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Potsdam-Mittelmark Japanischer Bonsaigarten wird erweitert
Lokales Potsdam-Mittelmark Japanischer Bonsaigarten wird erweitert
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00:30 28.03.2018
Dieses Jahr wird die Saison im Japanischen Bonsaigarten mit dem Laternenfest eröffnet, das noch bis zum 2. April stattfindet. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Ferch

Wenn der Frühling auf sich warten lässt und Blüten noch ein seltener Anblick sind, passt es ganz gut ins Bild, die neue Saison im Japanischen Bonsaigarten in Ferch mit einer Herbstattraktion zu beginnen. Bonsai-Gärtner Tilo Gragert öffnete am Wochenende seine botanische Schatzkammer nach der langen Winterpause mit dem Laternenfest, das sonst immer im Oktober stattfindet. Am Samstag 17 Uhr gingen deshalb im Bonsaigarten fast 1000 Lichter an, loderten Feuerschalen und Fackeln, an denen sich die Besucher wärmen konnten.

Ferchs virtuoser Bonsai-Gärtner hatte erstmals japanische Laternen aus dem Land der aufgehenden Sonne importiert, die mehr können als leuchten. Zum Saisonauftakt waren sie es, die Kirschblüten mitten im gefühlten Märzwinter herzauberten. „Jede Laterne kann ein Lichtbild an die Wand projizieren“, erzählt Gragert, als es draußen noch hell ist. Im Fercher Bonsaigarten sind es am Samstagabend dann vor allem japanische Frühlingssymbole, die an extra im Garten platzierten Leinwänden leuchten – neben Kirschblüten zum Beispiel der aufrollende Farn, der im Land des Lächelns signalisiert: Der Lenz ist da!

Frühlingsboten, die in der Erde wachsen, sind in seinem Garten die bereits blühenden Kamelien. Dass Gragert trotzdem den Herbsthöhepunkt ins Frühjahr vorverlegte, lag nicht am Wetter. „Wir beginnen die Saison mit dem Laternenfest, weil wir dieses Jahr bereits Mitte Oktober schließen.“ Grund dafür sind Erweiterungspläne, die in der nächsten Winterpause umgesetzt werden sollen. „Der Garten wird größer und die Gestaltung perfektioniert“, sagt er. Wie es sich für einen Bonsai-Gärtner gehört, wird nicht in Hektar-Größen gedacht. Ferchs japanischer Garten wird von 2500 auf 3000 Quadratmeter erweitert. Alles unter dem Motto: Ein kleiner Raum für ein großes Erlebnis.

„Ein Garten ist nichts Statisches.“ Tilo Gragert schuf seinen Garten in Ferch in den 1990er Jahren und entwickelte ihn stetig weiter. Im Herbst steht die nächste Veränderung an. Quelle: Bernd Gartenschläger

Viel wollte Tilo Gragert über die Ausbaupläne noch nicht verraten. Nur so viel: An der Gestaltung des neuen Gartenareals arbeiten sie in Ferch seit zwei Jahren und an den Pflanzen, die dort zu sehen sein werden, bereits seit zehn Jahren. Pflanzen für einen japanischen Garten holt man sich eben nicht einfach mal so in der Baumschule. „Diese Bäume haben Charakter wie 100 Jahre alte Bäume“, sagt Gragert. Ostern 2019 werden die „Neuen“ im Garten, die seit zehn Jahren im Verborgenem aufgezogen werden, erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Stammgästen, die jedes Jahr kommen, sei gesagt: Auch in der begonnenen Saison gibt es Neues zu entdecken – etwa die japanischen Laternen und für Bonsai-Fans neue Bonsai-Raritäten, die aus Japan besorgt wurden. Leidenschaftliche Bonsai-Fans können eigentlich nicht anders, als sich besondere Exemplare zu kaufen. „Viele fangen mit kleinen Bäumchen an, die sie selbst ziehen, und merken dann, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, um einen wirklich guten Bonsai-Baum heranzuziehen.“ Deshalb kaufen sie sich ältere Exemplare, die das Werk mehrerer Menschengenerationen sind.

Das älteste Bäumchen im Fercher Bonsaigarten ist eine etwa 180 Jahre alte Japanische Schwarzkiefer. Dieser Methusalem wäre mit dabei, wenn der Bonsai-Gärtner von den vielen Pflanzen in seinem Garten drei besondere Gewächse auswählen müsste. Genauso wie der kleine japanische Dreispitz-Ahorn, der ein ziemlich einnehmendes Wesen ist.

Eng umschlungen: Dieser Japanische Dreispitz-Ahorn ist etwa 30 Jahre alte und in der Schale über einen Stein gewachsen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Dreispitz-Ahorn in Gragerts Garten wächst an einem furchigen Stein, der inzwischen kaum noch zu sehen ist, weil ihn die Wurzeln umschlingen. „Baum und Stein sind eins geworden. Man bekommt den Dreispitz-Ahorn nicht mehr ab, ohne ihn zu beschädigen“, sagt Gragert. Sein dritter Favorit ist ein japanischer Fächerahorn. Es ist der erste Bonsai, den er sich gekauft hat. Seit 30 Jahren legt er Hand an, schneidet und düngt ihn. „Jetzt kann man sagen: Nun wird langsam ein Baum draus.“ Für Gragert sind Bonsai-Bäume„von Gärtnern gestaltete Kunstwerke, die nie fertig sind“. Angefangen hat alles mit den Bonsai-Setzlingen seiner Mutter. Als kleiner Junge eifert er ihr nach und zieht als erstes eine Trauerweide in einer Schale auf. Nach der Wende in der DDR kommt er auf die Idee, Bonsai-Seminare in Japan zu besuchen. Er kratzt das Geld dafür zusammen und setzt die Idee um. Im fernen Land sieht er das erste Mal japanische Gärten. Ein Anblick, den er nicht vergisst. „Mein Ziel ist es, dass die Menschen hier genauso erfüllt aus dem Garten gehen wie ich damals“, sagt er.

Japanischer Bonsai-Garten in Ferch

Das Laternenfest im Japanischen Bonsaigarten in Ferch läuft zum Saisonstart noch bis 2. April.

Geöffnet ist samstags von 12 bis 21 Uhr sowie wochentags und sonntags von 12 bis 20 Uhr. Die fast 1000 Lichter leuchten etwa ab 17 Uhr. Nur am heutigen Montag ist geschlossen.

Der Bonsaigarten feiert im nächsten Jahr 20-jähriges Bestehen. Angelegt wurde er ab 1996, eröffnet 1999.

Bonsai-Gärtner Tilo Gragert ist von Haus aus Tischler, was beim Anlegen des Gartens von Vorteil war. Unter anderem den Pavillon, die Tore und Bänke hat er selbst gebaut.

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