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Investoren wollen mehr Räder

Klagen gegen Pläne für Beelitzer Windpark Investoren wollen mehr Räder

Die Fronten sind verhärtet. Während die Einwohner von Borkheide und Borkwalde weitgehend geschlossen gegen geplante Windräder in ihrer Nachbarschaft protestieren, klagen die Investoren gegen eine von der Stadt Beelitz beschlossene Veränderungssperre ihres Bebaungsplanes. Sie würde die Zahl der möglichen Windräder einschränken.

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Wie viele Windräder demnächst auch bei Beelitz wachsen dürfen, wird juristisch erstritten.

Quelle: Th. Wachs

Borkwalde. In der Reesdorfer Heide plant die Firma Juwi seit längerem den Bau von 15 Windkraftanlagen. Zusätzlich hat jetzt die Forst Reesdorf Projekt GbR Anträge auf den Bau von weiteren sieben Windrädern gestellt.

Dieser Antrag bewegt vor allem die Borkwalder, da die Anlagen nur knapp 1000 Meter von der Wohnbebauung in der Körnerstraße entfernt stehen könnten. In einer ausführlichen Stellungnahme hat die Gemeindevertretung jetzt detailliert ihre Bedenken formuliert und gefordert, die Genehmigungen für den Windpark zu versagen.

Dabei bezieht sich die Kommune unter anderem auf dem Beschluss des Kreistages Potsdam-Mittelmark, in dem unter anderem ein Abstand des Zehnfachen der Höhe der Räder zur Wohnbebauung gefordert wird. Zudem sollten Ergebnisse von Untersuchungen über die Wirkung von Infraschall auf die Gesundheit abgewartet werden, die das Bundesumweltamt angeregt hat.

Sollte diesem Ansinnen nicht gefolgt werden, fordert die Gemeinde Borkwalde eine Abschaltung von drei Anlagen in Nachtstunden. Da die insgesamt 22 geplanten Anlagen alle im Wald stehen sollen, wird auch ein Brandschutzkonzept verlangt. Dazu sollten Tiefbrunnen zur Wasserversorgung im Wald gehören. Zudem wird der Nachweis eines Versicherungsschutzes verlangt, der Schäden regulieren könnte.
In ihrem Vorgehen ist sich die Gemeindevertretung einig. „Wir müssen die Einwohner auffordern, ebenfalls Einwendungen zu formulieren“, sagte Renate Krüger (Die Linke).

Die Bürgermeisterin hofft auf starke Unterstützung. Diese hat sie auf jeden Fall bei der Bürgerinitiative „Im Gegenwind“. Sie engagiert sich seit Bekanntwerden der Pläne gegen die Windräder im Wald. Krüger schloss eine Klage der Gemeinde nicht aus.

Frist für Einwände

Die Forst Reesdorf GbR plant den Bau von sieben Windkraftanlagen in der Gemarkung von Reesdorf, Flur 1 und 2, sowie und in der Gemarkung von Schäpe, Flur 1.
Gebaut werden sollen Windräder des Typs Vestas V126. Sie haben eine Leistung von mehr als drei Megawatt und eine Höhe bis zu 200 Meter.
Die neuen Pläne der Forst Reesdorf GbR liegen bis zum 5. Juni in der Amtsverwaltung Brück. Dort können sie während der Bürozeiten öffentlich eingesehen werden.
Gemeinden können bis Ende Mai ihre Stellungnahmen abgeben. Für die Bürger ist bis zum 19. Juni die Abgabe von Einwendungen möglich.

Eine Klage ist bereits von den beiden Investoren eingereicht worden. Nach MAZ-Informationen klagen sie gegen die Stadt Beelitz. In einem Normenkontrollverfahren greifen sie den Bebauungsplan und die zweijährige Veränderungssperre an. Diese Sperre war von der Stadt Ende 2014 in Kraft gesetzt worden, nachdem der B-Plan für das Gebiet auf den Weg gebracht war. Mit dem Bebauungsplan will Beelitz Einfluss auf das Geschehen gewinnen, um nicht allein Regionalplanern und Windradfirmen das Feld zu überlassen.

Wie berichtet, weist der Regionalplan das Beelitzer Areal als Eignungsgebiet aus. Etwa 50 Anlagen könnten theoretisch dort platziert werden. „Wir versuchen, mit dem B-Plan die Anzahl und die Höhe der Windräder auf ein verträgliches Maß zu begrenzen“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth (Bürgerbündnis) der MAZ.

Betroffen sind aber auch Borkwalde und Borkheide. Borkheide wird wohl am heutigen Abend eine ähnliche Ablehnung beschließen wie in Borkwalde. Im Haushalt sind bereits 30000 Euro für mögliche juristische Schritte gegen den Windpark eingestellt. Auch die Stadt Beelitz lässt durch eine Anwaltsskanzlei Argumente für eine Klageerwiderung zusammentragen. „Während die Firma Juwi in ihrer Planung derzeit noch Abstände von etwa 1500 bis 2000 Meter zur Wohnbebauung einhält, rückt die Forst Reesdorf GbR mit ihren Anlagen bis auf 1000 Meter an ersten Häuser von Fichtenwalde und Borkwalde heran“, sagte Winfried Ludwig.

„Mit dem Antrag werden alle Einwendungen gegen Windräder in Wäldern bedenkenlos ignoriert“, gab der Sprecher der Initiative Waldkleeblatt zu verstehen, zu der auch die Gruppe „Im Gegenwind“ gehört.

Von Andreas Koska

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