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Jugendclub lässt Jugend draußen

Zutritt zur "Pogo"Halloweenparty erst ab 18 Jugendclub lässt Jugend draußen

Die Stadtverordneten von Bad Belzig sind sauer: Der Jugendclub „Pogo“ will die Jugend vor der Tür stehen lassen. Zutritt zur Halloweenparty, die am morgigen Abend in der Baur-Halle steigen soll, haben laut Clubchef Lehmann nur Erwachsene.

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Weihnachten 2012: Partyalarm an der Albert-Baur-Halle in Bad Belzig.

Quelle: Archiv

Bad Belzig. Nicht dass es den Jugendlichen aus dem Hohen Fläming zu gruselig werden könnte. Dennoch soll es zu ihrem Schutz sein, wenn ihnen der Zutritt zur Albert-Baur-Halle morgen Abend verwehrt wird. Das Jugendfreizeitzentrum Pogo veranstaltet dort eine Halloween-Tanzparty mit mehreren Diskjockeys. Doch nur wer 18 Jahre alt ist, wird hereingelassen. Das hat Peter Lehmann, Leiter der Einrichtung, auf MAZ-Anfrage bekräftigt.

Diese Beschränkung hat bei den ausgeschlossenen Jugendlichen und deren Eltern für Ärger gesorgt. Inzwischen haben gar die Stadtverordneten ihren Unmut darüber zum Ausdruck gebracht. Denn die 2010 an die Stiftung Sozialpädagogisches Institut (SPI) „Walter May“ übertragene Begegnungsstätte wird mit jährlich knapp 100 000 Euro bezuschusst, um soziokulturelle Angebote für die Teenager zu unterbreiten. „Jetzt aber haben wir eine kommerzielle Veranstaltung, die ausgerechnet die spezielle Zielgruppe der 14- bis 17-Jährigen ausgrenzt“, ärgert sich Ursula Schwill (Bündnis 90/Die Grünen). Wie Heinz Friese auf Nachfrage bestätigt hat, wird die Arena dem Jugendfreizeitzentrum Pogo kostenlos überlassen. „Für zwei Termine im Jahr ist das mit der SPI-Stiftung vereinbart worden“, bestätigte der Hauptamtsleiter. Nähere Details zu Inhalt und Organisation scheinen nicht festgelegt, wie die Nachfrage von Hendrik Hänig (SPD) ergab.

Der „Pogo“-Chef verweist indes auf zahlreiche Offerten seines Hauses, die das Jahr über ohne Altersbeschränkungen besucht werden könnten. Erfahrungen bei der Durchsetzung des Jugendschutzgesetzes – im Speziellen den Ausschank von Alkohol betreffend – hätten zu der jetzt getroffenen Regelung geführt. „Die Variante, 14- bis 18-Jährige bis 24 Uhr teilhaben zu lassen, ist durchaus möglich. Das Jugendzentrum müsste dann die Jugendlichen beaufsichtigen und die Verantwortung übernehmen. Aber das lässt sich bei einem Ereignis mit 600 bis 800 Gästen einfach nicht realisieren. Selbst wenn die Unter-16-Jährigen (gar kein Alkohol) ein gelbes Bändchen und die 16- bis 18-Jährigen ein rotes Bändchen (Bier und weinhaltige Getränke) bekommen, ist nicht gesagt, dass nur die vorgesehenen Getränke konsumiert werden“, heißt es in einer Stellungnahme. Das „ambitionierte Ziel“, das jüngere Publikum um Mitternacht aus dem Saal zu bekommen, sei ebenfalls nicht problemlos zu bewältigen.

Dass es in Berlin und Potsdam durchaus geschafft wird, hält Ursula Schwill ihm entgegen. Wie groß die Nachfrage hierzulande wäre, ist nicht so ganz absehbar. Im vergangenen Dezember durften die Unter-18-Jährigen – bei Vorlage eines sogenannten Muttizettels – mitfeiern. 55-mal ist davon Gebrauch gemacht worden. Es lag offenkundig nicht an ihnen, dass die X-Mas-Party 2012 wegen des seinerzeit offenbar nicht erwarteten Andrangs von mehr als 1000 Besuchern in Erinnerung bleibt.

Von René Gaffron

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