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Potsdam-Mittelmark Intensivpflege verschafft Atemluft
Lokales Potsdam-Mittelmark Intensivpflege verschafft Atemluft
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16:45 23.09.2016
Martina Burkhart (l.) und Mandy Rogel bieten Angehörigen von Patienten, die künstlich beatmet werden müssen, Hilfe an. Quelle: HEinz Helwig
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Stahnsdorf

Einen Intensivpflegedienst für Patienten, die zuhause künstlich beatmet werden müssen, bauen Martina Burkhart aus Stahnsdorf und Mandy Rogel aus Güterfelde derzeit in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) auf. Ihr Ziel ist es, diesen Menschen zu helfen, wieder ohne technische Hilfe Luft holen zu können, und die Angehörigen in der häuslichen Pflege zu beraten und zu entlasten. „Viele sind mit der häuslichen Pflege überfordert. Oft haben sie berufliche Verpflichtungen, die es ihnen nicht erlauben, den Betroffenen rund um die Uhr zu betreuen. Für diesen Fall bieten wir unsere Unterstützung an“, sagen die beiden Pflegeexpertinnen.

Lunge, Herz und Nieren bilden eine Einheit. Fällt eines dieser Organe aus, wirkt sich das auf die anderen Systeme im menschlichen Körper aus, erklären die examierten Pflegekräfte. Blutgerinsel, Schlaganfall, chronische Lungenerkrankungen oder ein Wachkoma können die Folge sein und dazu führen, dass jemand auch nach dem Krankenhausaufenthalt weiterhin zusätzliche Atemhilfe braucht. Ob er sie annimmt, entscheidet jeder Patient für sich selbst. Bevor Burkhart und Rogel ihn in ihren Pflegedienst „Atemzug“ aufnehmen, sehen sie ihn sich im Krankenhaus an und sprechen mit Ärzten, Sozialarbeitern und Angehörigen. Anschließend begutachten sie die häuslichen Verhältnisse, inwieweit diese die notwendigen Voraussetzungen für eine Rundumbetreuung mitunter bis zu 24 Stunden mitbringen.

Burkart und Rogel beraten mit ihrem Team die Angehörigen, leiten sie zur häuslichen Beatmungspflege an und erarbeiten mit ihnen ein Konzept über Vorlieben, Gewohnheiten und erforderliche Therapien des Patienten, um sich ein genaues Bild von dessen Lebensumständen zu verschaffen. Ein jeweils fünfköpfiges Team aus examiniertem Pflegepersonal arbeitet sich speziell auf die Betreuung des betreffenden Patienten ein. „Jeder Mitarbeiter dieses Teams wird dabei auf den selben Kenntnisstand gebracht, um sich bei Bedarf gegenseitig vertreten zu können“, erläutert Burkart. Sie und ihre Pflegeexpertin für die außerklinische Beatmung Rogel empfangen den Patienten in ihrem Intensivpflegedienst immer selbst und übernehmen auch den ersten Dienst. „Die Angehörigen sollen schon ihren Verwandten oder Bekannten – wenn auch nur stundenweise – pflegen. Nur wenn es absolut nicht geht, steigen wir komplett ein.“

Für die Neuaufnahme eines Patienten benötigen Martina Burkhart und Mandy Rogel einen Vorlauf von sechs bis acht Wochen, bis das Team steht. Aus emotionalen Gründen übernehmen sie keine Kinder unter 16 Jahren. Doch manchmal erfordern auch Erwachsene die ganze innere Stärke des Teams. Beispielsweise dann, wenn sie in ihren Patientenverfügungen eine künstliche Beatmung ablehnen. Dann kann der Intensivpflegedienst „Atemzug“ nur ein Palliativ-Team aus Potsdam um Unterstützung bitten, den Patienten noch schmerzlindernd zu begleiten.

Medizinische Dienst überprüft Pflege

Die Intensivpflege „Atemzug“ in Stahnsdorf beschäftigt acht Mitarbeiter und sucht noch weitere examinierte Fachkräfte. Betreut werden derzeit Patienten in Potsdam und in Teltow.

Einmal im Jahr überprüft der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) die Qualität des Pflegedienstes.

Die Gesamtkosten für die Intensivpflege eines Patienten beginnen je nach Schwere des Falles bei rund 20 000 Euro im Monat.

Nach der Langzeitbeatmung, die länger als 21 Tage dauert, muss der Betroffene entwöhnt werden. Die Atemhilfsmuskulatur muss aufgebaut werden.


Angst vor Atemnot ist eine große Schwelle.

Von Heinz Helwig

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