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Potsdam-Mittelmark Käfig-Demo gegen Massentierhaltung
Lokales Potsdam-Mittelmark Käfig-Demo gegen Massentierhaltung
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02:15 11.01.2016
Josef Lucas Hebeda (Mitte) bei der Bad Belziger Aktion gegen Massentierhaltung. Quelle: Thomas Wachs
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Bad Belzig

Massentierhaltung auf dem Busbahnhof. Kurzzeitig war dieses Szenario am Freitagnachmittag in Bad Belzig zu verfolgen. Dort hatte die Gruppe „Linke Jugend Fläming“ – ein Ableger des Kreisverbandes Potsdam-Mittelmark der Partei Die Linke – mit einer Aktion für die Beteiligung am Volksbegehren gegen Massentierhaltung geworben. Dafür endet im Land Brandenburg am 14. Januar die Frist.

Maskiert als Hühner, Schweine und Kühe

„Uns war es wichtig, nochmals viele Leute zu mobilisieren, die das Begehren noch nicht unterschrieben haben“, sagt Josef Lucas Hebeda aus Rädel. Der 17-Jährige war für die Aktion in die Rolle eines Vertreters der Agrarlobby geschlüpft. Fünf weitere Jugendliche demonstrierten in einem symbolisch zusammengezimmerten Käfig – maskiert als Hühner, Schweine und Kühe – wie eng ein Lebensraum von einem Quadratmeter ist, auf dem viele Tiere in Mastanlage leben müssen. „Wir plädieren für einen bewussteren Umgang mit Fleischprodukten und dafür, sie lieber regional von zertifizierten Biohöfen zu beziehen“, sagt Josef Lucas Hebeda zum Hintergrund des Auftrittes.

Am Rande der Szenerie wurden spontan Handys gezückt und Video-Mitschnitte gestartet. Mit ihren Flugblättern holten sich die Akteure vielfach eine Abfuhr unter den auf ihre Schulbusse wartenden Schüler. Viele von ihnen hätten das Begehren schon unterzeichnet, hieß es oft in der Runde.

Landesweit 80 000 Unterschriften nötig

Um das Volksbegehren zum Erfolg zu führen und eine Behandlung im Brandenburgischen Landtag zu erreichen, müssen die Initiatoren insgesamt 80 000 Unterschriften Wahlberechtigter Bürger vorlegen. Organisator ist das Bündnis Agrarwende, das von 50 Organisationen unterstützt wird. Sie wollen den Bau weiterer Großmastanlagen für Schweine und Geflügel verhindern und für eine artgerechte Tierhaltung eintreten.

Nach Auskunft von Jens-Martin Rode, der die Kampagne leitet, hätten sich bis Mitte Dezember rund 70 000 Brandenburger mit ihrer Unterschrift am Volksbegehren beteiligt. Allerdings seien in der Zahl auch 14 000 Leute enthalten, die die von ihnen angeforderten Briefwahlunterlagen noch nicht zurückgesandt haben.

Bauern sehen ihren Berufsstand verunglimpft

Vertreter von Bauernverbänden kritisieren die Aktion. Sie sehen mit dem Volksbegehren einen gesamten Berufsstand pauschal an den Pranger gestellt. Imageschäden – vor allem für kleinere Betriebe – werden befürchtet.

Von Thomas Wachs

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