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Potsdam-Mittelmark Jugendarbeit bekommt einen neuen Träger
Lokales Potsdam-Mittelmark Jugendarbeit bekommt einen neuen Träger
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14:39 15.03.2018
Auch der Christliche Verein Junger Menschen Region Bad Belzig (CVJM) hat sich um die Übernahme der Jugendarbeit beworben. Der Verein hat bereits ein kleines Domizil in der Stadt und präsentiert sich regelmäßig – wie hier zum Altstadtsommer. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

Die Jugendarbeit in Bad Belzig wird im 25. Jahr ihres Bestehens eine radikale Veränderung erfahren. War bislang das Jugendfreizeitzentrum „Pogo“ in der Berliner Straße der Kernort der Jugendarbeit, werden die Türen dort ab 1. Januar wohl verschlossen bleiben. Vielmehr soll eine so genannte aufsuchende Jugendarbeit mit nur noch zwei Sozialarbeitern geleistet und als deren Basis ein kleiner Raum in zentraler Lage genutzt werden.

Mit dieser Strategie wollen der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark (AAfV), das Diakonische Werk Potsdam-Mittelmarks, der Christliche Verein Junger Menschen Region Bad Belzig (CVJM) sowie die Stiftung Sozialpädagogisches Institut „Walter May“ (SPI) die Jugendarbeit neu ausrichten. Ihre Visionen dazu haben die vier Bewerber nun im städtischen Sozialausschuss vorgestellt.

Zehn Minuten Zeit, um Konzept vorzustellen

Derzeit ist das SPI für die Jugendarbeit zuständig. Zum 31. Dezember läuft der seit 2010 bestehende Betreibervertrag aus. Auch wenn die Stiftung neben dem Freizeittreff Bildungs-, Medien-, Sozial- und Integrationsarbeit im „Pogo“ leistete und zusätzlich Kulturprogramme anbot, war es in den vergangenen Monaten in den städtischen Gremien immer wieder zu Diskussionen über die Qualität der Jugendarbeit gekommen. In dieser Folge wurde der Betreibervertrag mit dem SPI durch die Stadt beendet und die Jugendarbeit neu ausgeschrieben.

Jeweils zehn Minuten hatten die Bewerber Zeit, um ihre Konzepte vorzustellen. Anschließend wurde hinter verschlossenen Türen eine Vorauswahl getroffen. Nach MAZ-Informationen sollen der AAfV und der CVJM diese erste Bewerbungsrunde für sich entschieden haben. Wer letztendlich ab dem kommenden Jahr für die Jugendarbeit verantwortlich zeichnet, werden die Stadtverordneten erst in ihrer Sitzung am 11. Dezember entscheiden.

Nicht als Macher, sondern als Vernetzer agieren

Der in Kuhlowitz ansässige AAfV ist seit fast zwei Jahren anerkannter Träger der Jugendhilfe und ist gegenwärtig in der Betreuung minderjähriger ausländischer Flüchtlinge tätig. Für die rund 800 Kinder und Jugendlichen in der Kernstadt und den Ortsteilen wolle man künftig nicht als Macher agieren, sondern als Vernetzer, sagt Geschäftsführer Johannes Blatt. Er räumte ein, definitiv nicht alle Jugendlichen erreichen zu können. Anstatt im „Pogo“ wolle man die Jugendarbeit von einem kleinen Standort mit Büro aus gestalten und von dort aus den Dialog mit den Jugendlichen suchen.

Zwei ausgebildete Sozialpädagogen sollen dafür verantwortlich sein. Sowohl die Räumlichkeiten als auch das Personal müssten jedoch noch gesucht werden. Ein nahtloser Übergang in der Jugendarbeit wäre damit unmöglich – weshalb die Kommune sich bereits mit einer Arbeitsaufnahme des künftigen Trägers zum 30. März einverstanden erklärt hat.

Pogo-Modernisierung würde 200 000 Euro kosten

Im Pogo will keiner der vier Bewerber Jugendarbeit anbieten. Das Haus wurde 1993 eröffnet und wechselte aus der Trägerschaft des Kreises in die der Stadt.

Aufgrund hoher Brandschutzauflagen mussten in den vergangenen Monaten dort bereits Angebote gestrichen werden. Auf 200 000 Euro werden die erforderlichen Modernisierungen beziffert.

Diese Summe veranlasste in der Vergangenheit zu Diskussionen, ob das Haus verkauft werden soll oder nicht.

Die ursprüngliche Idee, die Jugendarbeit in der alten Geschwister-Scholl-Grundschule am Busbahnhof zu etablieren, konnte aus Geldgründen bislang nicht verwirklicht werden.

Die Stiftung SPI ihrerseits will die Jugendarbeit laut Konzept in Räumen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) auf dem Rollberg anbieten.

Der CVJM hingegen hätte sowohl das ausgebildete Personal als auch den kleinen Standort bereits zum 1. Januar parat. Mit Jan Schneider, Wahl-Brandenburger seit zehn Jahren und mit sechsjähriger Erfahrung in der mobilen Jugendarbeit im Oderbruch, stellte der Brücker Pfarrer Helmut Kautz das Konzept vor. Bis zur Fertigstellung eines neuen zentralen Jugendhauses – die alte Geschwister-Scholl-Schule wird von beiden als ideal dafür angesehen – soll der „Jugendladen“ in der Straße der Einheit 46 den jungen Leuten offen stehen.

Zusätzlich soll im wöchentlichen Turnus im Klinkengrund ein Angebot unterbreitet werden und die Treffpunktarbeit in den Ortsteilen starten. Ähnlich wie in Ragösen, wo der CVJM bereits Angebote im dortigen Jugendclub offeriert. „Wir wollen den Jugendlichen zeigen, was sie können und welche Kompetenzen sie besitzen. Wir sehen sie nicht nur als Konsumenten sondern wollen befähigen, auch für andere aktiv zu werden“, warb Schneider.

Von Christiane Sommer

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