Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Jugendtreff „Pogo“ vor ungewisser Zukunft
Lokales Potsdam-Mittelmark Jugendtreff „Pogo“ vor ungewisser Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 29.04.2017
Der Pogo-Jugendfrezeittreff steht vor dem Aus. Quelle: Christiane Sommer
Anzeige
Bad Belzig

Die Jugend in Bad Belzig hat womöglich bald kein Clubdach mehr über den Kopf. Zudem ist die Betreuung ab 1. Januar 2018 allgemein ungewiss. Der für drei Jahre gültige Betreibervertrag mit der Stiftung Sozialpädagogisches Institut „Walter May” (SPI) endet Silvester. Politik und Verwaltung haben augenscheinlich keinen Plan, ob, wie und von wem die offene Jugendarbeit fortgeführt werden soll.

Eigentlich sollte schon eine parlamentarische Arbeitsgruppe nach der Kontroverse zum Jahresbericht 2015 im vorigen Jahr die jetzt anstehende Entscheidung vorbereiten. Es gab jedoch mangels Konsens und daher nachlassender Mitarbeit kein greifbares Ergebnis. Nun hat sich die Lage noch verschlechtert.

200.000 Euro Kosten für Brandschutzauflagen

Die aus einer Brandschau resultierenden Auflagen sorgen dafür, dass die Möglichkeiten schon jetzt eingeschränkt werden. In beiden Obergeschossen dürfen sich derzeit maximal 32 Personen aufhalten. Die Kapazität für das Gebäude ist auf 80 Personen begrenzt. Das reicht eigentlich für den Tagesbetrieb. Allerdings stehen mit der Sperrung des Keller ausgerechnet der Fitnessraum sowie Probedomizil und Tonstudio für Musikbands nicht zur Verfügung.

Beim Musikertag im Pogo ließen sich Merlin Abramovich (l.) und Lucas Ringer aus Bad Belzig von Thomas Klebsch verschiedene DJ-Kniffe zeigen. Quelle: Josephine Mühln

Ob die von der Bauaufsicht geforderten Modernisierungen im Wert von rund 200.000 Euro erledigt werden sollen, ist noch nicht entschieden. Die CDU-Fraktion plädiert seit langem dafür, das kommunale Gebäude zu veräußern. „Aber nicht ohne Ersatz“, sagt Fraktionschef Wolfgang Terp. Doch die ursprüngliche Idee der Union, Jugendsozialarbeit in der ehemaligen Geschwister-Scholl-Grundschule am Busbahnhof zu etablieren, erscheint wie ein Luftschloss.

Ausrichtung der Arbeit in der Kritik

Nicht umsonst hat die Stadtverwaltung Geld aus dem Ausgleichsfonds des Landkreises für strukturschwache Kommunen beantragt, um die Backsteinvilla herrichten zu können. „Doch dort wird vor der gewiss nur schrittweisen Bewilligung ebenfalls erst die Frage gestellt, wie es langfristig weiter geht“, erklärte Baumatsleiter Christoph Grund. Er erwartet bei dem Umfang ein Bekenntnis der Stadtverordneten.

Doch gibt es – ausgerechnet bei Linken und Bündnisgrünen – von jeher Zweifel an der Ausrichtung der Arbeit von Peter Lehmann und seinen zehn SPI-Kollegen. Dabei haben jene versucht zu zeigen, dass sie nicht nur einen Freizeittreff mit Kulturprogramm unterhalten, sondern Bildungs-, Medien- und Sozialarbeit sowie aktuell Integration leisten. Ein Antrag von Lothar Lehmann (Freie Wählergemeinschaft), deshalb den Vertrag zumindest noch um ein Jahr zu verlängern, ist aber im Hauptausschuss wegen vergaberechtlicher Bedenken nicht zur Abstimmung gekommen.

2018 wäre Jubiläum

Das Jugendfreizeitzentrum Pogo gibt es in Bad Belzig gibt es seit 1993.

Bald nach der Eröffnung, bei der die Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Johannes Rau dabei waren, hat der Kreis Belzig das Prestigeobjekt in die Hände der Kommune gegeben.

Seit 2010 ist die Stiftung SPI „Walter May“ für den Betrieb verantwortlich. Derzeit sind bei ihr elf feste Mitarbeiter in den verschiedenen Sparten beschäftigt. Die Stadt sichert für die Hälfte des 195000 Euro-Jahresetats auf. Neben Geld der Stiftung kommen Projektförderungen zum Zuge.

Rund 11 000 Besucher pro Jahr sind zuletzt beim Tagesbetrieb und den Veranstaltungen gezählt worden.

Ob es zeitgemäße Alternativen dazu gibt, soll in einer Ausschreibung ermittelt werden. Was genau gefragt sein wird, soll laut Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) erst nach einer Beratung mit Experten des Kreisjugendamtes festgelegt werden. Leisegang erklärt, in der Sache noch nicht hinreichend Kenntnisse zu haben. Jedoch regte er an, dezentrale Lösungen zu prüfen.

Kommune will 100.000 Euro pro Jahr investieren

Etwa 100.000 Euro –zumindest das scheint Fakt – ist die Kommune wieder bereit, pro Jahr investieren. Im Sozialausschuss hat Stiftungsgeschäftsführer Andreas von Essen bereits die Gefahr dargestellt, die sich in der aktuellen Situation ergibt. „Mit der allemal rechtmäßigen Kündigung, aber ohne sich abzeichnende Perspektive suchen die Mitarbeiter ihre Wege.“ Und: „Dann erhält man womöglich den Zuschlag, aber die Kollegen sind weg.“

Klare Worte hat er zur Standortfrage, wobei er die Stadt in der Pflicht sieht. „Einen Träger, der sein Domizil mitbringt, wird es wohl nicht geben und ohne Gebäude geht es nicht!“ In einem Brief an die Abgeordneten wird jedenfalls vor einem fatalen falschen Zeichen gewarnt, wenn Bad Belzig als erste brandenburgische Kreisstadt solche Lücke in der kommunalen Infrastruktur zulassen würde.

Von René Gaffron

Einen sogenannten Schnullerbaum pflanzten Angela und Andreas Bauch zum Tag des Baumes auf dem Freigelände der Kita „Waldsternchen“ in Neuseddin. Kinder, die sich von ihrem Schnuller trennen wollen, können ihren Nuckel an die Äste des Kugelahorns hängen, die in seiner Blüte weidenartig nach unten hängen. Die ersten 30 „Tröster“ hängen schon in den Zweigen.

26.04.2017
Brandenburg Baaske gegen Gymnasialreform - Kein Abi nach 13 Jahren

In mehreren Bundesländern ist eine Debatte um das Abitur in Klasse 12 oder Klasse 13 entbrannt. Niedersachsen ist wieder zurück gekehrt zum Abi in der 13. Jahrgangsstufe, Bayern vor wenigen Tagen auch. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) sieht hingegen keinen Anlass, in Brandenburg etwas zu ändern. Er nennt dafür vor allem einen Grund.

29.04.2017

Die Klinik für Kinder und Jugendliche mit psychischem und psychosomatischem Rehabilitationsschwerpunkt in Beelitz-Heilstätten veranstaltet jährlich eine Fachtagung zu einem bestimmten Thema. In diesem Jahr steht die Familie im Mittelpunkt. Die Erfahrungen in Beelitz besagen, dass Eltern in der Erziehung ihrer Kinder zunehmend verunsichert sind.

26.04.2017
Anzeige