Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Kampf um freien Uferweg geht weiter
Lokales Potsdam-Mittelmark Kampf um freien Uferweg geht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:40 27.11.2016
Mit Glühwein wärmten sich die Widersacher um Norbert Kunz von der SPD Schwielowsee am Vormittag des ersten Advent auf. Quelle: Christel Köster
Anzeige
Geltow

„Diese Badestelle ist für mich ein Stück Heimat“, sagt Gabriele Wackerl (73) aus Wildpark-West. Schon als Kind kam sie oft an das Ufer neben dem Alten Fährhaus und genoss den Blick über die Havel auf ihre Taufkirche – die Heilig-Geist-Kirche auf der Werderaner Insel. Am Sonntag pilgerte sie gemeinsam mit etwa 30 anderen Geltowern, Caputhern und Anwohnern aus Wildpark-West an den zugewucherten Uferweg neben der heutigen Villa Maurus. Dort tobt seit mehr als zwei Jahren ein nicht enden wollender Rechtsstreit.

Norbert Kunz von der SPD Schwielowsee kämpft seit langer Zeit dafür, dass der Weg zum Havel-ufer wieder frei für Wanderer, Radler und Wassertouristen wird. Der Besitzer der Villa, Thomas Mestwerdt, ist als Anwalt mit Sitz in Potsdam, spezialisiert auf Bau- und Vergaberecht, tätig. Ihm gehört ein Teil des Uferwegs, den er vor zwei Jahren mit dichter Bepflanzung versperrt hatte. Dagegen hat der Landkreis eine Ordnungsverfügung erlassen, weil dieser Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet „Potsdamer Wald- und Havelseengebiet“ verboten war. Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg hätte Mestwerdt die Sperre zurückbauen sollen. Denn das Grundstück direkt am Ufer gehört der Bundeswasserstraßenverwaltung und das Stück von Mestwerdts Sperre bis zur Straße Am Wasser besitzt die Gemeinde Schwielowsee.

Bürger berichten von Anfeindungen auf dem Uferweg

Der Landesvorsitzende des NABU Brandenburg, Friedhelm Schmitz-Jersch (SPD), berichtete von einem Gespräch zwischen dem stellvertretenden Landrat, Christian Stein (CDU), und Mestwerdt, bei dem ausgehandelt worden sein soll, dass Mestwerdt lediglich einen Durchgang mit einer Breite von einem Meter lassen soll. Das hat er getan, doch die Bürger beklagen, dass der Durchgang von der Straße aus nicht sichtbar ist. „Er führt wie ein Labyrinth zum Wasser“, sagt Kunz. Mestwerdt habe Schmitz-Jersch zufolge behauptet, der Weg sei nicht öffentlich gewidmet. Seit September vergangenen Jahres warten die Geltower darauf, dass die Ordnungsverfügung komplett durchgesetzt wird und die Hecke verschwindet. Dafür verantwortlich ist der Landkreis, so Heiko Schmale, Vorsitzender der SPD Schwielowsee und Kreistagsabgeordneter. Der Havelzugang soll auch bei der Kreistagssitzung am 8. Dezember diskutiert werden.

Claus Luley aus Werder bahnte sich vor etwa einem halben Jahr den Weg zur Havel, als er nach eigenen Angaben von den Besitzern der Villa Maurus beschimpft wurde. „Sie haben behauptet, sie hätten das Stück gepachtet und wir hätten hier nichts zu suchen, aber das stimmt nicht“, sagt Luley. Auch Gabriele Wackerl berichtet von mehrfachen Anfeindungen. Am Sonntag blieb es aber ruhig.

Beliebte Badestelle

Eine Ur-Geltowerin, die Kunzes Einladung zum Glühweintrinken am gesperrten Uferweg am Sonntag gefolgt war, brachte Fotos aus den 1940er-Jahren mit, die sie und ihre Familie an der Badestelle zeigen. „Das hier war immer meine Badestelle“, sagt sie.

Voller schöner Erinnerungen, aber auch voller Unmut kehrte sie an diesen Ort zurück. Rund um den Schwielowsee gebe es, abgesehen von den Strandbädern, kaum noch Möglichkeiten ans Wasser zu kommen, so die Frau.

Von Luise Fröhlich

Wieder einmal haben im Land Brandenburg Planenschlitzer zugeschlagen. Diesmal auf der Autobahn 9. Auf dem Parkplatz „Hagen“ (Potsdam-Mittelmark) stahlen sie ganze Paletten Kaugummi – während der Fahrer vorn im Sattelschlepper schlief.

27.11.2016

Potsdam-Mittelmark hat ein neues regionales Produkt. Marion und Karl Geyer kreierten die Rogäsener Schlosswaffeln. Hergestellt wird die Leckerei in einem ortsansässigen Süßwarenbetrieb. Das Designvorbild für die exklusive Verpackung haben die Schlossbesitzer Friedrich dem Großen zu verdanken.

26.11.2016

Hein Gottfried Fischer aus der Eifel möchte in Brück die Nachfolge des verstorbenen Bürgermeisters Karl-Heinz Borgmann antreten. Beworben hat sich der 73-jährige Lachtherapeut mit kurzen E-Mails. Dabei ist noch nicht einmal klar, ob es für die ehrenamtliche Stelle überhaupt eine Ausschreibung gibt.

26.11.2016
Anzeige