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Keine Einigkeit beim Grade-Gedenken

70. Todestag Keine Einigkeit beim Grade-Gedenken

Der deutsche Motorflugpionier Hans Grade ist der berühmteste Bürger Borkheides. Vor 70 Jahren starb der im heutigen Polen geborene Grade. Ob der 2000-Einwohner Ort sich nach seinem umstrittenen Einwohner benennt, ist offen. Die Bürger votierten in einer Umfrage mehrheitlich dagegen, doch die Gemeindevertretung muss sich an dieses Ergebnis nicht halten.

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An Hans Grades Grab gedachten die Borkheider ihres prominentesten Bürgers.

Quelle: Saskia Kirf

Borkheide. Ein gutes Dutzend Borkheider, darunter mehrere Abgeordnete der Gemeindevertretung, gedachten am Sonntag anlässlich seines 70. Todestages des Motorflugpioniers Hans Grade.

Der 1879 im heute polnischen Köslin geborene Grade hatte sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Borkheide niedergelassen. Dort unternahm der Motorflugpionier den ersten Flug mit dem von ihm konstruierten Eindecker Libelle, gründete eine Flugzeugfabrik und die erste deutsche Flugschule. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ Grade in Borkheide Autos bauen, er beschäftigte rund 800 Mitarbeiter. Grade, der Mitglied der NSDAP war, starb 1946 in Borkheide – er war nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst enteignet worden, erhielt von den Alliierten jedoch sein Werk zurück. Hans Grade erlebte diese Rückübertragung seines Eigentums nicht mehr. Borkheide ehrt seinen berühmtesten Bürger auf vielfältige Art, die Hans-Grade-Gesellschaft hält das Andenken an den Flieger hoch, auch die Grundschule im Ort ist nach ihm benannt.

Keine Mehrheit für Namenszusatz

„Diese Erinnerung ist uns sehr wichtig, denn Grade ist ein Alleinstellungsmerkmal für unseren Ort“, sagt Borkheides Bürgermeister Andreas Kreibich. Dabei ist Grade auch in der Waldgemeinde nicht unumstritten. Die von den SPD-Abgeordneten Edda Haage und John Peter Dostal eingebrachte Initiative, dem Dorf den offiziellen Namenszusatz „Hans-Grade-Gemeinde“ zu geben, stößt bei der Bevölkerung nicht auf breite Zustimmung; in einer Bürgerbefragung votierten 51 Prozent der Teilnehmenden gegen den Zusatz.

Damit ist die Entscheidung jedoch noch nicht vom Tisch, das endgültige Votum obliegt der Gemeindevertretung. Sie will in ihrer Sitzung am 1. Dezember über die Benennung abstimmen. „Die Abstimmung unter den Bürgern spiegelt die Tendenz in der Gemeindevertretung wider“, sagt Bürgermeister Kreibich. Demnach ist es fraglich, ob Borkheide das 80. Jubiläum seiner Gründung im nächsten Jahr unter dem Namen „Hans-Grade-Gemeinde“ begehen wird.

Streit gibt es indes auch an anderer Stelle. Der Hans-Grade-Gesellschaft, welche das Grade-Museum auf dem Borkheider Flugplatz betreibt, fehlt das Geld. „Es stehen dringende Sanierungen an, die zum Teil bereits in den Gemeindehaushalt geschrieben wurden“, sagt Andreas Kreibich. Das Museumsgelände brauche Investitionen, die Toiletten genügten nicht mehr den Standards und die historische Maschine IL-18 „Tango Echo“, die seit einem Vierteljahrhundert in Borkheide steht, brauche einen neuen Anstrich, so der Bürgermeister. Allein die neue Lackierung des Flugzeugs würde mit mindestens 85 000 Euro zu Buche schlagen. Beim jährlich stattfindenden Festival „Rock am Flieger“ versucht die Grade-Gesellschaft, Spenden für den Unterhalt der Maschine zu sammeln.

Von Saskia Kirf

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