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Junger Lehrer mit Begeisterung für alte Musik

Kleinmachnow Junger Lehrer mit Begeisterung für alte Musik

Alexander Gergelyfi (28), der Cembalo-Lehrer der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark in Kleinmachnow, versucht, seine Liebe zu den alten Noten und authentischen Instrumenten an seine Schüler weiterzugeben. Am 2. Dezember kann man sich beim Konzert in Stahnsdorf einen Klang-Eindruck verschaffen.

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Alexander Gergelyfi (28) am Cembalo und Charlotte Sievert (18) an der Alt-Blockflöte bei der Konzertprobe am Donnerstagabend in der Stahnsdorfer Kirche.

Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Kleinmachnow/Stahnsdorf. Wenn er von alter Musik, von Barock, spricht, kommt er ins Schwärmen. Wenn er seinen Lieblingskomponisten nennen soll, kann er sich nicht zwischen Händel, Scarlatti und Muffat entscheiden: Alexander Gergelyfi, der Cembalo-Lehrer der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark in Kleinmachnow.

Mit etwa neun Jahren hat der Österreicher angefangen, Keyboard zu lernen, später ist er zum Klavier gewechselt. Als er mit 15 Jahren an das Linzer Konservatorium kam, dauerte es nur noch ein Jahr, bis er zum Cembalo fand, das dann auch sein Studienfach in Linz, Graz, Straßburg und Hamburg werden sollte. Der Grund: Seine Begeisterung für alte Musik. „Ich habe eigentlich nur bis Beethoven geübt – das alte Zeug halt.“ Besonders gut gefällt ihm an dieser Musikepoche, „dass man auch ein gewisses Maß an Freiheit und Improvisation mitbringen muss, weil nicht alles in den Noten steht.“ Auch das Instrumentarium und wie mit den Instrumenten umgegangen wird, findet der 28-Jährige interessant: „Es gibt keine Normierungen, aber dafür eine neue Ästhetik – und neue Materialien werden verwendet.“ Es sei auch eine Aufgabe der historischen Aufführungspraxis, dass man relativ viel über die Instrumente, die Stimmungssysteme, Ornamente, Besetzungsfragen und Tempi nachdenken muss. Eine Kantate hat er sogar schon selbst komponiert, anlässlich der Taufe seines kleinen Sohnes.

In Kleinmachnow ist sein Anliegen zunächst einmal die Kammermusik: Zu ihm kommen Schüler, die Cello, Geige, Fagott oder Blockflöte lernen, um mit ihm alte Musik zu spielen und den passenden Kontext der Stücke zu lernen. Aber auch Klavierspieler, die sich für das Cembalo interessieren, wenden sich an ihn – aktuell sind es vier. So kommt er auf 25 bis 30 Kinder ab rund sieben Jahren, Jugendliche und Erwachsene, die er im Jahr musikalisch betreut. „Aber das Verstehen des Musikstils und der verschiedenen Richtungen kommt vermutlich so ab 15 bis 17 Jahren“, schätzt er.

Auch wenn Cembalo nicht gerade das erste Instrument ist, das einem einfällt, wenn man sich für eine musikalische Ausbildung interessiert, investiert die Musikschule seit mittlerweile fünf Jahren in diesen Bereich. Nachdem das erste Cembalo – im Stil der 1970er-Jahre – einen Metallrahmen hatte und sehr nüchtern klang, wurde schließlich ein historisch authentisches Instrument angeschafft. Ein italienisches Cembalo ist saniert und neu besaitet worden. Der Fachbereich Blockflöte/Alte Musik wurde gegründet und Alexander Gergelyfi eingestellt. „Ziel ist, den jungen Musikern das musikalische Spektrum zu erweitern, ihnen den Spaß an einer anderen Musizierform zu vermitteln. Artikulation, Phrasierung, Musik als Klangsprache, sind die Themen, die Gergelyfi vermittelt“, erklärt Uta Hoffmann-Thoben, die Leiterin der Kreismusikschule. Für den Cembalisten hat sie nur Lob: „Er ist ein guter Lehrer – er motiviert die Schüler, ist nicht trocken. Er arbeitet mit Geschichten. Die Schüler gehen gerne zu ihm hin.“

Wer wissen möchte, wie ein Cembalo klingt – entgegen der allgemeinen Annahme habe es sehr wohl Anschlagsdynamik –, hat dazu am 2. Dezember ab 19 Uhr bei dem Konzert „Barocke Töne“ in der Stahnsdorfer Dorfkirche die Möglichkeit. Stücke von Vivaldi, Corelli, Bach und andere Komponisten werden aufgeführt – als Cembalo-Soli oder von Ensembles.

Der Eintritt zum Konzert ist frei.

Von Konstanze Kobel-Höller

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