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Potsdam-Mittelmark In den Schuffelgärten wächst und gedeiht es
Lokales Potsdam-Mittelmark In den Schuffelgärten wächst und gedeiht es
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18:25 01.03.2018
Sigmar Wilhelm, Joachim Lindicke, Walter Kassin und Karin Watzke (v.l.) inmitten der Werderaner Schuffelgärten. Quelle: Anke Kassin
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Werder

In den nächsten Wochen erwecken die Schuffelgärtner ihre Parzellen am Galgenberg in Werder aus dem Winterschlaf. Die neue Saison beginnt mit dem Beschnitt der Obstbäume. Walter Kassin, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauverbandes, kann den seichten Start in den Frühling kaum abwarten. Denn in den Schuffelgärten des Vereins ist im vorigen Jahr viel passiert. Die Gärtner haben junge Kirschbäume gepflanzt, jede Menge Beeren geerntet und sich über die beginnenden Bauarbeiten am Lindowschen Haus gefreut. 2019 soll das Ensemble aus Bismarckhöhe, Schuffelgärten, Weinbau und dem dann sanierten und zum Besucherzentrum ausgebauten Obstzüchterhaus fertig sein. „Wenn das soweit ist, wird Werder um eine einzigartige Attraktion reicher sein“, sagt Walter Kassin. Anhand der Schuffelgärten will der Verein zeigen, wie in Werder schon vor vielen Jahrzehnten erfolgreich Obst in Etagen angebaut wurde. Dafür sei die Hanglage am Galgenberg perfekt.

Schuffelgärten Werder Quelle: Anke Kassin

Mit der Schuffel entfernen die Gärtner das unliebsame Unkraut. Das Werkzeug sieht der handelsüblichen Gartenhacke zwar ähnlich, funktioniert aber genau andersrum. Um die oberste Bodenschicht zu lockern, wird die Schuffel horizontal hin- und herbewegt. „Ganz wichtig: Immer rückwärts laufen“, rät Walter Kassin. Weil der Boden im vorigen Jahr fast durchgehend feucht war, hatten die Gärtner beim Schuffeln so ihre Probleme. „Das sind gute Bedingungen für das Unkraut, aber schlechte fürs Schuffeln“, schreibt Karin Watzke im Jahresbericht. Ist der Boden feucht, bleibt die Erde an der Schuffel kleben. Aber nicht nur das Unkraut sprießte, auch die Bäume haben dank der kontinuierlichen Feuchtigkeit kräftig zugelegt.

Tomaten waren von Fäule befallen

Gute Ernten gab es von den Beerensträuchern, den Weinstöcken sowie bei Kartoffeln, Zucchini, Bohnen und Kohl. Falls die Ausbeute in diesem Jahr wieder so gut ausfällt, könnte es „Schuffelgarten-Obstwein“ von Werders jüngstem Weinproduzenten Toni Geißhirt geben. Weniger Ertrag brachten hingegen die Tomaten. Kurz bevor sich die ersten Früchte röten konnten, wurden sie von der Braunfäule zerstört. Davon waren auch die italienschen Fleischtomaten betroffen, die Walter Kassin herangezogen hat. Im Herbst gab es dann Zuwachs in Form von Johannisbeersträuchern und einer traditionellen Werderaner Süßkirsche: „Knauffs Schwarze“.

Rosemarie Hiller Quelle: Anke Kassin

Schuffelgärtnerin Rosemarie Hiller feierte am 11. November ihren 77.Geburtstag mit Bratwurst, Glühwein und Kaffee am Galgenberg. Sie ist mit der Schuffel aufgewachsen, lernte das Gärtnern von der Pike auf und hat eine kleine Vorliebe für Blumen. Die sind im reinen Obstetagenbau zwar nicht vorgesehen, verleihen der Parzelle aber Farbe. „Ihr Garten sieht immer top gepflegt aus“, sagt Walter Kassin.

Pflanzenschutz wird 2018 ein wichtiges Thema

Die Schuffelgärten sind ein gemeinsames Projekt der einzelnen Gärtner und des Obst- und Gartenbauverbandes, in dem sie gleichzeitig Mitglied werden. 2012 begann das Vorhaben mit jeder Menge Schutt und Steinen im Boden. Vier bis fünf Jahre hatten die Experten eingerechnet, bis die Bäume und Sträucher so groß sind, dass der Etagenbau überhaupt erkennbar ist. Die Gärtner für die vier Parzellen sind zunächst über eine Ausschreibung aufmerksam geworden. Für eine Parzelle sucht der Verein in nächster Zeit einen Nachfolger, wie Walter Kassin ankündigt. Wenn das Lindowsche Haus am Plantagenplatz fertig saniert ist, soll es möglich sein, die Schuffelgärten am Wochenende ohne vorherige Anmeldung zu besuchen. Bislang gibt es zwei Tage der offenen Türen im Jahr, zu denen die Gärtner auch 2018 ihre Parzellen präsentieren. Wer außerhalb dieser Tage in die Schuffelgärten will, muss sich bislang am besten vorher anmelden.

In den kommenden Monaten wollen sich die Schuffelgärtner weiter mit dem Thema Pflanzenschutz auseinandersetzen. Brennnesselbrühen und Jauchen allein würden nicht ausreichen, um Insekten fernzuhalten. Trotz der vielen Vögel in den Gärten klagen die Obstbaufreunde über Blattläuse. Auch Schnecken, Raupen und Maden zählen zu den Untermietern. Abhilfe kann dabei Dieter Scheffel schaffen, der sich im Obst- und Gartenbauverband als Pflanzenschutzberater engagiert.

Obstbaumschnitt-Kurse sind weiter gefragt

Für Besucher öffnen die Schuffelgärtner ganz offiziell ihre Pforten zur Brandenburger Landpartie am Wochenende des 9. und 10. Juni. Ein weiterer Fixtermin ist der Galgenbergtag am Sonntag, 19. August. Geöffnet ist jeweils von 11 bis 17 Uhr.

Steigende Beliebtheit verzeichnen weiterhin die Obstbaum-Schnittkurse. Der nächste findet am 10. März statt.

Der Frischemarkt, den der Werdersche Obst- und Gartenbauverein seit Januar 2015 betreibt, startet am 7. April mit dem Frühlingsmarkt in die Events der neuen Saison.

Einen Tag später steht bereits die alljährliche Annahme der Obstweinproben für die Goldene Kruke an. Prämiert werden die besten Weine kurz vor dem Baumblütenfest.

Der Obst- und Gartenbauverband zählt aktuell 42 Mitglieder. „Es herrscht ein gutes Miteinander. Wir haben viel erreicht“, resümiert Walter Kassin. Angefangen hatte er als Vorsitzender 2014 mit zwölf Mitstreitern.

1996 hatten acht Werderaner Obstbauern mit der Neugründung des Vereins an die 1878 begonnene Tradition angeknüpft.

Von Luise Fröhlich

Karin Schühlein ist ehrenamtliche Betreuerin. Seit 20 Jahren bringt sie Ordnung in das Leben fremder Menschen. Das Geld vom Staat ist für sie kein Anreiz für ihr Ehrenamt. 399 Euro erhält sie im Jahr pro betreuter Person als Aufwandsentschädigung. „Diese Arbeit kann man nicht materiell aufwiegen, es ist eine ideelle Sache“, sagt sie.

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