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Investor lenkt ein und stutzt Neubau-Pläne

Rettung in Sicht Investor lenkt ein und stutzt Neubau-Pläne

Seit Jahren wird darum gerungen, das über 100 Jahre alte Wahrzeichen und Zeugnis der Gründungsgeschichte Kleinmachnows vor dem weiteren Verfall zu retten und sanieren zu lassen. Die Vivaro GmbH als aktueller Besitzer ist längst von vorherigen Hotelplänen abgekommen und will neben der Sanierung noch Neubauten für Luxuswohnungen nebenan errichten.

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Die idyllisch gelegene Neue Hakeburg kann nun auf bessere Zeiten hoffen.

Quelle: Vivaro

Kleinmachnow. Die Neue Hakeburg – Wahrzeichen und bedeutendstes Baudenkmal und Zeitzeugnis aus den Kleinmachnower Gründungsjahren (1906-08) auf dem Seeberg scheint gerettet zu sein. Am Montagabend haben die Eigentümer von der Vivaro GmbH & Co. Grundbesitz KG und die Architektin Iris Steinbeck einen Kompromissvorschlag unterbreitet, der auf breite Zustimmung der Fraktions- und Ausschusschefs und des Bürgermeisters gestoßen ist. Demnach sollen – geregelt per städtebaulichem Vertrag – zeitgleich das Denkmal Hakeburg samt Remise saniert und für eine Wohnnutzung (bis zu 15 Einheiten) ausgebaut sowie drei terrassierte Neubauten errichtet werden.

 Der neue Vorschlag für die Terrassenhäuser neben der Hakeburg

Der neue Vorschlag für die Terrassenhäuser neben der Hakeburg: Sie sind kleiner, einzeln stehend, geben die Sicht auf den Machower See frei und auch ihre Tiefgarage ragt nicht so weit vor wie im alten Entwurf.

Quelle: Vivaro

Da der neue Vorschlag in allen Punkten auf die bisherigen Kritiken – vor allem wegen der zunächst geplanten Baumasse der Terrassenhäuser – eingegangen ist und Baumasse verringert wurde, könne jetzt der von Vivaro gewünschten Zweckbestimmung „Wohnen“ auch zugestimmt werden. Das sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Bültermann gestern der MAZ. Für Ortsverbandschef Reinhard Roß sind damit „all unsere Bedenken“ ausgeräumt.

Laut der der MAZ vorliegenden geänderten Planung sollen auf dem Gebiet, wo noch DDR-Garagen gammeln, in der Flucht der Burg-Remise an der Platanenallee drei freistehende kleinere Terrassenhäuser entstehen – auf einem Baufeld von 60 mal 18 Metern; nicht wie erst 60 mal 27 Meter. Je Haus wird mit 15 mal 18 Metern gerechnet. Die Bruttogeschossfläche sinkt von 3700 auf etwa 2900 Quadratmeter, so dass 18 statt 24 Wohnungen entstehen. Es soll kleinere begrünte Terrassen, Sichtachsen, Durchblicke bis zum Machnower See und weniger Baumfällungen geben als nach den Eingangsplänen nötig gewesen wären. Der Pool auf der Seeseite der Platanenallee ist gestrichen. Selbst die Tiefgarage wurde „gestutzt“ – 62 statt 76 Stellplätze soll es in raumsparender Stapelweise geben. Für Bültermann bleiben damit Landschaftsbild und Denkmalensemble uneingeschränkt erhalten und werden nicht durch Neubauten „gestört“.

Vivaro will die Burg für 13 ,5 Millionen Euro in Absprache mit der Denkmalpflege sanieren sowie Außen- und Parkanlagen nach historischem Vorbild wieder herstellen. Die öffentliche Durchquerung des Burghofes soll Fußgängern möglich bleiben.

Wie berichtet, will Vivaro den planungsrechtliche Rahmen zur Umnutzung der Neuen Hakeburg von „Hotel“ in „Wohnzwecke“ geändert haben, damit neben der Burg ergänzende Wohngebäude entstehen können – zur Kofinanzierung der Burgsanierung. Zwei Bebauungsvorschläge der Investoren waren bei Gemeinderat und Bürgermeister Michael Grubert (SPD) durchgefallen. Dem Ziel, die Burg erhalten und sanieren zu lassen, hatte man sich Fraktionen übergreifend nicht um jeden Investorenpreis beugen wollen. Den jetzigen Vorschlag hält auch die BIK als stärkste Kritikerin für „diskussionswürdig“, so Fraktionschef Roland Templin. Jetzt sei vorgesehen, einen öffentlichen Beschlussvorschlag zur Weiterführung der Bauleitplanung bis Monatsende zu erarbeiten. Nach Vorberatung in den Fachausschüssen soll dieser am 20. Juli in die Sitzung der Gemeindevertretung kommen, so Bauamtsleiter Jörg Ernsting zur MAZ.

Der aktuelle Vorschlag

Die jahrelang ungenutzte Neue Hakeburg auf dem Seeberg soll als Zeugnis der Geschichte und Ortsgründung erhalten bleiben. Nach Eigentümer- und Konzeptionswechseln liegt nun ein aktueller Vorschlag auf dem Tisch, wie neben dem Denkmal auch noch Neubauten sensibel in das Bau- und Landschaftsensemble eingepasst werden könnten.

Auf einem Baufeld von 60 mal 18 Metern sollen drei freistehende kleinere Häuser à 15 mal 18 Meter mit einer Bruttogeschossfläche von etwa 2900 Quadratmetern entstehen. Eine Tiefgarage ohne Vorsprung, kleine begrünte Terrassen sowie Sichtachsen und Durchblicke sollen gewahrt, möglichst viel Baumbestand erhalten bleiben.

Die Traufhöhe der Häuser, die in der Flucht der Burg-Remise stehen müssen, soll den untersten Teil der Hakeburg nicht überschreiten.

Von Claudia Krause

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