Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Initiative für Fairen Handel im Fläming

Nachgefragt bei Marie Kolinsky Initiative für Fairen Handel im Fläming

Sie habe nicht länger für das Leid anderer Menschen mitverantwortlich sein wollen, sagt Marie Kolinsky. Mit ihrer neu gegründeten Initiative setzt sich die Hagelbergerin daher dafür ein, dass in Bad Belzig und Umgebung bald mehr fair gehandelte Produkte erhältlich sind. Mit der MAZ sprach die 37-Jährige darüber, welche Schritte sie als nächstes plant.

Bad Belzig 52.1427265 12.5951797
Google Map of 52.1427265,12.5951797
Bad Belzig Mehr Infos
Nächster Artikel
Treuenbrietzen: Film arbeitet Kriegsschatten auf

Marie Kolinsky.

Quelle: Josephine Mühln

Bad Belzig. Die Hagelbergerin Marie Kolinsky hat eine Initiative für Fairen Handel gegründet. In der MAZ spricht die 37-Jährige über ihre Motivation, die größten Hürden bei der Umsetzung des Projekts und welche Schritte sie als nächstes plant.

Frau Kolinsky, worum geht es beim Fairen Handel?

Marie Kolinsky: Es geht vor allem um respektvollen Umgang miteinander, faire Entlohnung für gute Arbeit und um die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, die viele unserer Lieblingsprodukte in wertvoller Handarbeit herstellen oder die Rohstoffe dafür liefern. Bei allen Handelsbeziehungen sollte fair gehandelt werden, hier vor Ort genauso wie in unseren internationalen Beziehungen.

Wo stehen Bad Belzig und der Fläming, wenn es um fair gehandelte Produkte geht?

Kolinsky : Es gibt hier leider nur sehr wenige fair gehandelte Produkte zu kaufen. Ein gutes Beispiel ist der Hofladen in Lübnitz, aber da kommen nicht alle Belziger hin. Einzelne Supermärkte und Discounter haben eine kleine Auswahl, im Seecafé kann man auf Wunsch fair gehandelten Kaffee bekommen. Ansonsten muss man schon nach Potsdam oder Berlin fahren.

Ist aufgrund dieses begrenzten Angebots die Idee für Ihre Initiative entstanden?

Kolinsky : Das war ein stetiger Prozess. Mir ist bewusst geworden, dass das, was ich konsumiere, große Auswirkungen hat. Ich wollte nicht länger für das Leid anderer Menschen mitverantwortlich sein und habe mich mit Zusammenhängen beschäftigt. Wir hängen mit so vielen Menschen auf der ganzen Welt zusammen – beispielsweise schon allein durch den Konsum von Kaffee oder Tee zum Frühstück..

Wie weit ist die Umsetzung der Initiative vorangeschritten?

Kolinsky : Wir haben eine sehr schöne Aktion mit fair gehandelten Rosen zum Internationalen Frauentag gemacht und viel Resonanz aus der Bevölkerung und von verschiedenen Initiativen bekommen. Das war ein guter Start.

Und wie soll’s nun weitergehen?

Kolinsky : Die Vernetzung ist ein wichtiger Schritt. Menschen zusammen zu bringen, die Interesse daran haben, dass es mehr fair gehandelte Produkte im Fläming zu kaufen gibt. Und unser Bewusstsein für die globalen Zusammenhänge zu stärken. Ich möchte Cafés und Einzelhändler gewinnen, fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade, Obst und Textilien in ihr Sortiment aufzunehmen und sie mit der Erweiterung ihrer Produktpalette auch wirtschaftlich stärken.

Wo liegen die größten Schwierigkeiten in der Umsetzung Ihrer Vorhaben?

Kolinsky : Verbraucher denken oft, dass fair gehandelte Produkte sehr viel teurer sind. Bei manchen Produkten ist das sicherlich auch so. Ich finde aber, dass es viele fair gehandelte Produkte gibt, die im Preis sehr ähnlich den herkömmlichen Produkten sind. Die Einnahmen werden lediglich anders verteilt, so dass es den Familien, die zum Beispiel den Kakao anbauen trotzdem besser geht. Für die Einzelhändler bedeutet es eine Umstellung in ihren Beschaffungswegen, bei der ich aber auch mit der Initiative gerne behilflich bin.

Wie könnte diese Hilfe für Einzelhändler und Verbraucher aussehen?

Kolinsky : Ich stehe in Kontakt mit der Volkshochschule und würde gerne Einführungskurse zum Thema „Fairer Handel“ anbieten. Auch andere Veranstaltungen – wie zum Beispiel ein Faires Frühstück, um Hintergründe und Produkte kennenzu lernen – sind geplant. Außerdem entwickle ich Projekttage für Schulen, die ich im Rahmen der Brandenburger Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationstage – kurz: Brebit – ab Herbst anbieten werde.

Wie können Verbraucher im Alltag schon mal selbst aktiv werden?

Kolinsky : Indem sie beispielsweise in ihre Firma fair gehandelten Kaffee mitbringen oder für den Verein fair gehandelte Fußbälle besorgen. Sie erkennen die Produkte am Faitrade-Siegel oder an Herstellernamen wie GEPA und ElPuente, die zu 100 Prozent für Fairen Handel stehen. Oder auch mal bei den eigenen Lieblingsfirmen anfragen, wie es um faire Arbeitsbedingungen bestellt ist. Und sich selbst fragen: Was hindert mich eigentlich wirklich daran, faire Produkte zu kaufen und wie kann ich diese Hürde überwinden?

Von Josephine Mühln

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg