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Integrationsbeirat will besser vernetzen

Flüchtlinge in Potsdam-Mittelmark Integrationsbeirat will besser vernetzen

Die Brückerin Mónica Vásquez ist seit anderthalb Jahren Vorsitzende des Integrationsbeirats Potsdam-Mittelmark. Im Gespräch mit der MAZ spricht sie über die veränderten Rahmenbedingungen ihrer Arbeit, bisherige Erfolge und auch darüber, an welchen Stellen es noch Nachholbedarf bei der Zusammenarbeit gibt.

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Mónica Vásquez.

Quelle: Andreas Koska

Brück. Seit eineinhalb Jahren leitet Mónica Vásquez aus Brück den Integrationsbeirat in Potsdam-Mittelmark.


MAZ:
Frau Vásquez, welche Vorstellungen hatten Sie, als Sie den Vorsitz übernommen haben?

Mónica Vásquez : Für mich stand die Teilnahme am politischen Leben im Vordergrund – in der Gemeinde, im Landkreis und auf nationaler Ebene. Als Kolumbianerin darf ich zwar Steuern zahlen, aber obwohl ich seit 13 Jahren hier lebe, darf ich nicht wählen. Also kann ich auf keiner Ebene mit entscheiden.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Vásquez : Ich wollte für das Volksbegehren gegen Massentierhaltung unterschreiben und durfte es nicht. Dabei bin ich von dieser Frage doch genauso betroffen, wie alle anderen Bewohner hier auf dem Land. So wie mir geht es vielen Migranten, die nicht aus einem Land der Europäischen Union stammen.

Was konnten Sie in Ihrer Funktion als Beiratsvorsitzende bisher erreichen?

Vásquez : Gar nichts. Leider handelt es sich hierbei nicht um ein kommunales, sondern ein bundesweites Thema – das eigentlich auch auf dieser Ebene diskutiert werden muss. Dazu kommt, dass diese Problematik im Moment stark in den Hintergrund getreten ist. Die Arbeit des Integrationsbeirats fokussiert sich inzwischen vor allem auf die Flüchtlinge und deren Integration.

Wie kann man sich diese Arbeit vorstellen?

Vásquez : Wir treffen uns einmal im Monat, oft in den jeweiligen Heimen. Wir nehmen Kontakt mit den Sozialarbeitern vor Ort auf und beraten die aktuelle Lage. Außerdem suchen wir uns Unterstützung von der Verwaltung. Wir hatten schon gemeinsame Beratungen mit Herrn Hallex, dem Leiter der Ausländerbehörde und Herrn Schulz, dem Leiter des Sozialfachbereichs.

Wie funktioniert die Verständigung mit den Heimbewohnern?

Vásquez : Die neun Mitglieder des Beirats beherrschen acht Sprachen und so können wir uns gut mit den Neuankömmlingen verständigen und erfahren schnell, wo der Schuh drückt.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung beim Thema Flüchtlinge?

Vásquez : Unser direktester Draht in die Verwaltung ist Theresa Arens, die Integrationsbeauftragte. Mit ihr klappt die Zusammenarbeit wirklich gut. Allerdings gibt es insbesondere beim Thema Flüchtlinge bei allen Beteiligten immer wieder Informationslücken.

Wie versuchen Sie, diese zu schließen?

Vásquez : Das meiste erfahren auch wir aus der Zeitung. Auch durch die direkten Kontakte zu den geflüchteten Menschen bekommen wir viel mit. Und weil wir in den Willkommens-Initiativen unserer jeweiligen Wohnorte mitarbeiten. In Brück konnten wir zum Beispiel bei einem Konflikt zwischen zwei Gruppen vermitteln. Inzwischen gibt es dort einen Heimbeirat – ein Erfolg.

Und wo gibt es Ihrer Meinung nach noch Nachholbedarf?

Vásquez : Ich könnte mir eine noch engere Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung vorstellen. Der Landkreis leistet sich den Beirat, dann sollte er unsere Kompetenzen auch abrufen. Aber wir arbeiten ehrenamtlich und können das nur anbieten.

Außerdem?

Vásquez : Es kursieren derzeit viele Falschinformationen und bösartige Gerüchte über die geflüchteten Menschen. Das vergiftet die Atmosphäre und zerstört das gegenseitige Vertrauen. Hier wäre eine Initiative der Parteien und der Verwaltung nötig. Es fehlt schlicht an korrekten Informationen und an der Richtigstellung der Gerüchte. Leider ist da bis heute immer noch nicht genug passiert.

Wie kommt der Beirat bei den Migranten an?

Vásquez : Die Rückmeldungen, die ich bekomme, sind positiv. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass wir bei den Menschen mit ausländischen Wurzeln noch nicht so bekannt sind. Da müssen wir noch mehr Öffentlichkeitsarbeit leisten. Unser Ziel bleibt, die Belange dieses Teils der Bevölkerung zu vertreten, die hier lebenden Migranten besser miteinander zu vernetzen und die Integration der neu zuziehenden Menschen in die deutsche Gesellschaft zu unterstützen.

Von Andreas Koska

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