilstätten in Privatbesitz befinden. Die Investoren haben darauf geachtet, dass in öffentlichen Bereichen Besucher spazieren gehen und sich die neue Nutzung der alten Gebäude ansehen können. In verschiedenen öffentlichen Führungen teils zu speziellen Themen, bei denen die Gäste nicht um ihre Gesundheit und ihr Leben fürchten müssen, erfahren sie mehr über die derzeitige Wandlung der nostalgischen Atmosphäre zur modernen Betriebsamkeit in Beelitz-Heilstätten. Irene Krause sowie auch die Gästeführer des Baumkronenpfades freuen sich sehr, wenn ihre Gäste den alten und neuen Wert des Areals ehrlich erkennen.

Von Heinz Helwig

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