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Jugendclub hat bald dritten Öffnungstag

Wusterwitz Jugendclub hat bald dritten Öffnungstag

Anne Flechsig baut den Wusterwitzer Jugendclub neu auf. Er ist mittlerweile eine feste Größe im Leben von dutzenden Kindern im Ort. Ab Herbst wird sich etwas ändern in der Begegnungsstätte der Diakonie. Die Sozialpädagogin hält eine gute Nachricht für die jungen Besucher bereit. Dass die sich so zuhause fühlen, hat einen einfachen Grund.

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Wir sind da: Die Wusterwitzer Kinder des Jugendclubs.

Quelle: Marion von Imhoff

Wusterwitz. Sie sind eine quirlige, aufgedrehte und doch miteinander entspannt umgehende Gruppe: 15 Jungen und Mädchen treffen sich an diesem warmen Juni-Nachmittag im Wusterwitzer Jugendclub. Kichern, Lachen, Späße und Gedränge auf der schwarzen Couchgarnitur. Nur eine bewahrt Ruhe: Anne Flechsig. Seit 2014 leitet die Sozialpädagogin den Jugendtreff. Sie ist beim Diakonischen Werk angestellt, der Träger der Begegnungsstätte ist. Es gibt solche Jugendclubs auf dem Lande nicht mehr häufig. Räume, in denen Kinder und Jugendliche unter sozialpädagogischer Betreuung ihr Freizeit verbringen können. Zwei Nachmittage die Woche ist der Jugendclub geöffnet und bald kommt hin und wieder ein dritter Öffnungstag hinzu. „Ab Herbst öffnen wir alle drei Wochen auch am Freitagnachmittag“, sagt Anne Flechsig.

Hochwillkommen ist diese Ausweitung der Öffnungszeiten bei der Wusterwitzer Jugend. Wobei das Wort Jugend – an diesem Nachmittag zumindest – nicht recht passen will: Die ältesten der Kinder sind zwölf Jahre alt. Für sie alle ist der Weg zu ihrem Treff an der Ernst-Thälmann-Straße vertraut. Über ein kleines Waldstück führt ein kaum 100 Meter langer Pfad von der Grundschule zu dem grellbunt angemalten Flachbau. Vorbei kommen sie dabei an der Turnhalle und ein paar Ameisenstraßen.

Das Gelände ist den Kindern von der ersten Klasse an vertraut

Idealer könnte es nicht sein, findet die Clubleiterin. „Sie müssen über keine gefährliche Straße gehen.“ Und sind auf dem Gelände von klein auf so was wie zuhause.

„Seit zwei Jahren baue ich den Jugendclub von Grund wieder auf“, berichtet die 35-Jährige. „Der Jugendclub war tot. Wirklich bei Null!“ Ihre Vorgängerin war in den Ruhestand gegangen. Es habe bis auf ein Telefonat keine wirkliche Übergabe des Jobs gegeben.

Anne Flechsig arbeitet mit einer halben Stelle als Sozialpädagogin an der Grundschule. Jugendclubleiterin und Schulsozialarbeiterin: Das sei eine gute Kombination. Sie kennt die Nöte einiger Kinder, wenn es um Sorgen zuhause geht, Trennung der Eltern oder Schulprobleme. Die Zusammenarbeit mit den Eltern sei gut. „Ich habe hier prima Eltern, die sich engagieren“, so Anne Flechsig. „Ich habe Kinder gefragt, ob sie nicht Lust hätten, nachmittags mit hier her zu kommen.“ Und viele hatten Lust.

Einen Raum für sich

„Jugendclubs sind wichtig für sie. Hier haben sie einen Raum für sich“, sagt Anne Flechsig. „Sie können hier miteinander reden, sich austauschen oder in Ruhe chillen.“ Natürlich ist das viel besser als allein herumzuhängen, sich zu langweilen. „Hier bekommen sie Aufgaben von mir und lernen Verantwortung.“ Es gibt allgemeine Gespräche, wie es ist in der Pubertät, wie mit dem ersten Freund, der ersten Freundin. Über dies und das, all jenes, was Kinder und Jugendliche zwischen Kindheit und Erwachsensein beschäftigt.

An diesem Tag haben die 15 gemeinsam gekocht. Es gibt ein großes sauberes Bad, Tischfußball, einen altersschwachen Fernseher. In drei Nebenräumen mit Schreibtischen und Sofas liegen die Schulranzen verstreut. Einige der Besucher erledigen im Jugendclub auch ihre Hausaufgaben. Gleich zieht die Truppe über den Waldweg zur Turnhalle. „Bewegung ist so wichtig, die brauchen das“, sagt Anne Flechsig. Sie kennt die Kinder teils von Geburt an.

Ihre Wünsche: ein Basketballkorb und mehr Gartenstühle

Anne Flechsig ist in Wusterwitz aufgewachsen. Ihre Schullaufbahn ist mittlerweile nicht mehr wiederholbar für die Jüngeren. Von der Wusterwitzer Grundschule ging es auf die inzwischen geschlossene Oberschule im Ort und von dort zum Abitur ins 16 Kilometer entfernte Ziesar, als es diesen Schulzweig dort noch gab.

Die zwölfjährige Lea besucht die Oberschule in Kirchmöser. Das sei auch okay, findet sie. Marlene wünscht sich dennoch die Oberschule zurück: „Damit alle hier bleiben können.“ Und ein Swimmingpool für den Jugendclub. Basketballkorb und mehr Stühle für draußen wären auch Wünsche der Kinder. Doch Wusterwitz und ihren Club, da sind sie sich einig, finden alle toll.

Der Wusterwitzer Jugendclub

Der Wusterwitzer Jugendclub in der Ernst-Thälmann-Straße 53 ist derzeit noch dienstags und mittwochs von 12 Uhr an bis um 18/ 19 Uhr geöffnet. Ab Herbst kommt alle drei Wochen freitags ein Öffnungsnachmittag hinzu.

Wöchentlich besuchen etwa 15 bis 25 Kinder und Jugendliche die Begegnungsstätte. Sie sind zwischen neun und 15 Jahre alt. Sie kommen aus Wusterwitz selbst und den umliegenden Orten.

Träger des Jugendclubs ist das Diakonische Werk im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Von Marion von Imhoff

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