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Juniorranger helfen Kröten über die Straße

Krötenwanderung im Hohen Fläming Juniorranger helfen Kröten über die Straße

Die Juniorranger der Naturwacht Hoher Fläming sind auch in diesem Jahr eifrig dabei, wenn es darum geht, Krötenschutzzäune aufzustellen. Am Wasserwerk in Wiesenburg können Amphibien jetzt schon sicher die Straße überqueren, am Donnerstag werden auch in Niemegk Zäune aufgestellt.

Wiesenburg 52.1141835 12.455903
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Flink bei der Sache: Die Juniorranger der Naturwacht waren eifrig beim Aufstellen der Krötenzäune in der Nähe des Wiesenburger Wasserwerkes.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. Auch am Wiesenburger Wasserwerk kommen die Kröten der umliegenden Gewässer ab jetzt wieder sicher über die Straße. Die Juniorranger der Naturwacht Hoher Fläming in Baitz haben kürzlich die für die Tiere überlebenswichtigen Zäune aufgestellt. Es wurde höchste Zeit: An einigen Standorten habe die Krötenwanderung schon eingesetzt, sagt Naturwacht-Leiterin Katrin Mielsch. Dieser Marsch endet oftmals noch immer für viele Tiere tödlich.

Um dem Amphibiensterben auf den Straßen im Fläming Einhalt zu gebieten, haben sich sieben Juniorranger zusammen mit Marina Czepel und Katrin Dörrwand von der Naturwacht auf den Weg zum Wasserwerk gemacht – ausgestattet mit Spaten, Fangeimern und Zäunen. „Es hat geregnet, richtiges Krötenwetter also“, berichtet Katrin Mielsch.

Ehrenamtliche Helfer sichern tägliche Betreuung der Zäune ab

Die Zäune würden meist bis Ende April, Anfang Mai stehenbleiben, erklärt Mielsch. „Im April haben wir oft noch mal eine Trockenphase, da tut sich fast nichts an den Zäunen – und wenn es dann noch mal regnet, kommt der letzte Schwung, bevor die Zäune wieder abgebaut werden.“ Beim Abbau sei allerdings auf gutes Wetter zu achten, damit die Zäune trocken wieder aufgerollt werden könnten. Sonst würden sie durch die Feuchtigkeit beschädigt und seien im nächsten Jahr nicht mehr zu gebrauchen.

In den Eimern sind die Kröten sicher – und warten auf ihren Transport zur anderen Straßenseite

In den Eimern sind die Kröten sicher – und warten auf ihren Transport zur anderen Straßenseite.

Quelle: Naturwacht Dahme-Heideseen

Die tägliche Betreuung der Zäune wird durch viele ehrenamtliche Helfer abgesichert, sagt Katrin Mielsch. Wanderungshochzeit sei in der Regel gegen Ende März, dann würden die Zäune zwei Mal täglich kontrolliert. Sonst erfolge die Kontrolle morgens. „Die Fangeimer werden immer in derselben Reihenfolge kontrolliert“, erklärt Naturwacht-Leiterin Mielsch. Auf Schmierzetteln würden die Tiere erfasst, bevor alles noch einmal fein säuberlich in die Erfassungslisten übertragen werde. „Der Profi unterscheidet beim Erfassen die Art und das Geschlecht eines Tieres“, sagt Mielsch und lacht. Im vergangenen Jahr sind über 28 000 Tiere an den Zäunen erfasst, dokumentiert und anschließend sicher über die Straße getragen worden.

Insgesamt 7,5 Kilometer Zaun im ganzen Fläming aufgestellt

Wie läuft die Kontrolle genau ab? „Jeder Zaunbetreuer hat einen Sammeleimer mit Deckel – denn wenn es wärmer wird, springen die Kröten auch gerne mal aus dem Eimer raus“, weiß Mielsch. Es geht für die Kröten also per Hand vom Fang- in den Sammeleimer und anschließend sicher auf die anderen Straßenseite – und hinaus in die Freiheit. Ganze 7,5 Kilometer Zaun werden über den Naturpark verteilt aufgestellt – neben Wiesenburg stehen die grünen Gebilde zum Beispiel auch in Görzke, Schmerwitz, Groß Marzehns, Neschholz und in Medewitz.

Wartelisten bei den Juniorrangern

Insgesamt gibt es bei der Naturwacht im Hohen Fläming vier Gruppen mit Juniorrangern. Jede dieser Gruppen besteht aus maximal acht Mitgliedern.

Die Gruppen sind nach verschiedenen Altersklassen aufgeteilt. Juniorranger kann jeder im Alter von vier bis 18 Jahre werden.

Die Plätze in den Gruppen sind begehrt: Rangerin Marina Czepel berichtet, dass sie derzeit schon Wartelisten führe. Stand jetzt muss manch einer bis zu zwei Jahre warten, um Mitglied bei den Juniorrangern zu werden.

Mehr erfährt man in der

Naturwacht Hoher Fläming, Im Winkel 13,

14822 Brück/OT Baitz, unter 033841-43734 oder per Email unter baitz@naturwacht.de

Der Naturschutzbund (Nabu) bittet indes alle Autofahrer in den Wanderungsgebieten der Kröten höchstens mit 30 Kilometern pro Stunde zu fahren. Denn die Amphibien würden nicht nur sterben, wenn sie überfahren werden, sondern auch durch den Luftdruck, den vorbeifahrende Autos erzeugten. Dieser ließe die Organe der Tiere platzen, teilte der Nabu jetzt mit. Darüber hinaus sollten Autofahrer Rücksicht auf die Ehrenamtlichen nehmen, die den Amphibien über die Straße helfen. Auch die Juniorranger sind am kommenden Donnerstag wieder im Einsatz. An diesem Tag wollen sie ihre Krötenschutzzäune im Bereich Niemegk aufstellen.

Von Josephine Mühln

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