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Kaputten Dingen ein zweites Leben schenken

Klimawerkstatt Werder Kaputten Dingen ein zweites Leben schenken

In der neu eröffneten Klimawerkstatt Werder kann man allerhand Dinge reparieren – kostenlos und wenn gewünscht auch auf Anleitung. Dahinter steckt ein Projekt, das die Kultur des Wiederverwertens in den Köpfen der Menschen verankern will. Aber auch Vernetzung ist den Initiatoren wichtig, daher gibt es regelmäßige Treffs.

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Träger der Klimawerkstatt Werder ist der Verein Halle 36, deren Mitglieder die Hauptamtlichen unterstützen sollen, zum Beispiel im Nähbereich.

Quelle: Privat

Werder. Hat der Toaster versagt, ist die Hose gerissen oder eiert das Fahrrad? In der neu eröffneten Werderaner Klimawerkstatt gibt es kaum etwas, das nicht repariert werden kann. Dinge wieder in Gang zu bringen anstatt sie einfach wegzuschmeißen, liegt den Projektkoordinatorinnen Uta Donath und Martina Rumpel am Herzen. In der Klimawerkstatt auf dem Gelände des Uferwerks in der Luisenstraße wollen sie diese Ansicht leben, vermitteln und verbreiten. „Die Klimawerkstatt hat sich das Ziel gesetzt, Klimaschutz auf lokaler Ebene zu verankern und eine geeignete Infrastruktur zu schaffen, in der das gelingen kann“, sagt Martina Rumpel. Die 36-Jährige ist vor etwa vier Jahren nach Werder gezogen, ihre Mitstreiterin kam im vorigen Jahr in die Blütenstadt.

Die Idee zur Klimawerkstatt entwickelte sich aus Aktionen, die es in Werder bereits gab. Eine ganze Reihe von Menschen würden sich bereits im Bereich Klimaschutz engagieren, ihre Häuser entsprechend sanieren, ökologisch bauen oder einfach mit dem Zug statt mit dem Auto pendeln. Ein Treffpunkt sollte her für den Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien. „Im Uferwerk hatten wir noch eine Fläche zur Verfügung, die wir für diese Idee gut nutzen konnten“, erklärt Martina Rumpel. In einem großen Veranstaltungsraum sind eine Näh- und eine Elektrowerkstatt integriert. Daneben befinden sich eine Holz- sowie eine Fahrrad- und Metallwerkstatt. Alle vier Bereiche sind mit den jeweils benötigten Geräten ausgestattet.

Gefördert durch das Umweltministerium des Bundes

In der 3D-Werkstatt können Kleinteile zunächst eingescannt und aus Kunststoff ausgedruckt werden, beispielsweise wenn ein Ersatzteil für die Reparatur fehlt. Im Anschluss an die Eröffnungsfeier am vorigen Wochenende fand der Reparatur-Treff statt, bei dem in jeder Werkstatt ein Fachkundiger beim Reparieren kaputter Gegenstände hilft. Diesen Treff bietet die Klimawerkstatt an jedem ersten Sonnabend im Monat von 14 bis 17 Uhr an. Die Werkstätten stehen kostenlos wöchentlich zum Arbeiten unter Anleitung oder als offene Werkstätten zum selbstständigen Arbeiten zur Verfügung. Jeder könne ohne Anmeldung kommen, so Martina Rumpel. Voraussetzung für die Nutzung der offenen Werkstätten ist eine Einweisung.

In den ersten zwei Jahren werden die Personalstellen und die Grundausstattung der Werkstätten von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums finanziert. „Wir wollen, dass es auch nach Ablauf der zwei Jahre kostenfrei bleibt. Deshalb schauen wir uns schon in den nächsten Monaten nach möglichen Anschlussfinanzierungen um“, sagt die Werderanerin, die den Nähbereich betreut. Aber nicht nur das Wiederverwerten steht im Fokus, sondern auch das Vernetzen. Neben den Werkstattterminen soll es auch Vorträge, Filmabende, Projekttage und Nachbarschaftstreffs geben. Bei letzterem kommen einmal im Monat Menschen aus der Umgebung in gemütlicher Atmosphäre zusammen. Am Sonnabend, 24. Februar, ist ein Kurs zum Bauen von Vogelnistkästen mit Kindern geplant.

Von Luise Fröhlich

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