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Potsdam-Mittelmark Inselschüler sammeln Müll
Lokales Potsdam-Mittelmark Inselschüler sammeln Müll
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00:26 23.03.2018
Auf einem Stück freiem Feld in Töplitz fanden die Inselschüler einen verrosteten Spaten. Quelle: Luise Fröhlich
Töplitz

Die Inselschüler machen Töplitz fit für den Frühling. In einer zweitägigen Umweltaktion der Schule sammeln alle Klassen seit Montag den Müll von den Straßen und lernen dabei, was zum Restmüll und was zum Plastikabfall gehört. Initiiert hat die Aktion die Töplitzerin Martha Goldmann, die selbst Mutter einer Fünftklässlerin ist. Die 33-Jährige holt derzeit ihr Abitur an der Kleist-Schule in Potsdam nach und behandelte im Englisch-Unterricht das Thema Umwelt. „Wir haben von einer Kampagne der Britin Rebecca Hosking erfahren, die alle Händler in ihrer Heimatstadt Modbury davon überzeugen konnte, anstatt Plastiktüten nur noch Stoffbeutel anzubieten. Das hat mich sehr inspiriert“, erzählt Martha Goldmann. Sie und ihre Familie leben selbst sehr plastikbewusst, das heißt, sie verzichten auf den Kunststoff, wann immer es geht.

Auf der Gassi-Runde mit ihren beiden Hunden fielen der gebürtigen Berlinerin immer wieder Unmengen an Müll auf, der einfach herumlag, obwohl nicht weit entfernt Mülleimer standen. Hundekot sei beispielsweise zwar in Tüten aufgefangen worden, die dann aber einfach im Gras landeten. „Ich habe auch leere Käseverpackungen gesehen“, berichtet Martha Goldmann. Mit dem Wunsch, einen Teil zum bewussteren Umgang mit der Umwelt zu leisten, trat sie an die stellvertretende Leiterin der Inselschule in Töplitz heran. Das Interesse sei gleich sehr groß gewesen, erzählt sie. Also machten sich die ersten Klassen am Montag während des zweiten Unterrichtsblocks mit gelben und blauen Müllsäcken bewaffnet auf den Weg. „Wir haben den Schülern vorher die wichtigsten Regeln der Mülltrennung erklärt, aber sie können auch fragen, wenn sie sich unsicher sind“, erklärte Klassenlehrerin Angelika Mallon.

Gelbe Säcke reißen schnell auf

Die Schüler staunten nicht schlecht, was sie alles im Gras und am Straßenrand rund um die Feuerwehr, das Bürgerhaus oder die Drachenwiese fanden. Von Batterien über Rasierklingen bis hin zu Flaschen mit verschimmeltem Inhalt oder Wellplatten trugen die Schüler allerhand achtlos Weggeworfenes zu den Schul-Containern. Eine Töplitzerin traf am Bürgerclub auf die Kinder und lobte die Aktion: „Ich finde, man darf seinen Müll nicht einfach fallen lassen“, sagte die Dame, nachdem Martha Goldmann ihr von den vielen Tüten erzählt hat, die die Schüler schon aus den Wäldern und vom Ufer der Havel weggetragen haben. Neben etlichen Süßigkeitentüten sammelten zwei Mädchen an der ehemaligen unbewohnten Oberschule am Dorfplatz zum Beispiel große Styropor-Teile auf.

Vincent stieß in einem kleinen Waldstück auf eine alte eingestürzte Hütte, von der jede Menge Wellblech herunterhing. Einige Teile lagen im Boden und waren bereits von Moos bewachsen. „Die ist mit Glasfaser verstärkt – kommt sie trotzdem in den Plastikmüll?“, fragte er. „Das gehört eigentlich zu Bauschutt“, sagte Angelika Mallon. Für solche Funde waren die Kinder aber nicht ausgerüstet, weshalb Vincent das Blech den restlichen Weg mit den Händen trug. Je länger der Weg zurück zur Schule wurde, um so mehr zeigte sich die Schwäche der dünnen Gelben Säcke. „Das ist natürlich auch ein Problem. Wenn man sie abends zur Abholung raus stellt, reißen sie oft oder Vögel hacken sie auf, um an den Inhalt zu kommen. Dann verteilt sich der Müll auch wieder in der Umwelt“, sagte Martha Goldmann. Die Inselschüler achteten jedenfalls darauf, dass die Löcher in den Säcken nicht zu groß wurden und schafften ihren Müll auf einen Haufen. In der letzten Unterrichtsstunde werteten sie die Aktion mit Angelika Mallon aus.

Im Alltag auf Plastik verzichten

Martha Goldmann würde sich freuen, wenn die Aktion zur Tradition werden würde. „Wenn man bedenkt, dass Plastik 400 bis 1000 Jahre benötigt, um abgebaut zu sein, ist es notwendig, diesen Müll von unseren Wiesen zu holen“, erklärte sie. Im Alltag achte sie darauf, wenn möglich kein Obst oder Gemüse in Tüten zu kaufen, dem Bäcker einen Stoffbeutel für die Brötchen in die Hand zu geben und beim Einkaufen immer einen wiederverwendbaren Beutel dabei zu haben.

Aktion aus England brachte Inspiration

Die Reporterin Rebecca Hosking hat für den britischen Sender BBC eine Reportage über das Leben im Pazifik gedreht. Dabei bemerkte sie, wie immens die Auswirkungen von Plastikmüll auf die Umwelt sind. Sie sah hunderte sterbender Albatrosse am Strand sowie Wale, Robben und Schildkröten.

Mit diesen Bildern im Kopf kehrte sie zurück in ihre Heimatstadt Modbury. In weniger als einem Monat überzeugte sie dort alle 43 Ladeninhaber davon, auf Plastiktüten zu verzichten. Greenpeace lobte diese Aktion und erklärte, dass Hosking die Sichtweise der Nation verändert hätte.

Von Luise Fröhlich

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