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Diese Jugendliebe hält ein Leben lang

Diamantene Hochzeit Diese Jugendliebe hält ein Leben lang

Ursula und Günther Herbke feiern am Dienstag den 60. Hochzeitstag. Das Paar, das heute in Reetz (Potsdam-Mittelmark) bei Kindern und Enkeln lebt, hat sich einst in Grubo kennen gelernt. Doch die Jugendliebe war im Dorf nicht von Anfang an akzeptiert.

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Ursula und Günther Herbke – seit 60 Jahren ein Paar.

Quelle: Eva Loth

Reetz. Ursula und Günther Herbke sind der Beweis dafür, dass eine Jugendliebe ein Leben lang halten kann. Die beiden sind schon seit ihrer Schulzeit ein Paar und am 10. Mai nunmehr 60 Jahre lang verheiratet.

Ursula Herbke wurde in Grubo geboren, Günther Herbke kam als Flüchtlingskind im Alter von zwölf Jahren im Dorf an. Ursprünglich stammt er aus dem kleinen Ort Walmersdorf in der Nähe von Posen. Schon in der Schule liebäugelten die zwei miteinander, als Jugendliche wurden sie ein Paar. Anfangs trafen sie sich heimlich, denn es sollte keiner im Dorf wissen.

Der Flüchtling war im Dorf nicht gern gesehen

Mit einem Flüchtling zu gehen, sei damals so eine Sache gewesen, erinnert sich Ursula Herbke. Aber irgendwann kam es natürlich heraus, nicht zuletzt, weil Eltern und Nachbarn gerade auf dem Tanzball die junge Frau fast argwöhnisch beobachteten. „Da ist doch was mit den beiden“, klatschte und tratschte es.

Letztlich freundete sich die künftige Schwiegermutter mit dem Freund der Tochter an. Ihre Meinung war entscheidend, denn der Vater war im Krieg geblieben. Als sich das erste Kind ankündigte und das Paar zusammen ziehen wollte, habe man damals heiraten müssen. Denn ohne Trauschein keine Wohnung.

Diese bekam die kleine Familie dann zugewiesen und war froh, auch wenn es nur eine „alte Butze“ war, wie sich die Jubilare schmunzelnd erinnern. Weitere drei Kinder machten das Glück. komplett, Heutzutage kommen dazu fünf Enkel und drei Urenkel.

Feldbau in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft

Wie damals typisch arbeitete Ursula Herbke in der Landwirtschaft der Eltern, später im Feldbau in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). Ehemann Günther begann nach der Schulzeit eine Lehre beim Schmied. Ab 1959 war er dann Landmaschinen- und Traktorenschlosser und das bis zum Renteneintritt.

Als für seine Frau die Arbeit auf der LPG gesundheitlich nicht mehr zu machen war, nähte sie in Heimarbeit Puppenkleider für die Görzker Puppenfabrik Heinitz. Anfang der 70er Jahre fing Günther Herbke an, sich einen Trecker selbst zu bauen. Das zog sich über viele Jahre, zahlte sich aber aus.

Ehepaar zog 2000 nach Reetz

Mit dem Oldtimer fährt Enkel Ronny samt Familie und Hund nach wie vor durch Reetz. Denn dorthin zog das Ehepaar im Jahr 2000, um in der Nähe von Kindern und Enkeln zu sein, denn gesundheitlich geht es nicht mehr so gut wie einst. Deshalb nehmen sie nur selten an dörflichen Veranstaltungen teil.

Lieber genießen sie die Zeit im Garten mit einer wunderschönen Aussicht in Richtung Mahlsdorfer Wiesen. Bis vor ein paar Jahren weideten dort noch Kühe, heute leider nicht mehr, was das Paar sehr bedauert. „Damals fühlte man sich wie in den Alpen“ so Ursula Herbke. Besuch wird sich zur Feier des Tages bei dem Paar reichlich einstellen.

Von Eva Loth

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