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Kein Rewe-Markt: Investor auf dem Rückzug

Bad Belzig Kein Rewe-Markt: Investor auf dem Rückzug

Bad Belzigs Stadtväter sind sich nach wie vor im Unklaren, ob der Einzelhandelsstandort bereits hinreichend entwickelt ist. Vorerst ist die Ansiedlung des Rewe-Marktes vom Tisch. Dafür kommt er Ausbau des Einkaufszentrums im Klinkengrund ist auf den Weg. Und Diskussionen bleiben.

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Das Einkaufszentrum im Wohngebiet Klinkengrund soll bald ausgebaut werden.

Quelle: Danilo Hafer

Bad Belzig. Die Ansiedlung des Rewe-Marktes an der Brücker Landstraße wird vorerst nicht weiter verfolgt. Dem Wunsch des Investors entsprechend hat die Verwaltung die Beschlussvorlage zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal des einstigen Getreidehandels zu Beginn der jüngsten Stadtverordnetenversammlung zurückgezogen. Schon nach den Diskussionen in den Fachausschüssen hatte sich allerdings abgezeichnet, dass es keine Mehrheit dafür geben wird.

„Wenn das Anliegen jedoch erst einmal abgelehnt ist, wäre es schwierig, es jemals wieder zu beleben“, sagte Bauamtsleiter Christoph Grund auf MAZ-Nachfrage, warum es nicht mehr zur Abstimmung gekommen ist. Wenn sich die Verhältnisse – wahlweise in der Kur- und Kreisstadt oder vielleicht an anderen Standorten ändern – könnte nötigenfalls darauf reagiert und erneut Anlauf genommen werden. Gegenwärtig gibt es freilich für die bestehenden Vollsortiment-Anbieter, Edeka in Bad Belzig und Kaufland in Linthe, Ausbaupläne.

Während das Neubau-Vorhaben also vorerst vom Tisch scheint, wird die Modernisierung des Einkaufszentrums Klinkengrund vorangetrieben.

Das Domizil von Norma und Dänischem Bettenlager soll im Wortsinne ausgebaut werden. Fassadenrenovierung und Verlagerung des Haupteingangs zur Erich-Weinert-Straße hin sowie drinnen modernes Inventar zur Präsentation der Waren, sind angekündigt. Diese Pläne wider den andauernden Leerstand werden von den Parlamentariern unterstützt. Der durchaus ungewöhnliche Antrag, die Kommune möge gar die Kosten für die Planung übernehmen, wurde von den Abgeordneten indes natürlich abgeschmettert.

Entwicklung bestenfalls eingeschränkt

Bad Belzig erreicht durchschnittlich 112 Prozent Kaufkraftbindung. Das ist laut Meinung der Gutachter der Rolle als Mittelzentrum im Hohen Fläming angemessen.

Gleichwohl es – dank der Baumärkte – bei der Nachfrage nach mittelfristigen Waren sogar eine Quote von 129 Prozent gibt. Doch gibt es bei Bekleidung, Schuhen und Sportartikeln maßgebliche Abflüsse von jeweils rund 500 000 Euro.

Doch sind es die kurz- und mittelfristigen Bedarfe, die in der Kur- und Kreisstadt abgedeckt werden müssen. Das Angebot lässt sich laut Studie noch verbessern, während ansonsten die Entwicklungspotenziale eingeschränkt seien.

Dass die ursprüngliche Idee, in dem Gebäude noch einen Kleiderdiscounter unterzubringen, keinen Zuspruch fand, hat Uta Hohlfeld nochmals bedauert. „Das ist familienunfreundlich“, beklagte die Fraktionschefin der Linken. Sie äußerte ihre Kritik in der Debatte zum Einzelhandelskonzept in der gleichen Sitzung. Es schließt nämlich Bekleidungs- und Schreibwarenhandel außerhalb der historischen Altstadt quasi aus, obwohl es doch Grundbedarf sei. „Die Leute nehmen nicht zwingend die nächste Alternative dort, sondern kaufen dann womöglich lieber auswärts ein.“

Deshalb wollte Uta Hohlfeld die jüngst von Fachleuten überarbeitete und in einer Einwohnerversammlung schon kontrovers diskutierte Expertise bestenfalls als Richtschnur verstanden wissen. „Das ist eine pure Alibi-Veranstaltung für den Gewerbeverein“, stimmte Wolfgang Terp (CDU) zu. Tobias Paul mahnte, dass nicht jegliche Entwicklung blockiert werden sollte. Das sei der Fall, wenn zentrumsrelevante Waren außerhalb immer auf maximal zehn Prozent der Verkaufsfläche beshcränkt werden sollten.

Die BBE-Handelsberatung Leipzig hatte sowohl Chancen als auch Risiken bestimmter Entwicklungen hoch gerechnet. Sie rechnen dem Zentrum allemal Priorität zu, haben jedoch ebenfalls erwogen, weitere Kaufkraft in Bad Belzig zu binden. Dass die bisher in Rede stehende Ansiedlung des Rewe-Marktes jedoch eher innerstädtisch zu Lasten des Edeka-Marktes in der Friedrich-Schiller-Straße auswirken würde, wurde ebenfalls deutlich gemacht.

Lieber nehmen die Stadtväter nunmehr billigend in Kauf, dass die Brache neben dem Lidl-Markt ein Schandfleck bleibt.

Von René Gaffron

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