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Industrie-Brache soll verschwinden

Neues Ortszentrum in Michendorf Industrie-Brache soll verschwinden

Über eine bessere Zukunft für das ehemalige Teltomat-Gelände in Michendorf ist mehr als 20 Jahre ergebnislos debattiert und gestritten worden. Jetzt gibt es klare Signale vom Areal-Eigentümer, der Papenburg AG, die Industriebrache nun doch zu entwickeln. Die alte Vision von einem Ortszentrum für Michendorf soll eine neue Chance bekommen.

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Der lange geforderte Abriss ist im Gange: Von den alten Bauten stehen nur noch Reste.
 

Quelle: J. Steglich

Michendorf.  Es ist eine Nachricht, an die zwischenzeitlich kaum noch einer geglaubt hat. Die Papenburg AG will das frühere Teltomat-Gelände in Michendorf entwickeln. Die Industriebrache im Herzen des Ortes soll verschwinden und Platz machen für Neues. Entsprechende Signale sind jetzt im Michendorfer Rathaus eingegangen, wie Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) bestätigte. Bauunternehmer Günter Papenburg war jüngst persönlich in Michendorf. Hauptbotschaft eines einstündigen Gesprächs:  Die Gemeinde soll ihre Ideen vorbringen, welche Nutzungen sie sich auf dem Gelände vorstellen kann. Danach soll ein Bebauungsplan erarbeitet werden. Der Bürgermeister hat inzwischen die Fraktionschefs darüber informiert. Ein Papier mit den Vorstellungen der Kommune soll laut Mirbach im Laufe dieses Jahres erarbeitet werden, um dann mit der Papenburg AG die Realisierungsmöglichkeiten auszuloten. Auch die Einwohner sollen über ein Bürgerforum an der Ideen-Sammlung beteiligt werden, kündigte er an.

„Die jetzt gesetzten Signale sind ein Anfang“, sagte Mirbach der MAZ. Er werde sich dafür einsetzen, „dass dieser Anfang ein gutes Ende nimmt und auf dem Gelände wirklich etwas Neues entsteht“. Sollte auf der Brache nach mehr als 20 Jahren Stillstand doch noch die Vision vom neuen Ortszentrum umgesetzt werden, wäre das für Michendorf eine kleine Sensation. Die Skepsis, dass dies wirklich passiert, sitzt noch tief. Die jetzige Ankündigung hat allerdings eine neue Qualität, weil sie erstmals mit Taten verbunden ist. Eine alte Forderung der Kommune wird bereits erfüllt. Auf dem Gelände laufen die Abrissarbeiten. Von den morschen Altbauten steht fast nichts mehr. Die Papenburg AG soll zudem Grundstücke am Rande des Geländes hinzugekauft haben.

Teltomat-Gelände

Das ehemalige Teltomat-Gelände liegt zwischen Bahn-, Post- und Potsdamer Straße im Zentrum Michendorfs.

Zum Gewerbeareal wurde es ab 1914, als sich dort die Firma Dübener ansiedelte. Der Name Teltomat kam 1970 ins Spiel.

Damals übernahm das Teltower Werk für Straßen- und Baumaschinen – „Teltomat“ – die Regie übers Gelände.

Nach der Wende verfiel das Gelände ungenutzt. Eigentümer ist seit den 1990er Jahren die Papenburg AG.

Die Brache ist seit den 1990er Jahren auch Kern des Michendorfer Sanierungsgebietes, für das Städtebaufördermittel einsetzbar sind. Weil inzwischen zu viel Zeit vergangen ist, sind große Summen aus dem Förderprogramm aber nicht mehr zu erwarten.

Beim Treffen mit den Fraktionschefs ist bereits über erste Nutzungsvorschläge beraten worden. Priorität habe eine „barrierefreie Wohnbebauung“, sagte Mirbach. Neue Wohnhäuser sollen dem ortsüblichen Charakter entsprechen. „Ein derart verdichtetes Wohngebiet wie am Potsdamer Bahnhof wollen wir nicht.“ Er sieht den alten, nie vollendeten B-Plan fürs Teltomat-Areal als weitere Grundlage für einen neuen Plan. Die darin skizzierte Idee von einem Marktplatz im Ortszentrum bleibe aktuell. Der Bürgermeister bringt ein Ärztehaus ins Spiel, Papenburg kann sich ein Rathaus am Platz vorstellen, das von der Kommune gemietet werden könnte.

Laut Mirbach hat ein Drogerie-Markt bereits Interesse an einer Ansiedlung angemeldet. Das ursprüngliche Konzept eines „kleinteiligen Einzelhandels“ hält er aber für nicht mehr zeitgemäß und verweist auf zunehmendes Online-Shopping und auf die vorhandenen Geschäfte im Ort. Einig sei man sich in den Fraktionen, dass das Gelände nicht isoliert von seinem Umfeld betrachtet werden dürfe, um Leerstand an anderer Stelle zu vermeiden. Weil das Gelände im Sanierungsgebiet liegt, will sich die Gemeinde um Städtebaufördermittel fürs Projekt bemühen. „Es gibt noch Restmittel. Wir sind hier in Gesprächen“, sagte Mirbach

Von Jens Steglich

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