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In der Nischenwelt des Holztransports

Innovation und Tradition In der Nischenwelt des Holztransports

Aus über 100 Einsendungen wurden neun Firmen auserwählt, die den Zukunftspreis Brandenburg gewonnen haben. Der Betrieb aus Bad Belzig ist einer von ihnen. Er vereint Tradition, Innovation und Möglichkeiten für junge Menschen. Mit den Kunden werden neue Produkte entwickelt, so dass individuelle Lösungen entstehen. Darauf ist Betriebsleiterin Nadin Schwarz stolz.

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Alles gut im Griff: Betriebsleiterin Nadin Schwarz ist zufrieden mit der Befa und ihren Langholzanhängern.

Quelle: Foto: Melanie Höhn

Bad Belzig. Die Nachfrage nach Holz reißt nicht ab. Davon profitiert auch der Belziger Fahrzeugbau (Befa), etwa 80 Einheiten stellt der Betrieb pro Jahr her. Das Hauptgeschäft ist eine eigene Fertigung von Anhängern für den Holztransport sowie der Fahrzeugaufbau mit und ohne Ladekran. „Wir sind flexibel durch eine eigene Konstruktion im Haus und passen uns den Marktgegebenheiten an. Zudem haben wir eine eigene Lackieranlage und müssen wenig hinzukaufen,“ erklärt die Betriebsleiterin Nadin Schwarz. Unter anderem hat das Unternehmen in den letzten Jahren auch einen Kipp-Kran-Aufbau entwickelt, in dem sich sowohl Rundholz als auch schüttbare Güter transportieren lassen.

Gerade hat die Firma den Brandenburgischen Zukunftspreis gewonnen, aus über 100 Einsendungen wurden neun Preisträger auserwählt. Dabei sind vor allem Innovation, Ausbildungsmöglichkeiten und Engagement in Sachen Nachwuchs bewertet worden. Kein Produkt ist wie das andere bei der Befa: „Mit den Kunden entwickeln wir zusammen neue Produkte, denn sie sehen die Anforderungen am Markt und sie entscheiden, was wie gebaut wird. Unsere Arbeit ist sehr individuell“, erzählt Nadin Schwarz. Seit zweieinhalb Jahren führt sie die Firma im Forstweg. Gerechnet hat sie mit dem Preis nicht.

Die Jury komplett überzeugt

Ende Juni erst bewarb sich das Unternehmen für den Zukunftspreis Brandenburg, kurz vor Einsendeschluss. Überzeugt habe die Jury wohl, vermutet Schwarz, dass die Firma Nischenprodukte herstellt und sowohl Tradition als auch Innovation zu bieten hat, denn die Befa gibt es schon seit 25 Jahren. Doch auch ihre Rolle, eine Frau in einer Führungsposition einer Männerdomäne, mag Eindruck bei der Jury gemacht haben, so die Brandenburgerin. Die Betriebsleiterin liebt ihren Job: „Wir machen ein spannendes Produkt, nichts von der Stange, etwas Besonderes.“ Die 36-Jährige hat auch schon bei Thyssen Krupp, einer Wohnungsbaugesellschaft und einem Software-Unternehmen gearbeitet. „Ich hatte immer den großen Überblick über die Firma. Vielen Dinge laufen in Unternehmen gleich,“ berichtet sie.

4. und 5. September: Tag der offenen Tür

Die Befa feiert in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag. Dieses Jubiläum wird am vierten und fünften September gefeiert. Dabei werden Freitagnachmittags von 14 bis 19 Uhr und Samstagvormittags von 8 bis 14 Uhr die neuesten Innovationen der Holzlogistik präsentiert. Zudem werden Fahrzeuge vorgeführt und in ein buntes Rahmenprogramm eingebettet: Es wird ein Zelt mit Getränken und Barbecue geben.

Gegründet wurde die Firma Anfang 1990 in Lüdersburg/Jürgenstorf bei Lüneburg. Aufgrund des raschen Wachstums wurden bald die räumlichen Kapazitäten knapp, was die Verlegung des Betriebes nach Bad Belzig in Brandenburg zur Folge hatte. Hier bot sich die Möglichkeit, die LKW-Werkstatt des ehemaligen staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes zu erwerben. Ab Mai 1991 erfolgten umfangreiche Sanierungen und Investitionen. Heute hat der Betrieb eine Gesamtfläche von ca. 14.000 Quadratmeter.

Die offizielle Begründung für den Preis wird erst am sechsten November auf dem Schloss Neuhardenberg bekannt gegeben. Gewonnen hat das 30-Mann-Unternehmen einen Image-Film: Eine Produktionsfirma vor Ort filmte verschiedene Szenen im Betrieb. Das Endprodukt will Schwarz in Zukunft in den Social-Media-Kanälen präsentieren. Wer die Preisverleihung im November verfolgen möchte, kann dies sogar über Livestream tun.

Die Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren ist positiv, einige Kunden konnten hinzugewonnen werden. Die Neuproduktionen werden nach Ost- und Norddeutschland sowie Niedersachsen und Schleswig-Holstein verkauft. Ab September beginnt eine neue kaufmännische Auszubildende ihre Tätigkeit, doch die Mechatronik-Stelle konnte in diesem Jahr nicht besetzt werden, da es keinen passenden Bewerber gab. Momentan werden zwei junge Menschen in der Werkstatt ausgebildet.

Unternehmen vermietet auch Sattelanhänger

Die Produktionsstätte ist gleichzeitig auch ein Servicebetrieb. In der Werkstatt werden Nutzfahrzeuge repariert, die aus dem Umkreis von etwa 150 Kilometern kommen. Busse, Landmaschinen aller Art oder Krankenwagen setzt die Befa wieder instand. Zudem vermietet das Unternehmen Sattelanhänger für den Holztransport. Auch Gebrauchtwagen werden nach Osteuropa, manchmal auch nach Jordanien oder Saudi-Arabien verkauft.

Auch Weitblick für die Zukunft hat die Befa: Das Unternehmen möchte seine Produkte in den Recyclingbereich ausdehnen und sich damit noch ein bisschen breiter und flexibler aufzustellen. Zudem werde aktuell immer mehr verlangt, so Schwarz, dass Firmen leichter produzieren: Ein Aluminium-Sattelanhänger ist bereits in der Testphase. Die Firma unterstützt auch den Brandenburger Innovationspreis, betreut Bachelorarbeiten und beteiligt beim „Gremium für Schule und Wirtschaft, um dem entstehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Von Melanie Höhn

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