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Potsdam-Mittelmark Ist das Kunst oder kann das weg?
Lokales Potsdam-Mittelmark Ist das Kunst oder kann das weg?
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11:15 12.07.2017
Karola Rückholz vor ihrer Plüschtier-Installation „Augenzuunddurch, eine Überdecke“ im Kunsthaus „Sans titre“. Quelle: Luise Fröhlich
Werder/Potsdam

Karola Rückholz ist den meisten Werderanern als Chefin des Hotels am Markt auf der Insel bekannt. Im Restaurant und an der Bar lässt sie regelmäßig andere Künstler ausstellen. Sie selbst präsentiert ihre Kunst aber auch, wie aktuell bei der Ausstellung „Gold Geld Luxus Mensch“ im Kunsthaus „Sans titre“ in Potsdam. Seit Mai ist ihre Stofftier-Installation draußen direkt vor dem Eingang in die Kunsthaus-Räume als Farbklecks zwischen den Holzstapeln zu sehen. Karola Rückholz hat fest damit gerechnet, dass ihr Werk bis zum Ende der Schau am 30. Juli hängen bleibt, doch Mikos Meininger vom Kunsthaus, der einer der drei Kuratoren ist, hat das zur Diskussion gestellt.

Das Werk wurde unter freiem Himmel direkt gegenüber des Eingangs aufgebaut. Quelle: Luise Fröhlich

„Ich war erstaunt, als Mikos plötzlich sagte, dass es weg soll“, erklärt Karola Rückholz der MAZ. Als Argument habe er angebracht, dass viele Besucher die Installation als störend oder eklig empfunden hätten. „Dabei unterstützt genau das die Aussage meines Werkes“, erklärt sie. Die vielen Kuscheltiere auf einen Haufen sollen einerseits Überfluss und Luxus darstellen, aber andererseits auch als Symbol für das Überhäufen dienen, das schon in der Kindheit beginnt. „Es gibt ja dieses Kindchen-Schema. Wenn man ein Kuscheltier kauft, rettet man es, will sich darum kümmern und gibt es an die Kinder weiter, deren Zimmer irgendwann überquellen“, so Karola Rückholz.

Mehr als 80 Künstler an der Ausstellung beteiligt

Die Stofftiere stehen hinsichtlich der Flüchtlingsthematik aber auch für die, die kommen. „Wer nimmt sie? Wo sollen sie hin? All das sind Fragen, die da drin stecken.“ Dieses Konzept gibt es schon länger und ist nicht erst für die Ausstellung erarbeitet worden. Das Werk trägt den Namen „Augenzuunddurch, eine Überdecke“. Karola Rückholz hätte ihre Kunst den Besuchern gern erklärt und war erstaunt, dass es kein Künstlergespräch gab. Mikos Meininger habe Fragen der Besucher zu dem Kunstwerk beantwortet, sagt er. „Es sollte kein Ausschluss sein und es ist auch nicht so, dass es nicht mehr tragbar wäre“, erklärt er. „Aber es ist nicht die beste Lage und viele haben gesagt, dass es nicht schön ist, anderen hat es wiederum gefallen. Wir haben von Anfang an gesagt, dass kein Kunstwerk von vorne bis hinten hängen soll“, so Mikos Meininger weiter.

Mehr als 80 Künstler haben im Kunsthaus ausgestellt, darunter jüngst auch Gerd Sonntag (Glasskulpturen) und Harald Metzkes (Gemälde). Alle mussten sich bewerben. „Wir würden gern noch intensiver wechseln, dazu fehlen uns aber die Kraft und auch die Angebote“, sagt er. Isolde Nagel aus Berlin ist ebenfalls Kuratorin der Ausstellung und hat sie mit Mikos Meininger und Werner Ruhnke gemeinsam konzipiert. „Für mich war von Anfang an klar, dass Karolas Kunst bis zum Schluss bleibt“, sagt Isolde Nagel. Natürlich würden einige Besucher darüber stolpern, denn nicht für jeden sei sofort ersichtlich, dass es zum Thema Luxus, Geld und Gold passt. Das Kunsthaus „Sans titre“ sei aber gerade ein Ort, in dem man noch etwas ausprobieren könnte. Dass Karola Rückholz’ Werk eventuell vorzeitig abgenommen werden soll, sei nicht abgesprochen gewesen. „Wir sind ja zu dritt und entscheiden sowas zusammen. Ich fand es erstaunlich, dass die Kuscheltiere solch negative Gefühle ausgelöst haben“, sagt Isolde Nagel. Letztlich stehen die Karten für das Bleiben der Installation nun gut, denn natürlich dürfe Kunst streitbar sein und verschiedene Meinungen zulassen, so Mikos Meininger.

» BILDERGALERIE:
Plüschige Mischwesen

Von Luise Fröhlich

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