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Individuelle Begleitung in Bad Belzig

Programm für langzeitarbeitslose Eltern Individuelle Begleitung in Bad Belzig

Langzeitarbeitslose erhalten in Potsdam-Mittelmark jetzt wieder eine individuelle Begleitung zur Vermittlung in Arbeitsplätze. Im Bad Belziger Jobcenter MAIA sind dazu über ein wieder aufgelegtes Förderprogramm zwei Integrationsbegleiterinnen tätig. Ein Schwerpunkt sind nun arbeitslose Eltern.

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Im Bad Belziger Jobcenter der MAIA sind Nicole Prüter (re.) und Anne Fehse als Integrationsbegleiterinnen tätig.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Nach fünf Monaten Pause geht es nun doch weiter mit der Integrationsbegleitung im Jobcenter MAIA. Langzeitarbeitslose erhalten in Potsdam-Mittelmark damit wieder eine individuelle Betreuung zur Vermittlung in Arbeitsplätze. Im Bad Belziger Jobcenter MAIA sind dazu über das wieder neu aufgelegte Förderprogramm Anne Fehse und Nicole Prüter als Integrationsbegleiterinnen tätig. Im Mittelpunkt stehen nun Arbeitslose mit Kindern. Für die Region um den MAIA-Standort in Werder an der Havel bringt die zweite Auflage des bereits von 2012 bis Januar 2015 erfolgten Integrationsprojektes indes vorerst eine Verschlechterung. Denn das Brandenburgische Arbeitsministerium hat zwei der bislang vier Stellen nicht mehr bewilligt.

Bernd Schade leitet das Jobcenter MAIA

Bernd Schade leitet das Jobcenter MAIA.

Quelle: Thomas Wachs

„Wir hoffen aber, dass dies noch erfolgen wird“, sagte Bernd Schade am Donnerstag gegenüber der MAZ. Der Leiter des Jobcenters der MAIA verweist auf gute Erfolge aus der ersten Runde des Projektes. „Da waren wir extrem erfolgreich. 45 Prozent der Teilnehmer wurden in einen Job am ersten Arbeitsmarkt vermittelt“, so Schade. Anderswo habe diese Quote bei weniger als 20 Prozent gelegen. Nicht alle Stellen wurden jedoch langfristig vermittelt. Immerhin 23 Prozent der Teilnehmer waren auch nach sieben Monat noch beschäftigt. „Auch das ist im Vergleich ein guter Erfolg“, so Schade. Das Erfolgsrezept sieht er einerseits in der intensiven Betreuung eines nur sehr kleinen Kreises von Klienten. Die beiden Arbeitsmarktexpertinnen werden nun jeweils 25 Arbeitslose betreuen, haben deshalb viel Zeit für jeden und können sehr flexibel auf den individuellen Bedarf reagieren.

Intensive Betreuung führt zum Ziel

Zum Vergleich: Außerhalb des Projektes betreut im Jobcenter MAIA ansonsten derzeit ein persönlicher Ansprechpartner durchschnittlich 220 Leistungsberechtigte. „Vor allem bei Familien ist es gut, wenn wir uns bis zu zweimal im Monat sehen können“, sagte Begleiterin Anne Fehse. Sie will Eltern und Alleinerziehenden vor allem „Hilfe zur Selbsthilfe“ bieten. Eng zusammengearbeitet werden soll dabei nun mit Sozialarbeitern und Familienzentren. „Sie sind nah dran an den Problemen“, sagte Bernd Schade. „Unsere Integrationsbegleiterinnen können dort Kontakte knüpfen und im Gegenzug auch Beratungsangebote der Familienzentren vermitteln“, so der MAIA-Chef.

Erfolgreiche erste Runde

Die Integrationsbegleitung am MAIA-Standort Bad Belzig wird durch das brandenburgische Arbeitsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds mit insgesamt 395 000 Euro gefördert. Das neue Programm läuft bis 31. Januar 2018.

Neu ist im wieder gestarteten Integrationsprogramm die Ausrichtung auf Langzeitarbeitslose mit Kindern. In Zusammenarbeit mit Familienzentren werden Angebote zur Stärkung des familiären Zusammenlebens und zur Unterstützung bei der Betreuung und Erziehung von Kindern entwickelt.

Verbessert wurde zudem der Betreuungsschlüssel. Statt 50 Klienten pro Begleiter im ersten Durchgang kümmert sich ein MAIA-Mitarbeiter jetzt nur noch um 25 Arbeitslose im Programm.

In der ersten Runde von Dezember 2012 bis zum März 2015 hatte das Jobcenter MAIA vier Integrationsbegleiter zur Verfügung. Sie kümmerten sich im Jobcenter erfolgreich um insgesamt 456 Langzeitarbeitslose. Von denen haben 207 und damit 45 Prozent einen Job am ersten Arbeitsmarkt gefunden.

Übererfüllt wurde auch das Ziel des Programms, nachhaltige Integrationen zu fördern: 104 der Teilnehmer (23 Prozent) die eine Arbeit aufgenommen hatten, waren nach sieben Monaten noch beschäftigt. Die Zielvorgabe lag bei 66 nachhaltigen Vermittlungen.

Zum guten Vermittlungserfolg beigetragen habe andererseits auch die direkte Ansiedlung des Projektes bei der MAIA und nicht bei einem externen Träger.

Direkter Kontakt zahlt sich aus

Somit könnten im direkten Kontakt der Mitarbeiter Ressourcen des Jobcenters, wie der Arbeitgeberservice, unkompliziert genutzt werden, sagte Bernd Schade. Er sieht auf dem Arbeitsmarkt in Potsdam-Mittelmark und speziell auch in der Region um Bad Belzig allgemein eine gute Aufnahmefähigkeit auch für Langzeitarbeitslose, die nach einer Berufsausbildung Kinder bekommen haben und nun wieder in ihren jeweiligen Berufen an den Arbeitsmarkt herangeführt werden können. „Manchmal ist dafür einfach nur ausreichend Zeit nötig, um Bewerber mit dem richtigen Arbeitgeber zusammenzubringen“, so Schade. Anne Fehse hält zudem eine Betreuung nach der Vermittlung für wichtig. „Im Kontakt mit den Arbeitgebern können Wege gefunden werden, um einen Abbruch der Tätigkeit zu verhindern“, so die Begleiterin. Dabei hätten sich vielfach bereits „Muttischichten“ bewährt. Sie helfen Alleinerziehenden, Kinderbetreuung und Job unter einen Hut zu bringen.

Von Thomas Wachs

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