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Jodeln macht glücklich

Österreicherin bietet Workshop im Hohen Fläming an Jodeln macht glücklich

Jodeln auf dem Gipfel des Hohen Flämings fand am vergangenen Wochenende nicht den erhofften Zuspruch. Ursula Scribano wird das besondere Exkursionsangebot dennoch in absehbarer Zukunft unterbreiten.

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Ursula Scribano hat ihre Leidenschaft für das Jodeln in Berlin entdeckt und pflegt sie in der Mark Brandenburg.

Quelle: Privat

Hagelberg. Jodeln auf dem Gipfel des Hohen Flämings fand am vergangenen Wochenende nicht den erhofften Zuspruch. Ursula Scribano wird das besondere Exkursionsangebot dennoch in absehbarer Zukunft unterbreiten. Die 46-jährige Wahl-Berlinerin ist noch voller Euphorie.

MAZ:  Wie entstand die Idee, im Fläming eine Jodelwanderung anzubieten?
Ursula Scribano: Als wanderbegeisterte Österreicherin, die schon seit 23 Jahren in Berlin lebt, war ich viel in der Mark unterwegs. Im Laufe der Jahre ist mir besonders der Fläming ans Herz gewachsen. Da war es ein logischer Schritt, beide Leidenschaften ‒ Wandern und Jodeln ‒ zu verbinden.

Warum wurde der Hagelberg als Ziel gewählt, um die ersten Jodelversuche ins Tal zu schmettern?
Scribano: Der Hagelberg ist eine der höchsten Erhebungen im Land Brandenburg und hat ein Gipfelkreuz. Obwohl es zum Jodeln nicht zwangsläufig Berge braucht. Gejodelt wird auf der ganzen Welt ‒ auch in Ebenen der Mongolei. Es ist ein befreiendes und erhebendes Erlebnis, kraftvoll über Felder und Wiesen hinweg zu rufen, zu jauchzen und zu jodeln. Die Stimme ohne Hemmungen in die Landschaft zu schmettern, macht glücklich.

Klingt ein Jodler an der Ostsee demzufolge wie in den Bergen?
Scribano: Prinzipiell kann man überall jodeln. Aber die Landschaft hat Einfluss auf den Klang der Stimme. Die Berge werfen den Jodler, den Ruf, den Jauchzer als Echo zurück. Die eigene Stimme wird dadurch verstärkt und es entsteht eine Kommunikation mit der Landschaft. Auf Hügeln, in der Ebene oder am Meer verklingt die Stimme eher in der Landschaft und ‒ wenn man so will ‒ verschmilzt sie mit ihr. Auch ein tolles Gefühl, aber eben anders.

Kann jeder Mensch jodeln lernen?
Scribano: Ja, jeder Mensch kann jodeln lernen. Grundsätzlich gilt: Wer sprechen kann, kann auch jodeln!

Bedarf es irgendwelcher stimmlicher Voraussetzungen?
Scribano: Nein. Ich beobachte in meinen Kursen, dass Menschen, die keine professionelle Stimmerfahrung haben, oft intuitiver ans Jodeln herangehen, als Menschen, die schon Gesangsunterricht hatten. Das Jodeln erfordert Mut, Hemmungen fallen zu lassen, und Lust, laut zu sein. Jodeln löst Stimmblockaden und befreit ungemein. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Jodeln entspannender ist als Yoga.

Sie haben sich erst 2009 zur Jodlerin ausbilden lassen ‒ obwohl sie in Österreich geboren wurden. Warum so spät?
Scribano: Als Österreicherin war für mich das Jodeln leider immer mit dem volkstümlichen Alpenklischee besetzt. Erst als ich damals in Berlin zufällig auf die tolle Jodlerin Ingrid Hammer, ebenfalls eine Österreicherin, gestoßen bin, wurde mir klar, dass es viel mehr ist, als dieses Kitschbild von der jodelnden Sennerin oder der Loriot-Witz. Es ist ein befreiender, archaischer, kraftvoller Stimmausdruck, der auf der ganzen Welt praktiziert wird. Eine Stimmdroge, die süchtig macht.

Wie alt sind die Teilnehmer der Jodelkurse?
Scribano: Meine Schüler sind Menschen jeden Alters. Ganz deutlich ist aber, dass mehr Frauen jodeln lernen wollen als Männer. Wahrscheinlich haben sie ein größeres Bedürfnis, ihre Stimme zu erheben und mehr Mut, es auch zu tun.

Interview: Bärbel Kraemer

Noch fünf Termine

  • Am 25. August und 22. September sind nochmals Tageswanderungen mit Jodelworkshop im Hohen Fläming vorgesehen.
  • Auf Schusters Rappen geht es von Bad Belzig auf den Routen des internationalen Kunstwanderwegs zum Gipfelkreuz auf dem Hagelberg.
  • Die Teilnahmegebühr beträgt 35 Euro.
  • Weitere Touren werden am 11.August, 8.September und 13.Oktober in den Glauer Bergen (Naturpark Nuthe-Nieplitz) offeriert.
  • Mehr Infos unter www.scribanisssimo.de 
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