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Potsdam-Mittelmark Jahrhundert-Hits in Treuenbrietzen
Lokales Potsdam-Mittelmark Jahrhundert-Hits in Treuenbrietzen
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18:30 28.12.2015
Lena Hauptmann, Linda Helterhoff und Mario Hess (v.l.) schlüpften an diesem Abend, wie hier bei Linderbergs „Hinterm Horizont“, in viele verschiedene Rollen und Gewänder. Quelle: Uwe Klemens
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Treuenbrietzen

Es ist schön, wenn Menschen voller Leidenschaft es schaffen, die eigene Passion auf ihre Sprösslinge zu übertragen. Das Toni-Gutewort-Danceorchestra ist ein Beispiel, bei dem das besonders gut gelungen ist.

Das Phantom der Oper in Treuenbrietzen. Quelle: U. Klemens

Den Beweis traten elf durchweg junge Musiker mit ansteckender Musizierfreude und professionellem Können an, die auf die Bühne der Treuenbrietzener Kammerspiele traten. Zwei Vorstellungen lang sparte das Publikum seinerseits im jeweils ausverkauften Haus nicht mit Applaus.

Stück für Stück hinein gewachsen

„Nie gehört“, würden wohl die meisten sagen, die den Namen des Ensembles lesen. Dennoch liegen die Wurzeln des Toni-Gutewort-Danceorchestras im Hohen Fläming. Toni Guteworts Großvater Alfred Argow aus Nichel und Vater Dirk Gutewort aus Schmögelsdorf sind in Sachen Tanzmusik praktisch die Urgesteine in der Region und untrennbar mit der Flämingcombo und den Flämingmusikanten Marzahna verbunden. „Da konnte es nicht ausbleiben, dass mein Bruder Benny und ich Stück für Stück in die Welt des Musikmachens hineinwachsen“, sagt Toni Gutewort. In Cottbus und Rostock haben die beiden in diesem Jahr ihr Musikstudium abgeschlossen, der 26-jährige Toni als Schlagzeuger, sein zwei Jahre jüngerer Bruder als Bassgitarrist und Kontrabassist.

Vor vier Jahren Premiere

Die Idee eines eigenen Tanzorchesters entstand ganz am Anfang des Studiums. Über eine Art Schneeballsystem kamen die benötigten Mitstreiter hinzu, die damals an verschiedenen Hochschulen studierten. Als hochschulübergreifendes Projekt stand das Toni-Gutewort-Danceorchestra vor vier Jahren zum ersten Mal auf der Bühne. Sich nach dem Studium nicht aus den Augen zu verlieren, war von Anfang an das erklärte Ziel. Etwa 20 Mal standen sie allein in diesem Jahr gemeinsam zwischen Ostsee und Thüringer Wald auf der Bühne.

Konzert am historischen Ort

Die „Kammerspiele“ gehören zu den wichtigen Baudenkmälern der Stadt Treuenbrietzen und wurden 1938 als Lichtspieltheater mit 500 Sitzplätzen errichtet und konnte sein Erscheinungsbild bis heute weitestgehend bewahren.

Das privat geführte Kino wurde nach Kriegsende an die VEB Lichtspiele verkauft. Nach der politischen Wende 1989 wurde das Kino von der Treuhandgesellschaft verwaltet und der Spielbetrieb bis 1992 aufrechterhalten.

Mit dem Ziel, das Gebäude zu retten, wurde 2002 der Kinoförderverein gegründet. Durch die Initiative des Vereins ist es gelungen, dass die Stadt Treuenbrietzen Eigentümer der „Kammerspiele“ wurde.

Die Stadt hat dem Kinoförderverein das Gebäude im Rahmen einer Nutzungsvereinbarung mit allen Rechten und Pflichten überlassen.

Vor zwei Jahren wagte Toni Gutewort zum ersten Mal in den Treuenbrietzener Kammerspielen mit seinem Ensemble ein Heimspiel. Nicht nur Vater, Großvater und Freunde waren begeistert, sondern auch das Publikum. Seither hat der Konzertabend zwischen den Jahren dort seinen Stammplatz.

Querschnitt aus einhundert Jahren

„Wie immer haben wir im Ensemble gemeinsam dafür nach einem besonderen Thema gesucht“, verrät Toni Gutewort. Nach einigen Diskussionen entschieden sich die Musiker für einen einhundert Jahre umfassenden Querschnitt aus der Musical- und Operetten-Geschichte, wohlgemixt mit unsterblichen Hits aus der Welt der Jazz-, Rock- und Popsongs.

Begeistertes Publikum. Quelle: U. Klemens

Die zuweilen recht großen, manchmal auch etwas holprigen thematischen Sprünge macht das Ensemble mit solistischen Extraeinlagen und ansteckender Spielfreude mehr als wett. „Eigentlich nicht ganz so meine Welt – aber die Musiker sind einfach topp“, zeigte sich Bernd Hamann aus Buchholz, der selbst als Profischlagzeuger unterwegs ist, in der Konzertpause begeistert. Lindenberg-Songs und König der Löwen, Udo Jürgens „Aber bitte mit Sahne“, Abbas „Waterloo“, Hits aus „Kiss me, Kate“ und natürlich auch „Das Phantom der Oper“ waren im Laufe des zweistündigen Konzerts zu erleben.

Zwei Zugaben und das Versprechen „Wir kommen im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder“ rangen die Zuhörer dem Ensemble noch ab. Wer das Programm verpasst hat oder noch einmal erleben möchte, hat dazu am 2. Januar in der Phönix-Theaterwelt in Wittenberg Gelegenheit. Beginn des Konzertes ist dort um 20 Uhr.

Von Uwe Klemens

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