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Keine Chance auf Heirat in Wiesenburg

Standesamt nicht besetzt Keine Chance auf Heirat in Wiesenburg

Traumhafte Kulisse mit Schloss und Park: Doch in der „Perle des Flämings“ finden derzeit keine Trauungen statt. Denn das Standesamt der Gemeindeverwaltung Wiesenburg/Mark ist nicht arbeitsfähig und die erhoffte Kooperation mit Bad Belzig lässt auf sich warten

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Schön, würdevoll und leer: das Trauzimmer in der Wiesenburger Orangerie.

Quelle: Dirk Fröhlich

Wiesenburg. Wenn sich ein Paar zur Hochzeit schon entschieden hat, sind der Rittersaal im Wiesenburger Schloss oder Orangerie am Park wohl gute Adressen, sich das Ja-Wort zu geben. Doch schon seit einiger Zeit finden keine standesamtlichen Trauungen in der „Perle des Flämings“ statt. Das hat die Verwaltungsspitze in dieser Woche bei der Erörertung des Etatentwurfs für 2016 vor den teilweise erstaunten Ortsbeiräten einräumen müssen.

Zwar gibt es mit Monika Dorbritz und Gisela Zehnsdorf vor Ort (noch) zwei Standesbeamte auf 1,5 Stellen. Wegen Urlaub und Krankheit kam es jedoch in der Vergangenheit des öfteren zu personellen Engpässen. Die Zusammenarbeit im Personenstandswesen ist theoretisch – historisch gewachsen – mit der Gemeinde Michendorf geregelt und gerade über neue Datenbanken möglich. Aber eben bei Eheschließungen praktisch nicht gerade einfach zu realisieren. Denn gerade dabei konzentriert sich der Einsatz der Kollegen auf bestimmte Termine.

Fünfstelliges Defizit

Nachdem 2015 gar kein Haushalt zustande gekommen war, hat der Etat 2016 noch ein fünfstelliges Defizit.

Kämmerin Kornelia Feldmann hofft, dass es dieses Jahr – vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark am Dienstag – ein für die Aufsichtsbehörde genehmigungsfähiges Zahlenwerk handelt.

Einzusehen ist es auf der Internetpräsenz: www.wiesenburgmark.de

Ohnehin buhlt die Gemeinde Wiesenburg/Mark seit Herbst des vergangenen Jahres um eine Kooperation in der Nähe. Die Kur- und Kreisstadt wäre erste Wahl beim Abschluss einer „Vereinbarung über die Notfallabordnung.“ Langfristig könnte daraus ein öffentlich-rechtlicher Vertrag über die interkommunale Zusammenarbeit entstehen, heißt es von Akteuren auf beiden Seiten.

Zwar hat das Rathaus Bad Belzig in der Tat jetzt mit Bärbel Kühne, Annika Feuerherdt und Daniela Schär drei Standesbeamtinnen für etwa 120 Eheschließungen im Jahr. Für Trauungen stehen die Burg Eisenhardt und die Waldkapelle zur Verfügung. Die Unterstützung der Nachbarn, wo es im vergangenen Jahr lediglich knapp 30 Trauungen gab, ist bereits in Politik und Verwaltung besprochen. Doch ob sie so schnell zustande kommt, wie es sich die Protagonisten in Wiesenburg wünschen, bleibt moch ungewiss. Aktuell ist die im Rathaus Bad Belzig zuständige Ressortchefin Petra Tersch krank und ob Entscheidungen vor der Bürgermeisterwahl noch getroffen werden, bezweifelt beispielsweise Bernd Müller (SPD).

Der Wiesenburger Ortsvorsteher hatte insbesondere den Stellenplan des Etatentwurfs unter die Lupe genommen und das Anwachsen der Personalkosten kritisiert. Laut Marco Beckendorf (Die Linke) liegt das am ehesten in den Tariferhöhungen für den öffentlichen Dienst begründet. Neue Stellen, speziell in der Verwaltung, würden seinen Aussagen zufolge nicht geschaffen. „Deshalb wird es aber hier und da nötig sein, den Service herunter zu fahren“, erklärt der Bürgermeister. Im Personalamt gebe es demnächst ebenfalls nur noch eine Stelle. Wenn der Mitarbeiter nicht anwesend sei, müssten Aufgaben unerledigt liegen bleiben.

Auf die Frage von Jürgen Pohl (SPD), ob die angestrebte Aufgabenteilung – zunächst beim Standesamt – ein Vorbote für den Anschluss an Bad Belzig sei, zeichnete Marco Beckendorf durchaus das Szenario, dass sich langfristig zwei oder mehr Kommunen womöglich unter dem Dach einer Verwaltung wieder finden könnten. Um auf Augenhöhe mit den anderen zu sein, sei die Sanierung des eigenen Haushaltes unabdingbar, so der Bürgermeister. Die Idee, selbst die Ausbildung zum Standesbeamten absolvieren zu wollen, sei für den Einsatz vor Ort nicht realistisch gewesen, schätzte er schließlich ein.

So viel Zeit sollte beim Lückenschluss im Standesamt allerdings nicht vergehen, wünschen sich jedenfalls die Abgeordneten der Ortsbeiräte. Womöglich profitiere Bad Belzig längst von dem Engpass, wenn die Wünsche interessierter Paare in Wiesenburg nicht bedient werden können, mutmaßte Dieter Brachwitz aus Klepzig. „Die Gemeinde Wiesenburg/Mark braucht ja die Gebühren“, bekräftigt Klaus-Peter Klenke. „Wenn Ausstatter, Blumenläden und Gastronomie dauerhaft auf Aufträge verzichten müssen, fehlen schlimmstenfalls am Ende sogar Steuereinnahmen“, so der Ortsvorsteher von Reetzerhütten.

Von René Gaffron

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