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Kartoffelpuffer brachten den Sieg

Bardenitz Kartoffelpuffer brachten den Sieg

Mitglieder des Bardenitzer Hausboden-Vereins haben an einer Reise der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel nach Nowotomyski, dem polnischen Partnerlandkreis Potsdam-Mittelmarks, teilgenommen. Dort fand ein Kochwettbewerb statt, bei dem Rezepte aus dem jeweils anderen Land zubereitet werden mussten. Für die Bardenitzer kein Problem.

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Edith Rettschlag (l.) und Christl Engler im Kocheinsatz für ihr Heimatdorf Bardenitz.
 

Quelle: Andreas Koska

Bardenitz.  Die hölzerne Kelle wird sicher einen besonderen Platz im Bardenitzer Dorfgemeinschaftshaus bekommen. Schließlich ist sie die Trophäe, die Edith Rettschlag und Christl Engler bei einem Kochwettbewerb in Polen gewonnen haben. Die beiden Mitglieder des Vereins „Hausboden“ haben an einer Seminarreise der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel (LAG) zum polnischen Partnerlandkreis von Potsdam-Mittelmark – Nowotomyski – teilgenommen.

Insgesamt sechs Mannschaften wollten die Holzkelle mit nach Hause nehmen, drei aus dem Hohen Fläming und drei vom Gastgeber. Dafür mussten die polnischen Teams ein Rezept aus dem Fläming und die Deutschen eins aus der Region Großpolen nachkochen. „Grob geriebene Kartoffelpuffer“ lautete schließlich die Aufgabe für die Bardenitzer. Kartoffeln schälen, reiben, den Teig zubereiten und die Puffer braten – für Rettschlag und Engler kein Problem, schließlich stehen Kartoffelpuffer auch auf dem hiesigen Speiseplan. Einzig die nicht steif werden wollende Sahne bereitete Probleme. „Mein Arm wird bald steif, die Sahne nicht“, klagte Rettschlag.

Schmorgurken waren für die polnischen Köche eine Neuheit

Die Bardenitzer Ortsvorsteherin hatte für die polnischen Teams ein besonders Rezept im Gepäck: Schmorgurken mit Speck sollten zubereitet werden – was für einiges Staunen sorgte. Pawel Kesy und Maria Stomatoska schnippelten also und schmorten. Statt der bei uns üblichen Schmorgurken wurden wesentlich kleinere Exemplare des Kürbisgewächses verwendet. „Gurke als Hauptgang und noch dazu warm kennen wir nicht“, sagte Pawel Kesy – nach eigener Aussage leidenschaftlicher Hobbykoch. Er und seine Kollegin sind bei der Stadtverwaltung Nojewo angestellt. Beide essen gern scharf, was dem Gericht am Ende anzumerken war. Das die Bardenitzerinnen Werbung für ihre Heimat gemacht haben, zeigte der Andrang am Probierteller . Alle wollten das ihnen unbekannte Gericht kosten und sich das Rezept sichern.

Nicht zu groß und schön knusprig gebraten

Nicht zu groß und schön knusprig gebraten: Die Kartoffelpuffer brachten den Bardenitzerinnen schließlich den Sieg.

Quelle: Andreas Koska

Edith Rettschlag ist die Vorsitzende des Hausbodenvereins, Christl Engler gehört dem Vorstand an. Begleitet wurden sie nicht nur von ihren Ehemännern, beide heißen Hartmut mit Vornamen, sondern auch von Christa Buhle einem weiteren Vorstandsmitglied. Neben dem Museum auf dem Hausboden – über den Gemeinschaftsräumen – hat der Verein auch den Betrieb des mit Zuschuss aus dem EU-Leader-Programm errichteten Backofens übernommen.

Kochbuch in Planung

„Der Andrang beim Pilzfestival war enorm, wir haben es fast nicht geschafft“, berichtet die Vereinschefin über ihren letzten Einsatz am Backofen, wenige Tage vor dem zehnten Geburtstag des Vereins. Er war am 23. September 2007 aus der Taufe gehoben worden. Der Ofen kommt aus Pechüle, wo die Gefahr bestand, dass er abgerissen wird.

Die aktuell 40 Vereinsmitglieder sind für die drei Keilbergdörfer Bardenitz, Pechüle und Klausdorf aktiv, allesamt Ortsteile von Treuenbrietzen. Mitglieder, nicht nur aus den Dörfern, seien stets willkommen, sagt Edith Rettschlag. Kartoffelpuffer will sie nach der Rückkehr in den Fläming auch mal gemeinsam mit dem Verein braten. „Nach einem eigenen Hausbodenrezept“, betont die Aktivistin. Ihr schwebt auch eine Art Schulküche vor. Denn beim Ausräumen von einer aufgegebenen Gaststätte sei entsprechendes Equipment gesichert worden.

Partner seit 2012

Das Kooperationsprojekt zwischen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Fläming-Havel und der polnischen LAG KOLD läuft seit 2012.

Gemeinsam veranstalten die Partner Seminare zur Qualitätsverbesserung im ländlichen Tourismus sowie zur Pflege des nationalen Kulturerbes. Sie werben wechselseitig auf Veranstaltungen für regionale Produkte und gestalten Touristenwege mit Produkten des jeweiligen Partners.

KOLD steht für die Anfangsbuchstaben der vier Gründungsgemeinde der polnischen LAG: Kuslin, Opalenica, Lwówek und Duszki.

Die LAG KOLD ist im Wesentlichen auf dem Gebiet des Landkreises Nowotomyski aktiv, der Landkreis ist ein Partnerkreis von Potsdam Mittelmark. In der Folge hat sich die Partnerschaft zwischen Wiesenburg/Mark und Lwowek entwickelt.

Die Gruppe Fläming-Havel hat 80 Mitglieder, darunter 16 Ämter und Gemeinden, auf ihrem Gebiet leben 120 000 Einwohner. ako

Zunächst soll aus der Zusammenkunft in Polen aber erstmal ein Kochbuch entwickelt werden. „Wir wollen die bei unseren Begegnungen genutzten Rezepte veröffentlichen“, kündigte Ireneusz Witkowski, Geschäftsführer der polnischen LAG „Kold“ an. Eine Idee, die bei seinem Kollegen aus Wiesenburg – Heiko Bansen – durchaus auf Interesse stieß.

Von Andreas Koska

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