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Potsdam-Mittelmark Jugendliche sprayen für schöneren Ort
Lokales Potsdam-Mittelmark Jugendliche sprayen für schöneren Ort
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17:46 14.05.2017
Aller Anfang ist schwer: Borkwalder Kinder und Jugendliche üben sich in Graffiti-Malerei. Quelle: Andreas Trunschke
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Borkwalde

Sprayen will gelernt sein. Diese Erfahrung machten zehn Kinder und Jugendliche aus Borkwalde an diesem Sonnabend. In einem Workshop probierten sie erstmals den Umgang mit der Sprühdose aus.

Ihr großes Ziel ist es, einige der zahlreichen grauen und teilweise beschmierten Telekom-, Trafo- und anderen technischen Kästen in der Waldgemeinde mit eigenen Motiven neu zu gestalten. Damit wollen sie ihren Ort interessanter machen. Die Anregung zu dem Vorhaben kam aus der Arbeitsgruppe Marketing, die sich im Umfeld der Gemeindevertretung gebildet hatte.

Der Borkwalder Sozialarbeiter Stephan Güthoff von Job e. V. hat durchaus selbst einige Erfahrung im Umgang mit der Sprühdose. Aber die Kids konnten nicht nur von seinem Können profitieren. An seiner Seite hatte er mit Denis Schulze-Tech einen wahren Könner seines Faches.

Er hat für viele Firmen schon sehr lebensnahe Bilder gesprüht. Beide wiesen die Kids nicht nur in die Handhabung der Sprühdosen ein, sondern auch in den notwendigen Schutz. Atemmaske und Handschuhe sind Pflicht.

Beispiel einer der Arbeiten vom Wochenende. Quelle: Trunschke

Bevor es tatsächlich ans Sprühen ging, mussten erst einmal Motive gefunden werden. Sie sollten den Geschmack der jungen Borkwalder treffen, und für sich auch technisch umsetzbar sein. Als erste Vorstellungen einigte man sich unter anderem auf einen Frosch, ein Pokemon und einen Ballon. Für die von Güthoff und Schulze-Tech vorgeschlagene und schon einmal am Computer entworfene Darstellung der Borkwalder Kirche konnte sich zunächst keiner der Kids erwärmen. Aber noch ist diese Idee nicht begraben. Schließlich werden noch viele Motive gebraucht.

Die Künstler ließen ihrer Fantasie freien Lauf. Quelle: Trunschke

Bei der Umsetzung der am Computer herausgesuchten Ideen machten dann alle eine Erfahrung, die Schulze-Tech so beschreibt: „Sprayen sieht immer so einfach aus. Ist es aber nicht.“ Von den ersten Versuchen etwas entmutigt, brauchten alle eine halbstündige Erholungspause. Nach und nach fingen alle wieder an weiterzuarbeiten. Die zweiten Versuche sahen dann schon deutlich besser aus. Bis zur Öffentlichkeitsreife soll aber nach diesem ersten Reinschnuppern nun weiter geübt werden. Immerhin will die Telekom die Entwürfe für ihre Schaltkästen vorab sehen und abnehmen.

Die Sprühdosen für den Workshop kamen übrigens aus der Asservatenkammer der Polizei. Die bei illegalen Aktionen eingezogenen Dosen kommen so nun einem gemeinnützigen Zweck zugute.

Von Andreas Trunschke

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