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Potsdam-Mittelmark Keimzeit Quintett begeistert auf der Burg
Lokales Potsdam-Mittelmark Keimzeit Quintett begeistert auf der Burg
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00:18 10.01.2018
Das Keimzeit-Akustik-Quintett hat auf Burg Rabenstein sein zweites Album „Albertine“ präsentiert. Quelle: Tobias Potratz
Raben

Ist die Reise wirklich schon zu Ende? 170 Zuschauer klatschen, schreien, jubeln am Sonnabend im Rittersaal auf der Burg Rabenstein. Die Luft ist warm, die Bühne leer. Der letzte Qualm aus der Nebelmaschine zieht langsam an den Instrumenten vorbei und löst sich auf. Eben stand da noch das Keimzeit Akustik Quintett und hat über fast drei Stunden einen Trip durch die Musikwelt geliefert. Wilder Westen, Blues, Filmmusik, sogar ein bisschen Reggae ist dabei.

Ist die Reise wirklich schon zu Ende? 170 Zuschauer klatschen, schreien, jubeln am Samstagabend im Rittersaal auf der Burg Rabenstein. Eben stand da noch das Keimzeit Akustik Quintett und lieferte über fast drei Stunden einen Trip durch die Musikwelt.

Und wie so viele Keimzeit-Konzerte soll auch diese Reise natürlich in Feuerland enden. Endlich! Nach langem Jubel kommt das Quintett zurück und spielt als Zugabe das Lied, in dem vom Wiener-Walzer-Schritt gesungen, aber Disco Fox getanzt wird. Auch in der Akustikversion hält „Kling Klang“ einige Zuhörer nicht mehr auf den Stühlen. Diesmal ist der Weg dorthin spannend. Denn die Reise beginnt diesmal in einer kleinen Bucht auf Malta.

Dort nahm das Keimzeit Akustik Quintett in einem beschaulichen Studio das neue Album „Albertine“ auf. Es ist nach „Midtsommer“ aus 2012 das zweite Akustikalbum. Die erste Platte wurde in Norwegen aufgenommen. „Albertine“ erblickte dagegen auf der warmen Mittelmeerinsel das Licht der Welt. Mit dem namensgebenden Song „Albertine“ beginnt auch das Konzert am Samstagabend. Es ist eine von drei Veranstaltungen, die das Quintett an diesem Wochenende auf der Burg Rabenstein spielen soll.

Nachdenkliche Texte von Norbert Leisegang

Keimzeit-Frontmann und Bandchef Norbert Leisegang, Martin Weigel an der Gitarre und überhaupt an allem was Saiten hat, Gabriele Kienast an der Geige, Christian Schwechheimer am Schlagzeug und Keimzeit-Rhythmusmacher Hartmut Leisegang am Kontrabass präsentieren vor allem in ersten Konzertteil fast das komplette Album. Besonders prägend sind die nachdenklichen Texte von Norbert Leisegang. „Albertine, du bist so jung und doch so unfassbar von gestern“ heißt es in einer der ersten Zeilen. Diesmal ließ sich Leisegang vor allem vom französischen Dichter Marcel Proust inspirieren.

Die ausdrucksstarken Lyrics schickt das Quintett auf eine musikalische Weltreise. Bei „Gerade noch jung“ will man zum Cowboy-Hut greifen und zum nächsten Countryfestival reiten während „Helden“ mit einer bluesigen Grundstimmung zum Whiskey am Lagerfeuer einlädt. Auch der südländische Flair von Malta ist deutlich hörbar und für das Publikum auch spürbar. Mit jedem Song steigt die Raumtemperatur. Das Mittelmeer scheint in Raben ganz nah. So kommt es, dass die Akustikreise mit dem Keimzeit Quintett zunehmend ohne Pullover, aber dafür mit kühlen Getränken aus Traube und Gerste fortgesetzt wird.

Martin Weigel begeistert mit mitreißendem Gitarrenspiel

Im zweiten Teil kommt Feuerland immer dichter. Nach der Pause holt das Quintett mit „Maggie“ und „Hofnarr“ gleich zwei Mitsing-Klassiker aus dem Plattenregal und haucht ihnen akustische Liebe ein. Genauso läuft das beim Reiseabstecher nach „Singapur“ und beim Song „Trauriges Kind“. Nicht nur beim letztgenannten Lied zeigt Gitarrist Martin Weigel, wie man in nur wenigen Jahren zum Keimzeit-Publikumsliebling aufsteigt. Immer wieder bereichert er die Lieder mit mitreißendem Gitarrenspiel, das vor allem mit der Geige von Gabriele Kienast perfekt harmoniert.

Häufig lächeln sich beide Melodiemacher an. Was die eine streicht, hat der andere schon gezupft und umgekehrt. Beide dürfen auch für je ein Lied an den Hauptgesang. Das markante Lächeln von Norbert Leisegang wird ganz breit, wenn er den beiden zuschaut. Wo die nächste Akustikreise langgeht, verrät er noch nicht. Egal, wo sie startet, viele hätten sicher nichts dagegen, wenn die Burg Rabenstein wieder zur Reiseroute gehört.

Von Tobias Potratz

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