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Potsdam-Mittelmark Kampf gegen Windmühlen
Lokales Potsdam-Mittelmark Kampf gegen Windmühlen
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02:18 22.03.2018
Ärgert sich über die Nachbarn, die Tatsachen schaffen: Sputendorfs Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch. Quelle: Stephan Laude
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Sputendorf

In der Gemarkung Teltow sollen zwei weitere Windenergieanlagen entstehen: der Windpark Ruhlsdorf II. Er gehört zum Windeignungsgebiet Genshagener Heide und liegt dicht an der Grenze zum Stahnsdorfer Ortsteil Sputendorf. „Während wir in unserer Gemeinde mit allen Mitteln gegen zu hohe und zu dichte Windkraftanlagen vorgehen, werden in den Nachbargemeinden immer mehr Tatsachen geschaffen“, kritisiert Sputendorfs Ortsvorsteher Rolf-Denis Kupsch (Wir Vier). Er hatte sich schon empört, als Großbeeren (Teltow-Fläming) den Bau einer annähernd 200 Meter hohen Anlage unweit vom Ortseingangsschild von Sputendorf zugelassen hatte. Sie steht jetzt und geht bald in Betrieb.

Die Türme auf Teltower Gebiet werden noch höher als die in Großbeeren: 241 und 234 Meter. Der größere wird 1600 Meter von Sputendorf entfernt sein, der kleinere rund 700 Meter von Marggrafshof, einer sogenannten Splittersiedlung. „Auch wenn’s nicht viele sind: Die Menschen, die dort leben, sind ja nicht Menschen zweiter Klasse“, schimpft Kupsch. Er fordert von der Landesregierung eine verbindliche gesetzliche Regelung über die zulässige Höhe von Windenergieanlagen und den Abstand zur Wohnbebauung. Dabei seien auch Splittersiedlungen zu berücksichtigen. Die Selbstverpflichtung der Windenergiebranche ist ihm zu wenig. Sie verfolgt nach seiner Ansicht nur das Ziel, die Landespolitiker weiter zum Nicht-Handeln zu verleiten. Der letzte Höhenwachstumssprung der Anlagen von 200 auf 240 Meter zeige, dass die veralteten Abstandsregeln dringend zu überarbeiten seien, wenn man nicht die letzte Akzeptanz für die Windkraft bei den Menschen verlieren wolle, erklärt der Ortsvorsteher.

Verhindern lässt sich der Bau der Anlagen nicht

Wie in Stahnsdorf ist nun auch in Teltow der Genehmigungsantrag eingetroffen. Die Stadtverordneten werden sich in ihrer kommenden Sitzung damit befassen. Sie findet am 11. April statt. Wie es aus der Verwaltung hieß, sei in Teltow noch nie eine höhere Windkraftanlage beantragt worden.

Verhindern können Kommunen den Bau auf ihrem Gebiet nicht. Die Windeignungsgebiete sind im Regionalplan Havelland-Fläming festgelegt, der im Herbst 2015 veröffentlicht wurde. Nach diesem Plan kann nicht nur um Stahnsdorf her­um, sondern auch in der Gemeinde selbst gebaut werden. Sie stellt aber für die elf Anlagen, die im Gespräch sind, einen eigenen Bebauungsplan auf – ein Vorgehen, das die Ausnahme ist und viel Geld kostet. Stahnsdorf will erreichen, dass die Anlagen nur 150 bis 180 Meter hoch werden. Umso größer der Ärger über die Riesenbauten in der Nachbarschaft. Möglicherweise müssten wegen ihnen die Anlagen in Stahnsdorf näher an Sputendorf herangerückt werden, so Kupsch. Zusammen mit einer Rechtsanwaltskanzlei wird nun eine negative Stellungnahme Stahnsdorfs zu dem Vorhaben in Teltow verfasst. Das hat man auch im Fall Großbeeren gemacht. Einen Erfolg habe das aber nicht gebracht, schreibt Kupsch in einer Rundmail an die Einwohner von Sputendorf.

Nach 20 Jahren sollen die Windkraftanlagen wieder abgebaut werden

Auf der Fläche von Ruhlsdorf II wird Landwirtschaft betrieben. Daran soll sich – mit leichten Abstrichen – nichts ändern. Der Flächenbedarf der Anlagen beschränkt sich auf die versiegelten Fundamentflächen, die Flächen für den Kran und teilweise neu anzulegende Wege.

Die Genehmigung der Anlagen liegt in der Hand des Landesumweltamtes. Antragsteller ist die Notus energy Plan GmbH & Co. KG in Potsdam. Nach ihren Angaben sollen zwei Typen von Windrädern errichtet werden: Bei der 241 Meter hohen Anlage handelt es sich um eine Vestas V 150 mit einer Leistung von 4,2 Megawatt und einer Nabenhöhe von 166 Metern; der Rotordurchmesser beträgt 150 Meter. Die kleinere Anlage, eine Vestas V 136, wird eine Leistung von 3,6 Megawatt bringen, die Nabenhöhe liegt auch hier bei 166 Metern, der Durchmesser des Rotors bei 136 Metern. Beide Anlagen seien entwickelt worden, um an Standorten mit mäßigen Windgeschwindigkeiten optimale Erträge zu erzielen, heißt es in dem Antrag.

Die Betriebsdauer des Windparks Ruhlsdorf II ist auf mindestens 20 Jahre ausgelegt. Nach der Einstellung des Betriebs ist ein Rückbau der Anlagen geplant. Der Boden soll dann wieder ohne Einschränkungen für seine bisherige Nutzung zur Verfügung stehen.

Von Stephan Laude

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