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Kaufhalle wird Spätladen und Pizzeria

Berliner hat Neuseddins frühere Verkaufsstätte erworben Kaufhalle wird Spätladen und Pizzeria

Neuseddin verliert einen Schandfleck an der Kunersdorfer Straße. Ein Berliner hat die frühere Kaufhalle, die zu DDR-Zeiten in den 1970er Jahren gebaut wurde und seit zwei Jahren leer stand, gekauft. Er lässt sie derzeit umbauen und sanieren. Im Haus soll es künftig einen Spätkauf, eine Pizzeria und ein Café geben.

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Ein Bild aus alten Tagen: Die Kaufhalle in Neuseddin im Jahr 2013, damals kurz vor Schließung des Groschenmarktes. Nun soll das Haus neu genutzt werden.

Quelle: Heinz Helwig

Neuseddin. Für Neuseddins alte Kaufhalle gibt es eine neue Zukunft. Aus dem seit zwei Jahren leerstehenden Gebäude soll ein Haus mit Spätkauf, Pizzeria und einem Café werden. So hat es der Berliner Khodr Saadou vor, der die Immobilie in der Kunersdorfer Straße dieses Jahr gekauft hat.

Die Umbau- und Sanierungsarbeiten laufen bereits seit etwa acht Wochen. Er geht davon aus, dass der Spätkauf bereits am 1. Oktober eröffnet werden kann. Der Termin könnte sich noch um 15 Tage verschieben, wenn die benötigten Geräte für das Geschäft – zum Beispiel die Kühlschränke – nicht rechtzeitig geliefert werden, sagte er.

Der Laden soll auf einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern entstehen und nach dem Vorbild der Spätverkaufsstellen in Berlin funktionieren. Das Geschäft wird also rund um die Uhr auch nachts geöffnet sein. Kunden können dort zum Beispiel Getränke, Tabakwaren, ein paar Lebensmittel und Süßigkeiten kaufen.

Der neue Eigentümer der ehemaligen DDR-Kaufhalle will außerdem eine Raucherlounge und einer Pizzeria einrichten. Geplant ist zunächst ein reiner Pizza-Lieferservice. „Wenn es gut läuft, gibt es im Gebäude aber auch noch Platz, um für die Pizzeria einen Gastraum zu schaffen“, sagte Khodr Saadou der MAZ. Bei schönem Wetter würden aber auch so ein paar Stühle und Tische draußen am Haus stehen – zum Beispiel für Pizza-Esser.

Sein Plan sieht außerdem ein Café in der früheren Kaufhalle vor. Das Café soll den größten Platz – ungefähr 400 Quadratmeter  – im Haus einnehmen.

Der Berliner muss dafür allerdings noch eine Nutzungsänderung beantragen, weil das Gebäude bisher ausschließlich als Verkaufsstätte vorgesehen war. Um darin ein Café betreiben zu können, muss er zudem für Damen und Herren jeweils Toiletten einrichten lassen. „Sobald die Genehmigung fürs Café da ist, werden die Toiletten eingebaut“, sagte er. Dafür sei bereits alles vorbereitet.

Für den Spätkauf, der im Oktober seine Türen öffnen soll, gibt es laut Saadou schon eine Gewerbeanmeldung. Er geht davon aus, dass spätestens im Februar nächsten Jahres alles fertig sein wird und dann auch das Café Besucher empfangen kann.

Geschichte einer Kaufhalle

Die Neuseddiner Kaufhalle hat nach der Wende ab 1990 eine sehr wechselvolle Geschichte erlebt.

Die Konsumgenossenschaft , die bereits zu DDR-Zeiten das Nahversorgungszentrum führte, betrieb den Markt auch danach im Konzessionsverkauf für Spar weiter.

Bereits 2003 wurde die Kaufhalle schon einmal geschlossen. Im Gebäude verblieb allein noch die Filiale der Beelitzer Bäckerei Exner.

Nach sechs Jahren ohne Laden gab es einen Anlauf, ihn wiederzubeleben. Die Konsumgenossenschaft Königs Wusterhausen eröffnete die Kaufhalle im Februar 2009 wieder – unter dem Namen „nah & gut“ wurden Produkte der Handelskette Edeka angeboten.

Später zog ein Groschen-Markt ein, der aber im Sommer 2013 wieder schließen musste. jst

„Wir sind ganz froh, dass die Ecke dort wieder ansehnlich wird“, sagte Seddiner-See-Bürgermeister Axel Zinke (parteilos), der noch hinzufügte: „Es sieht schon jetzt sehr gut aus. Ich denke, es wird eine Bereicherung für die Gemeinde sein.“ Die frühere Kaufhalle galt vorher als einer der letzten verbliebenen Schandflecke im Ortsteil Neuseddin.

Der neue Eigentümer entdeckte die leerstehende Immobilie zufällig bei einem Abstecher, als er eigentlich nach Beelitz unterwegs war. Im Haus befand sich zuletzt ein Groschenmarkt, der im Sommer 2013 schließen musste. Die Filiale der Beelitzer Bäckerei Exner, die sich vor zwei Jahren ebenfalls noch in der Kaufhalle befand, zog mit der Eröffnung des neuen Netto-Marktes dort mit ein. Danach stand Neuseddins angestammte Verkaufsstätte leer und verfiel zusehends.

Gebaut wurde die Kaufhalle zu DDR-Zeiten Anfang der 1970er Jahre. „Sie ist mit dem Bau des dortigen Wohngebietes entstanden“, sagte der Bürgermeister.

Von Jens Steglich

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