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Potsdam-Mittelmark Präsidentenbesuch bei Juwelier in Stahnsdorf
Lokales Potsdam-Mittelmark Präsidentenbesuch bei Juwelier in Stahnsdorf
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18:36 07.11.2018
Friedrich Neumann repariert seit 45 Jahren Uhren in Stahnsdorf. Quelle: Jonas Nayda
Stahnsdorf

Ein winziges Zahnrad dreht sich im Innern der geöffneten Armbanduhr. „Tick-Tick-Tick“ macht es leise. Die Bewegung ist mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar. Doch Uhrmachermeister Friedrich Neumann weiß genau, wie er die filigrane Technik einstellen muss, damit die Zeit stimmt. Mit einem sicheren Handgriff befestigt er den Deckel wieder auf der Uhr – „Die ist jetzt repariert“, sagt er.

HWK-Präsident zu Besuch

Im Juweliergeschäft Neumann in Stahnsdorf ist ein besonderer Gast zu Besuch: Robert Wüst, der Präsident der Handwerkskammer Potsdam (HWK). Er ist gekommen um über die Geschäftssituation zu sprechen.

Der Präsident der Handwerkskammer Potsdam, Robert Wüst (l.), besucht den Familienbetrieb Juwelier Neumann in Stahnsdorf. Quelle: Jonas Nayda

Vor 45 Jahren hat Uhrmachermeister Friedrich Neumann seine Meisterprüfung bestanden, 1983 hat er sein Geschäft in Stahnsdorf eröffnet. Am Mittwoch fand der erste Betriebsbesuch der HWK bei ihm statt. Neumann nahm es mit Humor. Er sei froh, den Besuch überhaupt noch zu erleben, schließlich feiere er in Kürze seinen 70. Geburtstag. „Man bleibt jung, wenn man arbeitet“, sagt er.

Familienbetrieb steht vor Problemen

HWK-Präsident Wüst ließ sich die Geschichte des Uhrmachers erzählen, dessen zwei Töchter inzwischen das Geschäft übernommen haben.

Die 44-jährige Antje Neumann-Reiß ist Goldschmiedemeisterin, ihre zwei Jahre ältere Schwester Astrid Schumann-Neumann ist Geschäftsführerin, Mutter Edith kümmert sich um die Buchhaltung.

Die Goldschmiedin Antje Neumann-Reiß in ihrer Werkstatt im Familienbetrieb in Stahnsdorf. Quelle: Jonas Nayda

Die Neumann-Filiale im Potsdamer Stern-Center läuft gut, der Laden in Stahnsdorf eher weniger. Wegen einer großen Straßenbaustelle im Ortskern kommen kaum noch Kunden – Der Durchgangsverkehr fehlt.

Keine verkaufsoffenen Sonntage im Advent

Doch für das Weihnachtsgeschäft sehen die Neumanns auch im Stern-Center schwarz: Die Stadt hat keinen verkaufsoffenen Advents-Sonntag genehmigt. „Das ist eine echte Katastrophe für uns“, sagt Antje Neumann-Reiß. Das Weihnachtsgeschäft mache ungefähr 70 Prozent des jährlichen Umsatzes aus. „Schmuck oder Uhren sind die beliebtesten Geschenke.“

Den Ring aus der Edition „Potsdam“ schmücken Häuser aus dem Holländerviertel. Quelle: Jonas Nayda

Obwohl der 69-jährige Neumann jeden Tag viele Stunden in der Werkstatt sitzt und noch längst nicht an Ruhestand denkt, brauch das Familienunternehmen dringend Unterstützung. Aber der Fachkräftemangel ist auch in der Juweliersbranche zu spüren.

„Ich muss mich auf meine Mitarbeiter verlassen können. Der Job hat viel mit Vertrauen zu tun“, sagt Antje Neumann-Reiß. Seit drei Monaten ist sie nun auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter, doch sie findet niemanden.

Präsident will wiederkommen

HWK-Präsident Robert Wüst verspricht, für die Neumanns da zu sein. Er hat sich die Probleme notiert, bevor er weiter zum nächsten Betriebsbesuch fährt. „Wir wollen die Handwerksbetriebe so gut es geht unterstützen“, sagt er. Seit 1997 sind die HWK-Präsidenten in regelmäßigen Abständen in ihrem Bezirk unterwegs. Bei rund 17.000 Betrieben könne es allerdings eine Weile dauern, bis alle einmal besucht worden sind, sagt Wüst. Zum 50-jährigen Meisterjubiläum von Friedrich Neumann würde er aber gerne wiederkommen.

Von Jonas Nayda

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