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Jagdsitz Hammerdamm bei Golzow saniert

Investitionen von einer halben Million Euro Jagdsitz Hammerdamm bei Golzow saniert

Vor fast 80 Jahren hat sich der Mannesmann-Industrielle Wilhelm Zangen in eine Scheune des Vorwerkes Hammerdamm einen Jagd- und Wochenendsitz einbauen lassen. Enkel Stefan erwarb ein Teil des denkmalgeschützten Vorwerks und hat den Sitz des Großvaters saniert. Nicht einfach: Das Ensemble aus dem 18. Jahrhundert steht unter Denkmalschutz.

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Ein schöner Blick: Britta und Stefan Zangen auf dem Balkon des sanierten Jagdsitzes ihres Großvaters.

Quelle: Fotos: Heiko Hesse

Hammerdamm. Das alte Silber ist nicht wieder aufgetaucht. Kurz nach der Wende habe sein Vater die Familien-Habe gesucht, die er selbst 1944 in der Nähe des Hauses vergraben hatte, berichtet Stefan Zangen. Doch hat sich die Natur ringsum verändert und können andere Menschen früher schon auf die Schätze gestoßen sein. Von den vergrabenen Dingen sei nichts wieder aufgetaucht. „Doch“, wirft Britta Zangen, die Schwester, ein: „Hinter einer Wand haben wir ein Nerzjäckchen unserer Großmutter entdeckt“.

Rund eine halbe Million Euro hat Stefan Zangen in Hammerdamm investiert. Der Bauunternehmer ließ jene Hälfte einer historischen Scheune sanieren, die sich sein Großvater Wilhelm Zangen (1891–1971) vor rund 75 Jahren zu einem Urlaubs- und Jagdsitz ausbauen ließ. Ein Projekt voller Unwägbarkeiten: Das Vorwerk zwischen Golzow und Lucksfleiß ist um 1800 mit Raseneisensteinen errichtet worden und eines der letzten Ensembles dieser Art im Land Brandenburg.

Die alte Scheune vis-à-vis des Jagdsitzes soll als nächste Gebäude des Ensembles an die Reihe kommen

Die alte Scheune vis-à-vis des Jagdsitzes soll als nächste Gebäude des Ensembles an die Reihe kommen.

Quelle: Heiko Hesse

Wilhelm Zangen, Generaldirektor beim Mannesmann-Konzerns, hatte das Vorwerk 1937 vom Golzower Grafen von Yorck erworben. Nach dem Kriege wurde der Rüstungsmagnat enteignet, der Enkel erwarb einen Teil der Fläche mit eineinhalb Gebäuden vor 15 Jahren von der Treuhand. Und entwarf mehrere Pläne.

Aus Raseneisenstein gebaut

Der Name „Biss an Hamer-tham” taucht vor 480 Jahren erstmals als Flurname auf. Der Begriff leitet sich Experten zufolge von der Verarbeitung des Raseneisensteins ab.

Als „Vorwerck” wird Hammerdamm erstmals in einem um 1690 datierten Schriftstück erwähnt.

Die „Meyerei Hammerdam” erscheint 1721 in einer Urkunde.

Wilhelm Zangen, Generaldirektor des Mannesmann-Konzerns, erwarb das Vorwerk 1938 vom Golzower Gutsherr von Jorck.

Das Ensemble aus Raseneisenstein steht seit dem Jahre 1999 unter Denkmalschutz.

Mit der Sanierung des großväterlichen Jagdsitzes ist der erste Plan nun in die Tat umgesetzt. Sie hätte sich kaum vorstellen können, an diesem entlegenen Ort viel Zeit zu verbringen, sagt Britta Zangen. Sie habe sogar versucht, ihren Bruder von dem Sanierungsplan abzubringen. Inzwischen sieht sie es vollkommen anders. „Es ist wunderschön hier“, schwärmt sie. Ihr Bruder brachte kürzlich zwei Fahrräder, und bis Golzow und zum nächsten Laden sind es nur ein paar Kilometer. Gleichwohl bleibe Hammerdamm für beide ein Wochenend-Sitz.

Das geschnitzte Schild an der Straße zwischen Golzow und Lucksfleiß weist auf das historische Vorwerk hin

Das geschnitzte Schild an der Straße zwischen Golzow und Lucksfleiß weist auf das historische Vorwerk hin.

Quelle: Heiko Hesse

Die Sanierung des historischen Bauwerkes ist Stefan Zangen zufolge gut ein Fünftel teurer geworden als ursprünglich vorgesehen. „Es war viel mehr kaputt, als wir vorher sehen konnten“, sagt er. So habe er das Dach weitgehend erneuern müssen. Auch der Umbau des Wohnzimmers, zu DDR-Zeiten über Jahre als Werkstatt für Traktoren und andere Landmaschinen genutzt, fiel letztlich aufwendiger aus. Auch sei in diesen Jahrzehngen manches kaputtsaniert worden. Was Stefan Zangen entschädigte: „Ich habe alle Arbeiten von Handwerkern und Firmen aus der unmittelbaren Umgebung ausführen lassen und bin mit der Leistung, der Verlässlichkeit und den Preisen zufrieden.“ Ein dickes Lob gibt es auch für Gernot von Arend, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde. „Es war eine sehr gute Zusammenarbeit“, würdigt Stefan Zangen, der als Bauunternehmer das Metier kennt.

Wilhelm Zangen erhielt 1941 ein imposantes Taubenhaus zum Geschenk, mit dem er das Vorwerk schmückte

Wilhelm Zangen erhielt 1941 ein imposantes Taubenhaus zum Geschenk, mit dem er das Vorwerk schmückte. Diese Ansicht stammt von 2012.

Quelle: Heiko Hesse

Für die Scheune gegenüber gebe es bisher nur den Plan, das Dach zu sanieren, um den Verfall zu stoppen. Vor Jahren wollte Zangen schon Einfamilien- oder Ferienwohnungen in das Gebäude einbauen. Doch Hammerdamm ist Außenbereich, was das Bauen und die Umnutzung der Scheune enorm erschwert. Doch Stefan Zangen bleibt zuversichtlich, dass das ganze Ensemble am Ende so schön wird wie der Jagdsitz.

Von Heiko Hesse

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