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Keine Notfälle, aber dennoch eine Menge zu tun

Menschen im Fläming Keine Notfälle, aber dennoch eine Menge zu tun

Jens Kutter war viele Jahre lang Leistungsschwimmer, heute arbeitet der 37-jährige im beschaulichen Dippmansdorfer Naturbad als Rettungsschwimmer. Hier passt er auf, dass keiner über die Stränge schlägt. Und trägt bei Bedarf auch schon mal eine vergessene Unterhose hinterher.

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Jens Kutter passt auf, dass kein vorwitziger Steppke über die Stränge schlägt

Quelle: Saskia Popp

Dippmannsdorf. Schon eine halbe Stunde bevor das Dippmannsdorfer Naturbad seine Tore öffnet, stehen die ersten Steppkes ungeduldig davor. Der Bollerwagen ist vollgepackt mit Decken, Schwimmbrillen und Spielzeug, die Kinder können den ersten Tag im Freibad kaum erwarten.

Schließlich – endlich – öffnet Jens Kutter die Pforte zum Paradies für die Kleinen. Jeder hier begrüßt den Mann in der schon von weitem so gut sichtbaren roten Hose mit Handschlag. „Ich bin jetzt in meiner fünften Saison hier Rettungsschwimmer“, sagt der 37-Jährige. „Wobei das nicht alles ist.“ Er sitzt auch an der Kasse, reinigt die Umkleideräume, harkt abends die Sandburgen weg und trägt vergessene Unterhosen hinterher. „In einem so kleinen Bad ist das so“, sagt Kutter.

Wenig Zeit für Hobbys

Zum Schwimmen kam Jens Kutter schon als Kind, früh fing er mit dem Leistungssport an. „Ich habe in meiner Jugend fünf, sechs Mal pro Woche trainiert und an den Wochenenden bin ich Wettkämpfe geschwommen“, erinnert sich Kutter. Zeit für andere Hobbys blieb da kaum: „Irgendwann hat mich das genervt, aber ich habe noch bis 2012 weitergemacht.“ Zwischendurch ließ sich Jens Kutter zum Rettungsschwimmer ausbilden, lernte zudem den Beruf des Erziehers. Jahrelang war er an Ostseestränden und in Freibädern im Einsatz. „Da war richtig Action,“ sagt Kutter, „gerade an der Ostsee rettst du jeden Tag ein Kind.“

Im kleinen Naturbad in Dippmannsdorf geht es da deutlich beschaulicher zu, Kutter hat mehr Freizeit, obwohl er im 80 Kilometer entfernten Gräfenhainichen lebt. „Mein großes Hobby ist das Motorradfahren“, verrät er, „das kann ich zum Glück auch gut mit dem Arbeitsweg verbinden.“

Rettungsschwimmer sind keine Babysitter

Keine einzige Rettung sei in den fünf Jahren notwendig gewesen, sagt Kutter stolz. „Ich kenne meine Pappenheimer hier und bin auch mal streng.“ Auch an der Kasse hat der Rettungsschwimmer das kleine, seeähnlich angelegte Becken immer im Blick, regelmäßig dreht er seine Runden über die Wiese, lässt den Blick über die tobende Kinderschar im Wasser streifen.

„Es muss allen Eltern klar sein, dass der Rettungsschwimmer kein Babysitter ist“, findet Christine Dressler. Die 41-Jährige und ihre beiden Söhne im Alter von acht und neun Jahren sind Stammgäste im Bad, bei gutem Wetter kommt die Familie an jedem Wochenende her. „Besonders schön finde ich, dass das hier alles sehr natürlich wirkt“, sagt Dressler, „Die Kinder können Kaulquappen fangen und toben, das ist einfach toll.“

Noch bis Ende August dauert die Freibadsaison in Dippmannsdorf, bei gutem Wetter eventuell auch länger. Jens Kutter wird fast täglich am Ufer des kleinen Sees stehen, damit keinem etwas passiert.

Von Saskia Popp

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