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Karl-Heinz Gärtner ist 50 Jahre Ofenbauer

Meisterjubiläum in Treuenbrietzen Karl-Heinz Gärtner ist 50 Jahre Ofenbauer

Seit 50 Jahren ist Karl-Heinz Gärtner Ofenbauermeister in Treuenbrietzen. Auch zu DDR-Zeiten führte er seinen Familienbetrieb in privater Hand. Das allerdings war auch mit einigen erschwerenden Umständen verbunden.

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Karl-Heinz Gärtner ist seit 50 Jahren Ofenbauermeister.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Mit einem Anhänger am Moped fing für Karl-Heinz Gärtner alles an. Seit nunmehr 50 Jahren ist der gebürtige Treuenbrietzener in seiner Heimatstadt Ofenbauermeister. Schon sein Vater war Handwerker. Dennoch wollte der Junior die Schuhmacherwerkstatt an der Großstraße nicht weiterführen. „Vater war im Krieg gefallen und Mutter führte das Geschäft noch etwas fort, bis bald Schluss war“, erzählt Karl-Heinz Gärtner. Als Ofensetzer Albert Knüppelholz einen Lehrling suchte, vermittelte Mutter Gärtner 1956 ihren Sohn für die dreijährige Lehrzeit. „Das hat mir dann auch Spaß gemacht und ich blieb dabei“, erinnert sich der heute 75-Jährige.

Seit 1966 den Meistertitel in der Tasche

Tätigkeiten in Potsdam und eine Ausbildung zum Feuerungsmaurer im Stahlwerk Brandenburg an der Havel folgten. Zurück in Treuenbrietzen ging es zu Ofensetzer Wahle. Dort sollte Gärtner die Firmennachfolge antreten. Immerhin hatte er seit 1966 den Meistertitel in der Tasche. Als jedoch Bruno Knüppelholz, der Bruder seines Lehrmeisters, ebenfalls das Geschäft abgab, erwarb Karl-Heinz Gärtner 1968 den Betrieb in der Breiten Straße. Heute führen Gärtners Söhne Guido und Norman dort die Firma fort, während der Seniorchef noch Büroarbeiten und einige Aufgaben auf dem Betriebshof erledigt. „Immerhin war die Firma mein Leben“, erzählt der verheiratete Vater zweier Söhne und Opa dreier Enkel. Kleines Hobby war lediglich das Wochenendgrundstück mit Boot bei Werder an der Havel. Nach der Wende folgten einige Fernreisen.

Geschäft ändert sich mit der Wende schlagartig

Auch zu DDR-Zeiten war Gärtners Betrieb immer in privater Hand. Öfen wurden überall gebraucht und noch bis in die 80er-Jahre in neue Wohnhäuser eingebaut. „Doch war Material immer knapp“, erzählt der Meister. Zehn Tonnen Kacheln, die es nur in zwei Farben gab, bekam er pro Jahr zugeteilt. „Die Hälfte davon war immer zweite Wahl“, erzählt er. Für seinen ersten Transporter – einen Framo – tauschte er sein privates Auto ein. „Damit ich ihn von einem Tischler aus Leipzig überhaupt in den Bezirk Potsdam holen durfte, brauchte ich fünf verschiedene Genehmigungen“, erinnert sich der Firmenchef. Sein später angeschaffter erster Barkas-Kleintransporter durfte nur aus regenerierten Ersatzteilen aufgebaut werden. „Das kann sich heute keiner mehr vorstellen, wo wir fünf Autos – inklusive Ersatzwagen – auf dem Hof haben, um Kundentermine garantiert halten zu können“, sagt der Senior.

Mit der politischen Wende hatte sich sein Geschäft nach 1989 schlagartig geändert. „Alle wollten nur noch Öl- und Gasheizungen. Die Öfen flogen überall raus aus den Häusern“, erinnert sich Karl-Heinz Gärtner. Schnell fand er aber ein neues Geschäftsfeld, das den Familienbetrieb bis heute trägt. Beim Umbau und auch bei neuen Häusern waren nun Kamine sehr gefragt. Inzwischen auch wieder viele mit Kacheln. Für einen großen Hersteller erledigt Firma Gärtner die Montage im Umkreis von gut 150 Kilometern.

Von Thomas Wachs

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