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Potsdam-Mittelmark Kantinenessen immer beliebter
Lokales Potsdam-Mittelmark Kantinenessen immer beliebter
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08:25 25.07.2013
Chefkoch Bodo Plewnia und Beiköchin Silke Zeidler in der Küche in Werder. Quelle: JULIAN STÄHLE
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Werder

In der Woche sind bis zu 1000 Brötchen zu schmieren und zu belegen, werden 280 Kilogramm Kartoffeln gebraucht.

Die Koschnicks betreiben mit 20 Mitarbeitern neben der Kantine in Werder zwei weitere in Potsdam. "Angefangen haben wir mit drei Mitarbeitern und 80 Essen auf Rädern, inzwischen geben wir täglich annähernd 1000 Portionen aus", sagt Christina Graff-Koschnick. Die Betriebsleiterin kümmert sich seit April 2011 neben den Bestellungen und dem Einkauf um den Speiseplan, der viel Kreativität und Einfühlungsvermögen verlangt. "Auf dem Lande liebt man die Hausmannskost. Da dürfen Kohlroulade und Blutwurst mit Sauerkraut nicht fehlen", sagt die Chefin. In der Potsdamer Kantine in der Behlertstraße werden dagegen die leichte Küche, vegetarische Gerichte aber auch mal Pommes im Fünf-Wochen-Plan bevorzugt. Die Kunden der Menüs auf Rädern können aus vier Angeboten, Vollkost, leichte Kost, Premium und kleine Mahlzeit, wählen. Aus der Zusatzkarte können sich die Kunden am Nachmittag mit einem Stück Käsekuchen verwöhnen oder für den Abend noch einen griechischen Bauernsalat bestellen.

Damit Senioren, Betriebe und Haushalte unter anderem Schnitzel, Fisch oder den Gemüsebratling pünktlich bekommen, sind sechs Fahrer in Werder und Potsdam täglich im Einsatz. Für einige Kunden haben die Fahrer den Schlüssel zur Wohnung, bringen das Essen bis an das Bett. Die Zeiten sind mit dem Pflegedienst abgestimmt, er reicht den Hilfsbedürftigen dann das Menü. "Das heißt, unsere Fahrer müssen pünktlich und zuverlässig sein, sind für unsere Kunden Partner des Vertrauens", sagt die Betriebsleiterin. Sie und ihr Mann legen großen Wert nicht nur auf frisch zubereitete Speisen, sondern auch auf Produkte aus der Region. Sie bestellen die Kartoffeln im Havelland, das Obst vorrangig bei heimischen Betrieben und Fleisch im Familienbetrieb Joppe in Glindow. In der Woche gehen so 400 Schnitzel weg, werden kiloweise Salat oder Süßspeisen zubereitet.

"Der Bedarf an Lieferungen ins Haus ist auf jeden Fall gestiegen, weil nicht wenige Bürger ihre Freizeit genießen wollen, statt in der Küche zu stehen", sagt Koschnick. Viele Gerichte würden aus einem großen Topf einfach besser schmecken, als wenn man Rouladen oder Eintöpfe für zwei Portionen zubereitet.

Mit dem Standort der Kantine im Gutshof sind die Koschnicks nicht ganz glücklich, denn es fehlen Parkplätze und die Lage könnte noch zentraler sein. Darum haben sie sich für Räumlichkeiten im neuen Einkaufszentrum in den Havelauen an der Phöbener Chaussee beworben. "Aber eine Zusage haben wir leider noch nicht", sagt der Geschäftsführer. Er hatte mit seiner Frau das Casino an der Zeppelinstraße in Potsdam geführt, doch der Mietvertrag lief aus und wurde nicht verlängert. "Aber wir wollen weiter ausbauen und hoffen, künftig für das Bildungszentrum in Potsdam in der Berliner Straße kochen zu können", sagt die Betriebsleiterin. 2000 Schüler wollen dort gut versorgt sein.

Von Regine Greiner

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