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Potsdam-Mittelmark In der Geschichte des Sandbergs gegraben
Lokales Potsdam-Mittelmark In der Geschichte des Sandbergs gegraben
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12:15 11.05.2015
Im Mittelpunkt die Burg: Ralf Gebuhr forscht zur Historie des Bad Belziger Stadtteiles Sandberg. Quelle: U. Klemens
Bad Belzig

Ausdrücklich begrüßte Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) auch ihren „Amtskollegen, den Oberbürgermeister vom Sandberg“, Erhard Schwarz. Dem hatten seine Nachbarn vor wenigen Jahren diesen inoffiziellen, aber dennoch ehrenhaften Titel verliehen.

Anlass des Vortrages war der bundesweite Tag der Städtebauförderung. Gehen sollte es daher vor allem um das historische Gemäuer in der Bahnhofstraße 14. Es liegt im Sandberg-Viertel und galt seit Jahren als Sorgenkind. Doch nun scheint der Erhalt gesichert zu sein. „Gerade gestern haben Investoren mit der Stadt den Kaufvertrag unterzeichnet“, berichtete Klabunde-Quast stolz.

Wer gekommen war, um vom Experten weitere Details über das ehemalige Guts haus zu erfahren, musste sich jedoch mit wenig zufrieden geben. „Es gehört zu den vier Grundstücken auf dem Sandberg, die Leuten von herausragender Bedeutung gehörten, also kleinen Adligen“, erklärte Gebuhr, um sodann in die mittelalterlichen Politikstrukturen des heutigen Bad Belzigs abzuschweifen. Dabei tauchte der Historiker tief in die brandenburgisch-preußische Geschichte ab und zeigt anhand zahlloser Parallelbeispiele auf, dass die Sandberg-Geschichte, in deren Mittelpunkt die Burg Eisenhardt steht, universell ist.

Warum sich Adlige von unterschiedlichem Rang Guts häuser, Mini-Burgen und Schlösser bauen ließen, welche soziale Hierarchien das Leben in deren Umfeld bestimmten und welche wirtschaftlichen Verflechtungen es gab, wurde im Referat ausführlich erläutert.

Dass viele noch heute gebräuchliche Wörter und Redewendungen im Ursprung eine ganz andere Bedeutung besaßen, erfuhren die Zuhörer ebenfalls. Der Begriff „Freiheit“ zum Beispiel kennzeichnete im Mittelalter einen privilegierten Bereich, in dem bestimmte hochrangige Personen Sonderrechte besaßen. Das heutzutage wieder in Mode kommende Wort „Kietz“ stand für das Wohnquartier in der Hierarchiestufe darunter. Auch der Sandberg war ein typischer Kietz, dessen Bewohner ebenfalls Sonderrechte besaßen. Das Fischereirecht in den damals noch vorhandenen Teichen unterhalb der Burg Eisenhardt ist eines dieser Privilegien.

„Um noch mehr Details speziell aus der Sandberg-Historie zu Tage zu fördern, bräuchte es wesentlich mehr Zeit“, als ihm bislang dafür zur Verfügung stand, gab Ralf Gebuhr am Ende seines Vortrages zu. Dass dieser Vortrag des Historikers jedoch eine große Hilfe war, um die Geschichte des Sandbergs aus seiner Entstehungszeit heraus zu verstehen, waren sich seine Zuhörer am Ende allerdings einig.

Von Uwe Klemens

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