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Stadtplan nur für Jugendliche

Kleinmachnow Stadtplan nur für Jugendliche

Einen Jugendstadtplan für die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf wollen drei junge Kleinmachnower Gemeindevertreter erarbeiten lassen. Die Karte soll möglichst alle Angebote für Jugendliche mit Anschrift und Öffnungszeiten ausweisen. Die Federführung für dieses Projekt hat Kleinmachnow übernommen. Bis zum Jahresende soll der Bestand aufgelistet sein.

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Alan Oeff, Markus Hurnik und Raoul Schramm (v. l.) wollen einen Jugendstadtplan für die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf erarbeiten.

Quelle: H. Helwig

Kleinmachnow. Es war eines dieser lockeren Gespräche, aus denen irgendwann eine handfeste Idee wird. Als die drei jungen Kleinmachnower Gemeindevertreter Markus Hurnik (CDU, 26), Raoul Schramm (Piraten, 21) und Alan Oeff (Bündnis 90/Grüne, 20) kürzlich bei einer Veranstaltung der Jungen Union überlegten, wo sich Jugendliche im Ort überhaupt treffen können, merkten sie bald, dass ihnen ein Überblick fehlte. „So geht es sicher nicht nur uns. Viele Jugendliche wissen nicht, welche Angebote es in der Gemeinde gibt“, sagt Hurnik.

Das soll sich ändern. Die drei jungen Abgeordneten wollen eine Karte für junge Kleinmachnower erarbeiten lassen. Da sie aus drei verschiedenen Fraktionen kommen, war ihnen die Mehrheit in der Gemeindevertretung sicher. Sie beauftragte die Verwaltung, bis zum Jahresende ein Verzeichnis der Treffpunkte, Kultur- und Jugendeinrichtungen, Sportmöglichkeiten und Cafés oder Restaurants mit Adresse und Öffnungszeiten sowie der regelmäßigen Veranstaltungen für Jugendliche in Kleinmachnow zu erstellen. Mit diesem Grundgerüst wollen Hurnik, Schramm und Oeff zu den Jugendlichen gehen, um ihre Meinung zu den Angeboten einzuholen und nach Änderungswünschen beziehungsweise noch fehlenden Freizeitmöglichkeiten zu fragen. „Natürlich ist Berlin ganz nah. Doch oft will man seine Freizeit dort verbringen, wo man lebt“, sagt Oeff.

Trotzdem bleiben die Jugendlichen nicht an den Gemeindegrenzen stehen, wenn im Nachbarort ein Event lockt, wissen die Kleinmachnower. Darum haben sie ihr Projekt den drei Regionalausschüssen im TKS-Land in der jüngsten Sitzung vorgestellt. Nun soll das Kartenwerk in angepasster Form auch auf Teltow und Stahnsdorf erweitert werden. Darüber sollen demnächst die Sozialausschüsse beider Kommunen diskutieren. Ob die dortigen Verwaltungen parallel zu Kleinmachnow ähnliche Bestandsaufnahmen vornehmen oder sich erst später am vorliegenden Kleinmachnower Modell mit eigenen Karten orientieren werden, ist noch unklar, meint Schramm.

Der Jugendstadtplan der TKS-Region soll hauptsächlich als mobile Web-Seite angelegt werden, die von möglichst allen Endgeräten aufgerufen werden kann, weil Jugendliche bekanntlich meist in den elektronischen Medien unterwegs sind, erklärt Hurnik. Einige gedruckte Exemplare sollen an Schulen verteilt und im Rathaus ausgelegt werden. Die drei Kleinmachnower wünschen sich, dass die erste Auflage ihrer Karte bis zum Sommer des nächsten Jahres steht. Danach kommt es darauf an, die Seite regelmäßig mit neuen Angeboten zu aktualisieren, sagen sie. Vielleicht könnte dies ein Dienstleister übernehmen.

Bei Treffpunkten hat die Gemeinde Kleinmachnow schon viel für Jugendliche unternommen, loben die drei Gemeindevertreter. So werden die drei Holzpavillons und die etwa 30 Holzbänke, die in der Gemeinde verteilt aufgestellt wurden, gern von den jungen Leuten genutzt. Was Raoul Schramm persönlich noch fehlt, ist ein Bürgerhaus, in dem Jugendliche und Familien kostenfrei oder zumindest vergünstigt feiern können. Zwar soll auch die Verwaltung Räume vermieten, doch „wer möchte schon seine Geburtstagsgäste ins Rathaus einladen.“ Vielleicht ließe sich dafür mal das derzeitige Haus des Bauhofes nutzen, wenn der geplante gemeinsame Bauhof der Region einen anderen Standort bezogen hat, sagt er augenzwinkernd.

Gute Ausgangsbedingungen für den Jugendstadtplan

Der Jugendstadtplan soll ein Angebot für Jugendliche im Alter von elf bis
25 Jahren sein.

Eine Jugendkarte soll bereits für die Arbeitsgruppe Jugend in Kleinmachnow erarbeitet worden sein. Diese Karte soll allerdings mehr für den internen Gebrauch dienen. Die Arbeitsgruppe setzt sich unter anderem aus Vertretern der Jugendarbeit „Carat“, des Jugendcafés „Cupcake“, der Verwaltung und der Fraktionen der Gemeindevertretung zusammen.

Für Jugendliche soll die Gemeinde Kleinmachnow noch in diesem Jahr eine Parkour-Anlage im Europarc Dreilinden auf den Weg bringen. Pläne dazu würden bereits erarbeitet, heißt es. Im Europarc treffen sich bereits die Skater-Freunde und die Graffito-Künstler.

In einem Jugendforum im vergangenen Jahr in den neuen Kammerspielen Kleinmachnow wurden die Jugendlichen schon einmal nach ihren Vorstellungen von attraktiven Freizeitangeboten befragt.

Von Heinz Helwig

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