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Initiative aus Mittelmark feiert Jubiläum

Hilfsaktion für Litauen Initiative aus Mittelmark feiert Jubiläum

Die Hilfe für Litauen bleibt, die Transporte aber sind Geschichte: Die Aktion aus dem evangelischen Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg feiert mit einem Festakt ihr 25-jähriges Bestehen. Fortan soll es nur noch Geld- statt Sachspenden in Richtung Vilnius geben.

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Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt (SPD, Mitte) dankte Hellmut Engelke, Jürgen Lorenz, Andreas Kuhnert und Olaf Haseloff (v. l.) für ihr Engagement

Quelle: Christine Lummert

Lehnin. „Alles hat seine Zeit“, sagte Alt-Superintendent Jürgen Lorenz in seinem Grußwort zu den zahlreichen Helfern, die sich im Saal des Altenhilfezentrums in Lehnin versammelt hatten. Die kleine Dank- und Festveranstaltung markierte das Ende der über 25 Jahre laufenden Hilfstransporte aus dem evangelischen Kirchenkreis Lehnin-Belzig nach Litauen.

„Unsere Unterstützung wird jetzt aber nicht abreißen, sondern nur einen anderen Akzent erhalten, denn schließlich werden wir alle nicht jünger und die Spendenpakete verladen sich nicht von selbst“, erklärte Lorenz. Anstelle der Sachspenden sollen jetzt vor allem Geldspenden stehen, die vor Ort Projekte in der Altenhilfe, Suppenküchen und vieles mehr unterstützen sollen. „Denn inzwischen kann auch in Litauen für Geld alles gekauft werden, was nötig ist“, versicherte Lorenz.

Nach dem Ende der Sowjetherrschaft

Als die von Andreas Kuhnert initiierte Hilfsaktion im Jahr 1992 startete, war daran noch nicht zu denken. Es fehlte an vielem und die evangelisch-lutherische Gemeinde in Vilnius, die nach dem Ende der Sowjetherrschaft das diakonische Werk Sandora aufbaute, um die Menschen vor Ort zu unterstützen, brauchte die Anschubhilfe aus Deutschland.

Im Laufe der Jahre packten hunderte Menschen aus der Region der heutigen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg viele tausend Pakete mit lebenswichtigen Dingen. „Wir haben zum Beispiel in den ersten Jahren sechs komplette Zahnarzteinrichtungen auf den Weg schicken können“, berichtete Kuhnert. Vom Krankenbett bis zum Teddybär ging vieles auf Reisen. „Die Spender sind so lange dabeigeblieben, weil wir ihnen genau sagen konnten, wo ihre Pakete ankommen. Im Laufe der Zeit haben sich viele Freundschaften zwischen Gebern und Empfängern entwickelt“, versicherte Maria Lorenz, die zusammen mit ihrem Mann zahlreiche Transporte begleitete.

Alle sechs Monate ein Transport

Alle sechs Monate startete ein mit Hilfsgütern vollgeladener Laster vom Hof der Spedition Haseloff in Emstal zuerst nach Vilnius und später auch nach Klaipeda. Olaf Haseloff war einer der wichtigen Partner, der dazu beitrug, dass tausende Pakete mit Textilien, Lebensmitteln, medizinischem Gerät, Hygieneprodukten und Spielzeug regelmäßig ihre dankbaren Empfänger erreichten.

Hellmut Engelke begleitete 27 Transporte und half in den Anfangsjahren der Aktion dabei, die Transporte mit Geduld und Gelassenheit über die Grenzen auf dem über 1000 Kilometer weiten Landweg zu dirigieren. Die Beteiligten konnten einige Geschichten erzählen. Viele der eingeladenen Helfer von den Rückenschmerzen, unter denen sie die Pakete auf dem Speditionshof in den LKW verluden. Andreas Kunert, Olaf Haseloff, Jürgen Lorenz und Helmut Engelke von den Zuständen in Litauen, die sich im Laufe der Jahre stetig verbesserten.

Thomas Wisch, der Superintendent des Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg, Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner und die SPD-Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt konnten über so viel tatkräftiges und vor allem langanhaltendes Engagement nur staunen und den zahlreichen Helfern noch einmal Danke sagen.

Von Christine Lummert

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