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Japaner zog es in den deutschen Osten

Kirschblütenfest in Teltow Japaner zog es in den deutschen Osten

Am 30. April steigt wieder das große Kirschblütenfest an der ehemaligen Grenze zu West-Berlin bei Teltow. Die Entstehung des „Hanami“ ist einem Zufall zu verdanken. Fleißige Reporter des japanischen Fernsehsenders TV-Asahi waren 1989 in Ostdeutschland unterwegs. Als eine Geschichte platzte, entdeckten sie das Städtchen Teltow für sich.

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Gebühren könnten gewaltig steigen

Reporter des japanischen Fernsehsenders TV-Asahi berichten im November 1989 aus Magdeburg über ein leeres „Flüchtlingsheim“.

Quelle: Stephan Laude

Teltow. Für wenige Wochen im Jahr verwandelt sich die rund anderthalb Kilometer lange TV-Asahi-Kirschblütenallee in Teltow zwischen Lichterfelder Allee/Ostpreußendamm und Japan-Eck in ein langes rosa Band. In Japan stellt die Zeit der Kirschblüte den Höhepunkt des Jahres dar. Sie steht für Vergänglichkeit, aber auch für die Schönheit des Lebens. Wenn auf der TV-Asahi-Kirschblütenallee die Blütezeit der rund 1000 japanischen Kirschbäume ansteht, wird dies auch in Teltow mit einem Kirschblütenfest kräftig gefeiert.

An den äußeren Enden der Allee befinden sich die beiden Schauplätze „Teltow-Seehof“ und „Teltow-Sigridshorst“, an denen es an über 30 Marktständen Kulinarisches aus der Region, Interessantes aus der Nachbarschaft, Infos zu Vereinen, Natur und Umwelt geben wird. Aber auch Spiel- und Mitmachangebote für alle Generationen und Beiträge zur Deutsch-Japanischen Kultur, Kunst und Freundschaft sind geplant. Auf den jeweiligen Bühnen treten verschiedene Künstler und Gruppen unterschiedlicher Teltower Vereine und Einrichtungen auf. Ein besonderer Hingucker waren in den vergangenen Jahren die Fans der Cosplay-Community, die mit fantasievollen Kostümen das Fest bereicherten.

Ein deutsch-japanischer Chor schafft den musikalischen Rahmen für das Teltower Kirschblütenfest

Ein deutsch-japanischer Chor schafft den musikalischen Rahmen für das Teltower Kirschblütenfest.

Quelle: Stephan Laude

Die Kirschblütenallee wurde durch die Baumpflanzaktion möglich, die der japanische Fernsehsender TV-Asahi 1990 anlässlich der Wiedervereinigung Deutschlands initiiert hatte. Durch Spenden kamen umgerechnet rund eine Million Euro zusammen.

Der Sender war Ende der 1950er Jahre als kommerzieller Bildungskanal gegründet worden. Er hatte schon vor seiner Spendenaktion die politische Entwicklung in Deutschland mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Reporter des Senders gehörten zu den wenigen Journalisten, die Anfang November 1989 aus einer sehr ungewöhnlichen DDR-Einrichtung berichteten: einer Art Erstaufnahmelager für zurückgekehrte Flüchtlinge.

Eine westliche Nachrichtenagentur hatte damals unter Berufung auf das Rote Kreuz gemeldet, zahlreiche geflüchtete DDR-Bürger hätten den Wunsch geäußert, in den Osten zurückzukehren. Von Braunschweig aus sollte ein Sonderzug starten.

Daraufhin wurde in kürzester Zeit ein riesiges Lehrlingswohnheim in Magdeburg geräumt und zu einem Rückkehrer-Quartier umfunktioniert. Es wurden Betten vorbereitet, die Küche arbeitete, Behördenmitarbeiter mit Antragsformularen waren da – aber ein Zug mit Rückkehrern kam nicht. Asahi-TV übermittelte einen Bericht von einem menschenleeren Haus nach Japan.

Das Interesse an der Entwicklung in Deutschland blieb – und am Ende stand die Pflanzaktion in Teltow, die bis heute im Gedächtnis geblieben ist und nun jedes Jahr sichtbare Blüten treibt.

Schönheit der Blüten

Das Kirschblütenfest findet statt am Sonntag, dem 30. April, von 13 bis 18 Uhr, in der TV-Asahi-Kirschblütenallee (ehemaliger Grenzstreifen) zwischen Lichterfelder Allee, Marienfelder Anger und Teltow-Sigridshorst.

Informationen zum Bühnenprogramm gibt es unter http://hanamifest.org/hanami.html.

Das 16. Japanische Kirschblütenfest ist eine Kooperationsveranstaltung der Umweltinitiative Teltower Platte und der Stadt Teltow. Der Eintritt ist frei.

„Hanami“ ist die japanische Tradition, in jedem Frühjahr mit sogenannten „Kirschblütenfesten“ die Schönheit der in Blüte stehenden Kirschbäume zu feiern.

Von Stephan Laude und Jürgen Stich

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