Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Wie der Hinduismus in den Fläming kam
Lokales Potsdam-Mittelmark Wie der Hinduismus in den Fläming kam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:45 07.10.2018
Juliane Fenske (38) lebt seit fünf Jahren in Jeserig und arbeitet als Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie hat den Hinduismus in den Fläming gebracht. Quelle: Josephine Mühln
Jeserig/Fläming

 „Folge deinem Gefühl“ – für Juliane Fenske ist dieser Satz mehr als nur ein gut gemeinter Ratschlag. Schließlich war es ihr Gefühl, dass sie vor fünf Jahren darin bestärkt hat, mit ihrem Mann in dessen Heimatort Jeserig zu ziehen. Weg aus Berlin, wo die 38-Jährige zeit ihres Lebens zu Hause war – abgesehen von einem Studienaufenthalt in Göttingen.

„Ich hatte das Gefühl, dass es wichtig ist, hierher aufs Land zu gehen“, sagt Juliane Fenske. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, bietet Kurse für Yoga und Stressbewältigung an. „Mein Eindruck war, dass sich auch die Menschen hier mit diesen Themen beschäftigen wollen – aber damit noch sehr einsam sind. Während es in Berlin von alledem zu viel gibt.“

Arbeit von Spiritualität geprägt

Mit der Zeit sei ihre Arbeit mehr und mehr von Spiritualität geprägt worden. Neben Yoga als Teil der hinduistischen Kultur beschäftige sie sich vordergründig mit der sogenannten „Gaudiya Vaishnava“-Tradition und biete für sie typische Veranstaltungen in bisher noch kleinem, privatem Rahmen an. Auch in ihre Arbeit lasse sie aus dieser Tradition stammende philosophische Ansätze und Methoden mit einfließen.

„Ich lege meiner Therapie ein anderes Weltbild zugrunde, als wir hier haben“, erklärt Juliane Fenske. „Es geht bei mir zum Beispiel darum, dass die Seele ein anderes Futter braucht, um gesund zu bleiben, als der Körper. Sie zieht ihre Energie aus anderen Quellen – wie der Meditation.“ Beim Yoga setzt die 38-Jährige auf das sogenannte „Bhakti-Yoga“, wobei „Bhakti“ so viel heißt wie Hingabe und Liebe.

Monatliche gemeinsame Seelenzeit

Zusammenkünfte – auch anlässlich indischer Feste und Feiertage – möchte Juliane Fenske in Zukunft gerne regelmäßig anbieten. „Gemeinsame Seelenzeit“ sagt sie dazu. Einmal im Monat könnte dann an Lehrer oder Persönlichkeiten des Hinduismus erinnert und über deren Lehren gesprochen werden. „Ich habe solche Veranstaltungen schon organisiert – aber bislang hat leider noch das Interesse gefehlt.“ Die nächste Zusammenkunft sei dennoch für einen Abend kurz vor Weihnachten geplant.

„Ich habe den Eindruck, dass die Menschen alle sehr beschäftigt sind – auch hier auf dem Land“, sagt Juliane Fenske. „Vieles ist wichtiger, als sich mit sich selbst zu beschäftigen.“ Zudem würden Glaube und Spiritualität häufig noch auf Widerstände, Angst und Skepsis treffen. In der Gesellschaft würde eher das Beweisbare zählen – Glaube sei aber eben mit fühlen und innerer Gewissheit verbunden. „Die Menschen haben den Glauben zwar in sich, sind aber gleichzeitig skeptisch und unsicher, sich dem zu stellen.“

Hilfsbereite Menschen getroffen

Dennoch sei sie im Hohen Fläming vor allem auf hilfsbereite Menschen getroffen, sagt Juliane Fenske. „Alle sind irgendwie verbunden, lassen sich aber auch gegenseitig sein.“ Sie schätze die Nähe zur Natur, die Ruhe und die Möglichkeit, sich dank ihres Gartens ein Stück weit selbst zu versorgen. Eine Sache fehle im Vergleich zu Berlin aber doch, gibt die 38-Jährige zu: „Ich würde gerne mehr spontan vegetarisch oder vegan essen gehen können“, sagt sie lachend.

Von Josephine Mühln

Manchmal sind aufmerksame Nachbarn gut, vor allem wenn sie einen Schlangenlinien fahrenden sturzbetrunkenen Mann aus dem OPR-Kreis an die Polizei melden.

07.10.2018

Eine scheinbar nie endende Geschichte ist die Sanierung des Betonkrebses auf der Autobahn 2 bei Brandenburg. Nun hat sich auch noch ein sanierter Abschnitt abgesenkt. Das Land investiert 18 Millionen Euro.

06.10.2018

Wo gibt’s den so was? Die alten Dachbalken im einstigen Herrenhaus der Rochows waren nicht mehr tragfähig, sollten aber erhalten bleiben. Die Planer ließen sich etwas einfallen.

05.10.2018