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Potsdam-Mittelmark Karnevalistischer Ausflug nach Übersee
Lokales Potsdam-Mittelmark Karnevalistischer Ausflug nach Übersee
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16:01 22.02.2018
Das Publikum war von der originellen Reise über’n großen Teich sehr angetan und muss sich nun ein Jahr gedulden, bis es weiter geht. Quelle: Uwe Klemens
Bardenitz

Freiheitsstatur und FBI-Agent, Football-Teams, Cops und blond gelockte Präsidenten-Doubles – wer Udo Jürgens Erfolgshit „Ich war noch niemals in New York“ reinen Herzens mitsingen kann, der war am Wochenende in Bardenitz gut aufgehoben. Alles, was das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ zu bieten hat, konnten die Bardenitzer Jecken in ihren drei Aufführungen lässig überbieten und dank des neuen Manns im Weißen Haus sogar noch übertrumpen. Einzig beim Platz in der zur Faschingshochburg umimprovisierten Turnhalle stimmte das „unbegrenzt“ leider nicht. Einen Sitzplatz zu ergattern, fiel in jeder der restlos ausverkauften Vorstellungen schwer.

Wie immer seit 27 Jahren, stand auch diesmal die herzerweichend naive aber umso liebenswertere Bardenitzerin Ida im Mittelpunkt des Geschehens. Wer noch ihr karnevalistisch in Szene gesetztes Reisetagebuch des Vorjahres im Blick hat, weiß, dass es die heimattreue Frau mit der großen Gusche nach jedem Abenteuer zurück in die Heimat zieht, was beim letzten Mal nicht klappte. Geplagt von Heimweh versucht sie diesmal umso energischer, das Land der EU-abtrünnigen Teetrinker zu verlassen und landet ziemlich unsanft als blinder Passagier ausgerechnet auf der A-Ida mit Kurs auf Amerika.

Miss Liberty will mit Ida nach Deutschland fliehen

Wie nicht anders zu erwarten, hält die Reise auch diesmal allerhand Überraschungen parat. Dass man sie wegen ihres Namens für die Schiffseignerin hält, vereinfacht manches. Bald sind nicht nur die hübschen Matrosen, sondern auch der Kapitän ihr Freund. Dass das Captain’s-Dinner nicht hält, was der Name verspricht, macht das Showprogramm an Bord mehr als wett. Heimweh, Hunger und Durst sind bald vergessen, schließlich geht die Reise nicht nach Hawaii, sondern nach New York. Als die Freiheitsstatur am Horizont auftaucht, erwacht in Ida die Abenteuerlust.

Miss Liberty alias Jens Angerhoefer in Begleitung von feschen GI’s. Quelle: Uwe Klemens

Am strengen Einreise-Procedere kommt man natürlich auch dann nicht vorbei, wenn man „vons Dorf“ namens Bardenitz stammt. Doch nach dem Versprechen, ganz sicher keinen Anschlag zu planen, darf Ida ziehen um das Land zu entdecken. Ihre erste Vertraute wird keine Geringere als die unter Grünspan leidende Miss Liberty, die ihr alsbald gesteht: „Ich bin auf der Flucht vor Trump“. Ihr Plan, als Flüchtling mit Ida nach Deutschland zu reisen, muss aus pragmatischen Gründen verworfen werden. Außerdem ist Ida noch nicht soweit, sondern beginnt gerade Blut zu lecken, nicht nur, weil die GI’s, die gerade ihre Fitness-Stunde ins Freie verlegt haben, so appetitlich sind.

Standing Ovations für das Programm

Auch die Straßenkid’s, die sich einen tänzerisch-akrobatischen Bandenkrieg liefern, sind spitze. Selbst Bat- und Spidermann, Elvis Presley und Mikel Jackson geben sich Ida zu Ehre ein Stelldichein und den Akteuren des Bardenitzer-Fastnachts-Clubs die Möglichkeit, zur Hochform aufzulaufen, was die Zuschauer mit jubelnden Standing Ovations quittieren. Ihren Einfall, dass Publikum während einer Razzia und mit gestreckten Armen von den Sitzbänken zu treiben, sollten sich die Bardenitzer GI’s als Stimmungsmacher patentieren lassen.

Jeden Programmpunkt war anzumerken, dass die Darsteller während der mehrmonatigen Proben an ihrem Programm wieder einmal über sich hinausgewachsen sind. Davon, dass es zur Generalprobe am Donnerstagabend noch mehr Wackler als gelungene Nummern gab, war während der Vorstellungen nichts mehr zu merken. Angefangen von den Kids und Jugendlichen, von denen die meisten zum ersten Mal vor so großem und vor so begeistertem Publikum standen, bis zu den reiferen Jahrgängen, die sich nicht scheuten, neben viel Esprit ebenso viel nackte Haut zu zeigen. „Mancher“, so Ida nach ihrem Abstecher ins Vergnügungsparadies Las Vegas, ist heute erwachsen geworden. Selbst die Artisten-Profis Cecilia und Rainer Stanke, die in Bardenitz zu Hause sind, haben sich für das Amerika-Programm auf neues Terrain gewagt und ließen sich zu Recht als Zauberkünstler- und Showtanzpaar feiern. „Perfekt zu sein, ist uns nicht so wichtig, wie der Spaß, den wir dabei haben“, sagt Gunter Seidemann, der seit 25 Jahren mit dabei ist.

Wenn Ida am Ende der Show feststellt, trotz allen Spaßes trotzdem nie wieder nach New York zu wollen, muss das nicht stimmen. Selbst Rainer Stanke hatte noch vor wenigen Wochen behauptet, gar nicht tanzen zu können.

Von Uwe Klemens

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