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In der Volksbühne fallen die Hüllen

Strip-Premiere in Michendorf In der Volksbühne fallen die Hüllen

Am 28. April ist im Michendorfer Theater Strip-Premiere. Die Volksbühne zeigt ein „Enthüllungsstück“, das in Theatern ganz Europas ein Renner wurde. Die Rede ist von der Kultkomödie „Ladies Night – Ganz oder gar nicht“, in der arbeitslose Stahlarbeiter Striptease anbieten wollen. Am Ende stellt sich auch in Michendorf die Frage: Ganz oder gar nicht?

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Ganz oder gar nicht? Vor der Frage stehen auch „Die Wilden Stiere“ von Michendorf – ab Freitag in der Volksbühne.

Quelle: Promo

Michendorf. Von der einst blühenden Stahlindustrie ist nicht mehr viel übrig geblieben. Allenfalls die Stahlträger der Stahlwerke blühen, wenn man aufplatzende Roststellen so beschreiben mag. Kein Zweifel: Es sind schlechte Zeiten für Stahlwerker – die Fabrik ist geschlossen, die Männer arbeitslos, die Frauen müssen das Geld verdienen und amüsieren sich am Feierabend auch noch bei einer Stripshow der „Chippendales“. Doch die joblosen Männer lassen sich nicht unterkriegen. Mit dem Mut der Verzweiflung beschließen sie: „Das können wir auch, wir werden Stripper und wir sind besser, denn wir zeigen alles!“

Das Michendorfer Theater erlebt am Freitag, 19.30 Uhr, eine Strip-Premiere. In der Volksbühne in der Potsdamer Straße 42 werden erstmals die Hüllen fallen – im neuen Stück „Ladies Night – Ganz oder gar nicht“. Die Kultkomödie der neuseeländischen Autoren Stephen Sinclair und Anthony McCarten spielt in einer englischen Industriestadt und avancierte nach der Uraufführung 1987 in Neuseeland dort zum erfolgreichsten Stück aller Zeiten. Die Geschichte von den arbeitslosen Stahlwerkern, die als „Die Wilden Stiere“ nackte Haut zeigen wollen, um über die Runden zu kommen, wurde in sechs Sprachen übersetzt, landete so auch in ganz Europa auf den Spielplänen und ist seither ein Renner in den Theatern.

In Michendorf führt Steffen Löser, einer der beiden Theater-Direktoren, Regie. Er hielt sich ans Original, macht es doch wenig Sinn, das Geschehen in einer englischen Industriestadt nach Michendorf zu verpflanzen. Seit vier Wochen wird am neuen Stück gearbeitet. „Am Donnerstag ist Generalprobe, die hoffentlich nicht so gut läuft, damit bei der Premiere alles klappt“, sagt der Regisseur und verspricht einen turbulenten Abend über „männschliche“ Schwächen, Geldnot, Freundschaft, Mut und Größenwahn. Die Choreographie übernahm Guido Markowitz, Ballettdirektor am Theater in Pforzheim. Die Ausnahme-Stripper, deren Körper Rettungsringe und Hühnerbrüste zieren, werden in Michendorf von Jens Ulrich Steffen, Volker Figge, Simon David Friedrich, Hartmut Kühne, Cyrus Rabahr, Andreas Schirra und Eric Neumann verkörpert. Am Ende stellt sich auch in der Volksbühne die Frage: Ganz oder gar nicht? Man wird sehen. Das Stück ist ab 16, Regisseur Steffen Löser aber beruhigt die Sittenwächter: „Wir machen keinen Porno, wir machen Kunst!“

„Ladies Night – Ganz oder gar nicht“ ist ab 28. April bis Ende Mai in der Volksbühne Michendorf, Potsdamer Straße 42, zu sehen. Karten gibt es unter 033205/26 81 88, im Internet unter www.volksbühnemichendorf.de, bei der Post in Michendorf sowie bei allen Vorverkaufsstellen mit Reservix.

Von Jens Steglich

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