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Internationale Schule investiert und wächst

Kleinmachnow Internationale Schule investiert und wächst

Die Berlin Brandenburg International School (BBIS) mit Sitz auf dem Kleinmachnower Seeberg will weiter in den Standort investieren. So soll es bald ein richtiges Empfangsgebäude geben, das den blauen Container ersetzt. Außerdem sollen weitere Bestandsgebäude saniert werden – vielleicht wird sogar ein Schwimmbad gebaut.

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Burkhard Dolata, Geschäftsführer der BBIS, ist erleichtert, dass das Provisorium am Eingang zur Schule bald ersetzt werden kann.

Quelle: Kobel-Höller

Kleinmachnow. Im neuen Anlauf scheint sich nun doch eine Einigung bei der Frage um das geplante Pförtnerhaus der Berlin Brandenburg International School (BBIS) in Kleinmachnow abzuzeichnen. Aktuell sind Rezeptionisten und Sicherheitsmitarbeiter in einem hellblau gestrichenen Container im Eingangsbereich der Schule untergebracht – eine Situation, die geändert werden soll. Etwas oberhalb des neuen Kreisverkehrs soll daher ein zweistöckiges Empfangsgebäude errichtet werden, in dem mehrere Mitarbeiter für Rezeption, Telefon und Security, aber auch unter anderem die Brandmeldetechnik sowie arbeitsrechtlich vorgeschriebene Aufenthalts- und Pausenräume Platz finden. „Es handelt sich dabei um ein sachgerechtes Empfangsgebäude“, erklärt Burkhard Dolata, Geschäftsführer der BBIS, der darauf verweist, dass es immerhin darum ginge, 60 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche der Schule zu betreuen.

Bereits vor rund einem Jahr hatte sich die Schule darum bemüht, Baurecht für das Gebäude zu beantragen, war jedoch direkt im Bauausschuss mit zehn Nein-Stimmen gescheitert. Kritisiert wurde dabei, dass der Entwurf „an eine martialische Grenzanlage erinnern“ würde und man eine solche in Kleinmachnow nicht mehr wünsche. Die BBIS änderte die Entwürfe, führte Gespräche, lieferte Unterlagen nach und wagt nun aktuell einen zweiten Versuch.

Der Bauausschuss zeigte sich versöhnlich und stimmte geschlossen für eine Empfehlung. Im Hauptausschuss übte dann erwartungsgemäß Roland Templin (BIK) Kritik: Dass ein provisorisches Gebäude in ein festes umgewandelte werde, sei ja in Ordnung, erklärte er. Warum es aber gleich ein zweistöckiges sein müsse, erschließe sich ihm nicht. „Ich sehe nicht ein, warum wir diesem Wunsch nachkommen sollen, ich halte das für zu groß“, sagte Templin, der für ein einstöckiges Pförtnerhaus eintrat.

Angelika Scheib (CDU) unterstützte dies nicht. Ihre Fraktion habe den ursprünglichen Entwurf vor einem Jahr abgelehnt, werde aber dem überarbeiteten Entwurf zustimmen. Sie betonte außerdem: „Wir hatten zwar unseren Stress mit der BBIS, aber sie ist Teil der Gemeinde Kleinmachnow.“ Matthias Schubert von der SPD schloss sich Scheib an und ergänzte außerdem, an Templin gerichtet: „Was Sie nicht berücksichtigen, ist, dass die Eigentümerinteressen geschützt sind. Wenn wir jetzt nur das Nötigste erlauben, verstoßen wir dagegen.“ Templin blieb bei seiner Meinung und stimmte als einziger gegen eine Empfehlung, den Bebauungsplan entsprechend zu ändern.

700 Schüler aus 70 Ländern

Die Berlin Brandenburg International School ist eine inklusive Gesamtschule, die von mehr als 700 Schülern aus knapp 70 Ländern besucht wird.

Angeboten werden Klassen vom Kindergarten bis zum Abschluss in Klasse 12, unterrichtet wird von rund 145 pädagogischen Mitarbeitern aus rund 20 Ländern auf Englisch nach den Lehrplänen des International Bakkalaureat. Das Jahreszeugnis der zehnten Klasse wird von Deutschland als Mittlerer Schulabschluss (MSA) anerkannt.

Die Schule wurde vor 27 Jahren gegründet und ist 2001 von Potsdam nach Kleinmachnow gezogen. Hier hat die BBIS das Gelände auf dem Seeberg von der Telekom gekauft und baut es laufend aus – die sanierten Schulgebäude, der Sportplatz und die Sporthalle, in der auch der RSV seine Basketball-Bundesligaspiele absolviert, gehören zu den markantesten Hinweisen auf die Entwicklung.

Für Geschäftsführer Burkhard Dolata „ist es auch ein Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung, diese denkmalgeschützten Gebäude ihrer Verwendung zuzuführen“.

Dolata, der als Zuhörer beim Hauptausschuss der Entscheidung entgegengefiebert hatte, ging sehr erleichtert aus der Sitzung: „Mich freut es einfach, dass die Gemeindevertreter endlich sagen, die BBIS ist angekommen, ist Teil der Gemeinde. Der Campus muss weiterentwickelt werden und das ist die Basis für Entscheidungen. Letztlich sind alle froh, wenn das Provisorium endlich weg ist.“ Er hofft, dass die Entscheidung der Gemeindevertretersitzung in dieser Woche endlich den Weg für das – möglichst vereinfachte – Bebauungsplan-Verfahren schafft, das im nächsten Jahr laufen sollte. Dann kann auch mit der Umsetzung begonnen werden.

Doch das sind nicht die einzigen Bauarbeiten der Schule: Derzeit wird für mehr als zwei Millionen Euro das Internat saniert, die oberen beiden Etagen sind bereits fertig, bis Sommer folgen die restlichen drei Stockwerke. Heizung, Elektrik, Brandschutz, Sanitäranlagen, Fenster, Fußböden – alles wird erneuert, auch die Fassade bekommt derzeit einen neuen Anstrich. Aktuell wird das Haus bereits von rund 70 Schülern und Schülerinnen aus aller Welt und ihren Mentoren bewohnt, 120 sollen künftig Platz haben.

Ebenfalls in näherer Zukunft sollen das Heizhaus und Haus 5, in dem früher die Seeberg-Grundschule eingemietet war, saniert werden. Im Heizhaus sollen die Abteilungen Musik, Kunst und Theater ein neues Zuhause finden, im Haus 5 sind Labors, eine Cafeteria, ein großer Lernraum, eine Bibliothek, Computerräume und andere Unterrichtsräume für höhere Klassen geplant.

Auch weitere Ideen sind im Gespräch, darunter ein Theater oder eine Schwimmhalle, doch erst wenn das jetzt beantragte Baurecht tatsächlich bewilligt ist, sollen nächstes Jahr weitere Entscheidungen getroffen werden.

Und einen Wunsch hat der BBIS-Geschäftsführer noch: Eine Buslinie bis zum Kreisverkehr, wie er sie schon beim Bau der Schopfheimer Allee angeregt hat: „Das wäre ein Gewinn für alle Bildungsträger auf dem Seeberg.“

Von Johannes Derleth

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