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Katholiken erlaufen sich Beziehung zu Gott

Himmel-Wallfahrt zwischen Fläming und Havelland Katholiken erlaufen sich Beziehung zu Gott

Zum neunten Mal sind Katholiken seit Sonntag auf ihrer „Himmel-Wallfahrt“ unterwegs. Zu Fuß geht es von Treuenbrietzen aus über 190 Kilometer in Etappen vom Fläming bis ins Havelland. Insgesamt absolvieren bis zu 50 Gläubige die Strecken. Entschleunigung und die Rückbesinnung auf ihre Beziehung zu Gott sind ihre Ziele.

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Die katholischen Pilgerer auf ihrer Himmel-Wallfahrt in Bad Belzig.

Quelle: Thomas Wachs

Bad Belzig. Ein Gruppe Katholiken durchschreitet auf ihrer „Himmel- Wallfahrt” Fläming und Havelland. Über 190 Kilometer geht es von Treuenbrietzen über Bad Belzig, Lehnin, Brandenburg/Havel, Nauen, Friesack und Neustadt bis nach Kyritz. Matthias Rehder leitet die Wallfahrt zum neunten Mal.

Herr Rehder, welche Tradition steckt hinter Ihrer Himmel-Wallfahrt?

Matthias Rehder : Ausgangspunkt war keine historische Tradition in dem Sinne, sondern unsere eigene Idee, mit der „Himmel-Wallfahrt“ die katholischen Gemeinden unseres Dekanats zu verbinden. Nun laufen wir schon zum neunten Mal. Ursprünglich ging es von Ketzin bis Nauen. Dann kamen Brandenburg an der Havel, Bad Belzig und Treuenbrietzen hinzu.

Wie groß ist die Teilnehmerzahl?

Rehder : Im festen Kern sind wir zehn bis zwölf Teilnehmer, die sich für die gesamte Woche Urlaub nehmen. Zwischendurch stoßen aber auch immer wieder Pilgerer für einzelne Etappen hinzu. Dann wächst die Gruppe – vor allem an den Sonntagen – schon mal bis auf 30 Leute an. Insgesamt sind bis zu 50 Läufer dabei.

Welche Tagesetappen absolvieren Sie für die insgesamt 190 Kilometer?

Rehder : Die Tagesstrecken liegen zwischen 20 und 33 Kilometer, die von den Läufern im Alter zwischen sieben und 78 Jahren absolviert werden. Da geht es auch schon um den persönlichen Willen, die Strecke durchzuhalten.

Was bedeutet diese Wallfahrt für Sie persönlich?

Rehder : Es ist die Rückbesinnung auf meinen Glauben und die Beziehung zu Gott. Der lange Fußmarsch trägt merklich zur Entschleunigung bei und bietet beim Beten, Singen, Erzählen – aber bewusst auch beim Schweigen – Gelegenheit zur Beschäftigung mit Gott. Für mich geht es darum, in den Hamsterrädern, die wir im Alltag durchlaufen, die Orientierung zu behalten.

Warum laufen Sie gerade diese Strecke immer wieder gleich?

Rehder : Wie gesagt, geht es darum, die Menschen der Gemeinden zu verbinden, die uns ja auch aufnehmen. Auf den Routen, die auch durch unsere eigene Heimat führen, entwickeln wir eine andere Beziehung dazu sowie zu den Menschen vor Ort und der Landschaft. Wir entdecken die Strecke immer wieder neu, ohne stets von völlig neuen Eindrücken überflutet zu werden.

Welche Pläne gibt es für die zehnte Auflage im nächsten Jahr?

Rehder : Das kleine Jubiläum rücken wir gar nicht so in den Mittelpunkt. Wir wollen kein besonderes Event daraus machen. Womöglich erinnert sich der eine oder andere ja daran, der schon mal mitgelaufen ist, und kommt nochmals mit.

Von Thomas Wachs

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