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Kaltblutpferd sorgt im Fläming für Aufsehen

Französischer Hingucker Kaltblutpferd sorgt im Fläming für Aufsehen

Ein Franzose ist derzeit Blickfang im Hohen Fläming. Dabei verliert er Haare, freut sich aber über jeden grünen Grashalm. So ist Sam, der als Kaltblut der Rasse Poitevin Mulassier gerade in der neuen Heimat seinen ersten Frühling erlebt. Und an die Grande Nation fühlen sich die Zaungäste erinnert, wenn sie ihn auf der Koppel beobachten.

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Ein prachtvolles Tier: Die Kinder mögen Sam, das Kaltblut der Rasse Poitevin Mulassier, das in Wiesenburg auf der Koppel steht.

Quelle: Dirk Froehlich

Wiesenburg. Ein Franzose ist derzeit Blickfang im Hohen Fläming. Dabei verliert er gerade Haare, freut sich aber über jeden grünen Grashalm. So zumindest Sam, der als Kaltblut der Rasse Poitevin Mulassier gerade in der neuen Heimat seinen ersten Frühling erlebt. Und an die Grande Nation fühlen sich die Zaungäste erinnert, wenn sie ihn auf der Koppel an der Schlamauer Straße beobachten.

Bis das Tier im vorigen Sommer in die Mark kam, lebte es unweit von Paris. Weil der einst in der Forstwirtschaft, noch dazu in den Mooren Frankreichs, gern eingesetzte Großhuf heutzutage kaum noch gefragt ist, droht der Rasse das Aus: Sie wird nur noch von wenigen Liebhabern gezüchtet. Das ist schade, denn das Poitevin ist ruhig und nervenstark. Trotz seiner Masse bewegt es sich elegant und hat einen sehr menschenbezogenen Charakter. „Sam ist da keine Ausnahme, schnell hat er sich mit seiner zutraulichen Art eingelebt“, erklärt Nicole Deibner, die vor Ort immer mal nach dem Pferd schaut.

„Ich liebe meine Frau und meine Frau liebt Pferde“, erklärt Oliver Reinholz, wie Sam überhaupt nach Wiesenburg kam. „Nachdem ich zum x-ten Male erzählt bekam, wie sehr sie sich ein Kaltblut wünscht, warf ich das Internet an und die Recherche begann.“ Schnell kam das Paar auf die Seite mit einem Bild von Sam. Und dann war es um alle Beteiligten geschehen. Die Besitzerin wurde angeschrieben, Flüge gebucht, Pferd vor Ort angeschaut, gekauft, viel Bürokratie bewältigt und mit der Spedition nach Wiesenburg geholt.

Nun wird Sam seit fast einem Jahr integriert. Und zwar unproblematisch, nach der langen Fahrt hat er sich in kürzester Zeit an sein neues Zuhause gewöhnt und recht gut eingelebt. „Mit der Sprache hapert es noch ein wenig. Kommandos versteht er noch nicht so gut. Das Wort Fressen allerdings ist ihm sehr geläufig“, berichtet Familie Reinholz. Wenn das Pferd auf der Koppel umhertollt, bringt es den Beobachtern viel Freude. „Und vor allen Dingen leuchten die Augen meiner Frau“, sagt Oliver Reinholz.

Hingegen findet so mancher auf dem ersten Blick den Kopf zu groß und die Ohren zu lang – das will nicht so recht ins heutige Bild der schlanken und grazilen Sport- und Freizeitpferde passen. Burkhard Haselhoff kennt Poitevin Mulassier bislang nicht. „Die Rasse ist mir absolut unbekannt“, sagt er. Doch weckt es beim Vorstand vom Brücker Kaltblut-Zucht und Sportverein eher Interesse. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir Sam den Zuschauern beim Spektakel ’Titanen der Rennbahn’ einmal vorstellen“, sagt er. Seine Mitarbeiterin Susann Zierold hat das Ross immerhin schon kennen gelernt.

So kann er gut vor eine Kutsche gespannt, aber auch als Reit- und Therapiepferd eingesetzt werden. „Sam ist ein typischer Vertreter seiner Rasse und ist mit seiner verschmusten und zutraulichen Art schnell ein unersetzliches Familienmitglied geworden“, ist Anja Reinholz dankbar für das Geschenk.

Von René Gaffron

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