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Jubel in Treuenbrietzen: Gesamtschule kommt

Mittelmark Jubel in Treuenbrietzen: Gesamtschule kommt

Eine lockere Videobotschaft aus Potsdam hat in Treuenbrietzen am Donnerstag vielfach große Freude ausgelöst. Brandenburgs scheidender Bildungsminister, Günther Baaske (SPD), kündigt darin die Genehmigung für den Aufbau einer Gesamtschule an. Seit vier Jahren war darum vor Ort hart gekämpft worden.

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Blühende Zukunft erhofft: Das Gymnasium Treuenbrietzen darf nun aufgelöst und zur Gesamtschule mit Abiturstufe umgewandelt werden.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Eine der wohl letzten Amtshandlungen des am Dienstag überraschend zurückgetretenen brandenburgischen Bildungsministers, Günter Baaske (SPD), hat am Donnerstag in Treuenbrietzen breite Freude ausgelöst. Die dort seit gut vier Jahren angestrebte Umwandlung des Gymnasiums „Am Burgwall“ in eine Gesamtschule mit Abiturstufe ist jetzt vom Bildungsministerium genehmigt worden. Sie könnte zum nächsten Schuljahr 2018/19 starten.

Das verkündete Bürgermeister Michael Knape (parteilos) am Vormittag während seines Empfangs aus Anlass seiner am Sonntag erfolgten Wiederwahl als Rathauschef. Dort präsentierte er eine lockere Videobotschaft des Ministers.

„Ich bin total erleichtert und freue mich riesig“, sagt André Biebow. „Das ist das Beste, was Treuenbrietzen und der Region passieren konnte“, so der Elternsprecher des Gymnasiums gegenüber der MAZ. Seit gut vier Jahren hat er sich mit Diana Specht als Elternvertreterin der Grundschule sowie einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der Kommune und der Schulen intensiv engagiert für die Stärkung des Gymnasiums und zuletzt vor allem für die neue Bildungsform in der Fläming-Region.

Auch die Elternvertreter Diana Specht und André Biebow wollen verstärkt über die jetzt in Treuenbrietzen mögliche Gesamtschule für die Fläm

Auch die Elternvertreter Diana Specht und André Biebow wollen verstärkt über die jetzt in Treuenbrietzen mögliche Gesamtschule für die Fläming-Region informieren.

Quelle: Thomas Wachs

Die Gesamtschule ermöglicht den Weg zum Abitur in 13 Jahren und eine Differenzierung auch noch nach der zehnten Klasse. „Dafür erhielten wir großen Zuspruch weit über die Stadtgrenze hinaus“, erklärt Biebow: „Entsprechend groß war überall nun die Freude über die endlich mögliche Gesamtschule, die viele wünschen.“ Die Nachricht habe sich am Donnerstag wie ein Lauffeuer herumgesprochen. „Sie ist der Lohn vieler für vier Jahre harte Arbeit“, so Biebow.

Die Zusage aus Potsdam sei jetzt „früh genug gekommen, um die neuen Möglichkeiten dieses Bildungsweges zum Abitur nun rundherum in den Elternversammlungen im Oktober und November im Detail vorzustellen“, sagt der Elternsprecher. Er ist aufgrund der großen Resonanz seit dem Projektstart optimistisch, die nötigen Anmeldezahlen für die Gesamtschule zu erreichen. „Das geht natürlich nicht nur mit der Stadt allein, sondern mit der erweiterten Region“, so Biebow. Als neues Einzugsgebiet sieht die Arbeitsgruppe über den Hohen Fläming hinaus teilweise auch die Regionen um Beelitz sowie Luckenwalde und Jüterbog im angrenzenden Nachbarlandkreis Teltow-Fläming.

Befürchtungen in der Umgebung

Günter Baaske hatte in seiner Botschaft ans Rathaus „der neuen Schule einen guten Start und viele Schüler“ gewünscht. Es sollten „jedoch nicht so viele sein, dass sie andere Schulen rundherum tot machen“, sagte Baaske zum neuen Angebot in seinem Heimatwahlkreis als Landtagsabgeordneter.

„Das ist auch unser schon immer kommuniziertes Ziel“, sagt Michael Knape der MAZ. „Niemand möchte, dass andere Schulen krachen gehen“. Vielmehr solle „die gesamte Region als Bildungsstandort gestärkt werde“, so der Rathauschef. Ziel müsse es nun sein, mindestens 100 Schüler für den Start in vier bis fünf siebten Klassen zu werben, um den sicheren Übergang in die Oberstufe zu gewährleisten. Der Bürgermeister kündigt dafür eine Informationskampagne an, die mit professionellem Marketing begleitet werde.

„Vier Wochen weniger Unsicherheit geben uns nun die Möglichkeit, rechtzeitig genug Vollgas zu geben“, so Knape. Erhofft wurde die Zusage auf den erst am 15. September beim Bildungsminister eingereichten Antrag der Stadt bis Ende Oktober. „Wir haben nun einen riesen Schritt gemacht. Jetzt fängt die neue Arbeit richtig an“, sagt André Biebow.

Das in Jahren zuvor unter schwankenden Anmeldezahlen leidende Gymnasium startetet nach starken 64 Anfragen im aktuellen Jahrgang mit 60 Schülern. Sie setzen ihren Weg als Gymnasiasten in Sonderklassen unter dem Dach der Gesamtschule fort. Das 1991 etablierte Gymnasium würde somit im Jahr 2022/23 mit dem letzten Abiturjahrgang auslaufen.

Kreistag stimmte für eine Gesamtschule

Als Träger der Schule müsse die Stadt nun zunächst den konkreten Bescheid abwarten. Details zum Aufbau der völlig neuen Schule will die Kommune im Kontakt mit dem Bildungsministerium, dem Schulamt und dem Kreis beraten, kündigt Knape an. Gespräche intensivieren möchte er nun auch mit den Verwaltungschefs und politischen Gremien der Nachbarkommunen Brück und Niemegk. „Nach den Wahlen und der neuen Besetzung in Brück gibt es nun für alle wieder mehr Planungssicherheit“, sagt der Treuenbrietzener Bürgermeister am Donnerstag gegenüber der MAZ.

In Brück, Bad Belzig und Beelitz hatte es zwischenzeitlich Befürchtungen gegeben, dass eine neue Gesamtschule in der Region die Standorte der Oberschulen gefährden könnte. Dennoch sprach sich auch der Kreistag für eine Gesamtschule aus. Ein zwischenzeitlich favorisiertes Kooperationsmodell mit der Brücker Oberschule galt zuletzt nicht mehr als genehmigungsfähig. Das Treuenbrietzener Konzept und der überarbeitete Schulentwicklungsplan des Kreises gehen nicht von einer massiven Gefährdung anderer Schulen aus.

Von Thomas Wachs

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