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Harte Geduldsprobe

Töplitz Harte Geduldsprobe

Vor 2027 können die Töplitzer nicht auf einen Lärmschutz gegen den zunehmenden Verkehr auf der A 10 hoffen. Seit Jahren kämpft eine Bürgerinitiative um Schallschutz an der Havelbrücke. Doch der geplante Ausbau des Autobahnabschnittes zwischen den Dreiecken Werder und Havelland steht im Bundesverkehrswegeplan nicht an vorderer Stelle.

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Können sich nicht auf ruhigere Zeiten freuen: Initiativsprecher Lehmann, Bundestagsabgeordnete Wicklein und Ortsvorsteher Ringel (v. l.). .

Quelle: Edith Mende

Töplitz. Der sechsspurige Ausbau der A 10 zwischen den Autobahndreiecken Werder und Havelland, seit langem im Gespräch, lässt weiter auf sich warten. Das Land Brandenburg hatte für das Projekt vordringlichen Bedarf angemeldet, das Bundes-Verkehrsministerium unter Minister Alexander Dobrindt (CSU) stufte es jedoch in die Kategorie „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ hinunter. Im Prinzip könnten die Töplitzer mit dem Aufschub leben, wäre an den Ausbau nicht auch der Lärmschutz ganz besonders für die gut 700 Meter lange Havelbrücke gekoppelt. „Besonders der Schwerlastverkehr hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“, sagt Wolfram Lehmann, der Sprecher der seit 2010 bestehenden Bürgerinitiative „Autobahnlärm Werder /Havel“, betont. Der Akustiker maß den Lärmpegel im Umfeld der Brücke schon mehrfach und kam immer wieder zu dem Schluss, dass der Lärm auf Dauer gesundheitsschädigend ist. Auch eine Untersuchung des BUND befand, dass alle Umweltziele verfehlt werden.

Als sich am Donnerstag Vertreter der Bürgerinitiative und betroffene Bürger mit der Bundestagsabgeordneten Andrea Wicklein (SPD) in der Marina von Ortsvorsteher Frank Ringel trafen, war keine Messung nötig. Ein Gespräch in normaler Lautstärke war schwierig. Dabei sei es durch die derzeitige Geschwindigkeitsbeschränkung wegen der Erneuerung der Fahrbahndecke gedämpft, versicherte Kathrin Kortsch, die mit ihrer Familie unmittelbar neben der Brücke wohnt und dringend auf Entlastung hofft.

Seit Jahren haben die Töplitzer in ihrem Kampf die Unterstützung der Bundestagsabgeordneten. Wie aus ihrem Büro zu erfahren war, hatte der Bauabschnitt zwischen dem Dreieck Potsdam und der Anschlussstelle Berlin-Spandau bereits im Jahr 2013 die Planungsphase durchlaufen, waren die Investitionen inklusive Schallschutz dafür bereits freigegeben. Warum daraus nichts wurde, ist nicht bekannt. Nunmehr betrachtet der Bundesverkehrswegeplan die Strecke zwischen den Autobahndreiecken (AD) Werder und Havelland als geschlossenen Bauabschnitt, der in seiner Gesamtheit den Investitionsvorentscheid durchlaufen muss. Da besonders im Norden Naturschutzbelange zu berücksichtigen sind, ist der Baubeginn frühestens 2027 absehbar. So lange wollen und können die 2000 Bewohner der Insel Töplitzer auf keinen Fall warten. Sie fordern Lärmschutz sofort. Als die Brücke in den 1990-er und frühen 2000-er Jahren ausgebaut wurde, bereitete man die Befestigung für die Lärmschutzwände bereits vor. Eigentlich müssten nur die Brückengeländer gegen die Wände ausgetauscht werden.

Es gebe im Bereich des Berliner Rings neun Bürgerinitiativen (BI) mit gleichen oder ähnlichen Problemen, berichtete Wolfram Lehmann. Mittlerweile sind sie miteinander vernetzt und treffen sich regelmäßig. Das könne den Druck im Sinne einer schnellen Entscheidung nur erhöhen, lobte Andrea Wicklein. Sie bot zudem an, den Initiativen einen Kontakt zur Brandenburger Verkehrsministerin Katrin Schneider (SPD) zu vermitteln. Wenn Schneider demnächst in Werder zu Gast ist, will der Töplitzer Ortsvorsteher sie unbedingt auf sein Lärmproblem aufmerksam machen. Auch ihre Nachfolgerin in der Bundestagsfraktion werde die Töplitzer unterstützen, versicherte Andrea Wicklein. Sie selbst kandidiert bei der kommenden Wahl nicht mehr.

Auch Solarmodule wären als Schallschutzwand denkbar

Die Havelbrücke der A 10 bei Töplitz ist 704 Meter lang und sechs Meter hoch.

Das Bauwerk ist so konstruiert, dass es zu beiden Seiten mit Lärmschutzwänden ausgestattet werden könnte.

Auch Solarmodule wären als Schallschutzwand denkbar und würden zugleich eine weitere energieeffiziente Funktion erfüllen.

Vom Autolärm sind nicht nur die Insel Töplitz mit ihren mehr als 2000 Einwohnern, sondern auch die Werderaner Havelauen, die für das Wohnen im Grünen werben, betroffen.

Der geplante Ausbau soll nach Angeben der Bundestagsabgeordneten Andrea Wicklein (SPD) etwa 568 Millionen Euro kosten.

Weitere Unterstützer der Forderungen und Ziele der Bürgerinitiative „Autobahnlärm Werder /Havel“ in Töplitz können sich bei Wolfram Lehmann unter bi@toeplitz. de melden.

Von Edith Mende

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